"Wir beeilen uns": Wird das A20-Loch noch in diesem Jahr gestopft?

Tribsees - Im September 2017 hat sich das Leben der Menschen in den kleinen Dörfern Langsdorf und Böhlendorf drastisch verändert. Wegen des Lochs auf der A20 rollen seither Tausende Autos und Laster durch die beiden Orte. Dabei wird nicht nur viel Lärm verursacht. Doch mittlerweile kann etwas aufgeatmet werden, denn vor mehr als einer Woche begannen die ersten Arbeiten für die Behelfsbrücke - die aber ihre Zeit braucht.

Die Visualisierung zeigt eine Behelfsbrücke über die eingestürzte Autobahn A20.
Die Visualisierung zeigt eine Behelfsbrücke über die eingestürzte Autobahn A20.  © M-V/Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenbu

Es bleibe beim Ziel, dass der Verkehr noch in diesem Jahr wieder auf einer Spur pro Richtung über die Autobahn rollt.

Und so wird eifrig seit Montag an der Großbaustelle am früheren Autobahn-Krater der A20 bei Tribsees für die künftige Behelfsbrücke gearbeitet.

Was zunächst vielversprechend klingt, braucht allerdings seine Zeit und wird zum Ferienverkehr noch nicht zur Verfügung stehen. So muss gerade im Sommer zur Ferienzeit der eine oder andere umdenken, sowie viel Zeit einplanen.

Seit Freitag können sich Anwohner, Freizeitaktivisten und Touristen auf YouTube die Arbeiten an der Ostsee-Autobahn erklären lassen. Danach ist man definitiv schlauer, aber auch besänftigt? "Wir beeilen uns! Danke für Ihr Verständnis und Ihre Geduld", heißt es am Ende des animierten Films.

Akkordarbeit für eine schnelle Lösung

Verkehrsminister Pegel erklärt vor Ort die künftigen Arbeitsschritte für den Bau der Behelfsbrücke. (Bildmontage)
Verkehrsminister Pegel erklärt vor Ort die künftigen Arbeitsschritte für den Bau der Behelfsbrücke. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Im Moment seien schon zwei der riesigen Bohrgeräte an der Baustelle, in den kommenden Wochen sollen noch drei weitere folgen, sagte der Leiter der Autobahnabteilung im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Ronald Normann.

Zunächst müsse aber eine Arbeitsebene hergestellt werden, damit die tonnenschweren Baumaschinen sicher stehen können.

Die Löcher für die Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,20 Meter gehen durchschnittlich 24 Meter in die Tiefe. Insgesamt werden für die Behelfsbrücke 232 Bohrpfähle benötigt. Die Gesamtkosten für den Bau der Behelfsbrücke liegen den Angaben zufolge bei 51 Millionen Euro, davon entfielen 31 Millionen Euro auf die Gründungsarbeiten.

Nach Angaben von Verkehrsminister Christian Pegel (44, SPD) soll der Verkehr noch in diesem Jahr wieder auf einer Spur pro Richtung über die Autobahn rollen. Das wäre für die Anwohner eine riesige Erleichterung, denn seit der Sperrung im Herbst fahren täglich zehntausende Autos durch die zwei Dörfer Langsdorf und Böhlendorf.

Neben dem hohen Verkehrsaufkommen in den Ortschaften und dem daraus resultierendem Lärm ist es vor allem Kot und Urin der entlang der Umfahrung hinterlassen wird. In Eigenregie wurde daher schon entsprechende Schilder aufgestellt, die das verbieten sollen.

Im Herbst 2017 versank die A20-Fahrbahn auf knapp 100 Metern Länge im moorigen Untergrund. Die A20 verläuft an dieser Stelle über eine Torflinse und ruhte auf in den Boden getriebenen Säulen.

Anschaulich weist ein Schild an der Umleitungsstraße der A20 in Böhlendorf darauf hin, dass Wildpinkeln und das Verrichten größerer Notdurften im Umfeld der Straße verboten sind.
Anschaulich weist ein Schild an der Umleitungsstraße der A20 in Böhlendorf darauf hin, dass Wildpinkeln und das Verrichten größerer Notdurften im Umfeld der Straße verboten sind.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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