Verkehrspsychologe: 197 Unfalltote sind Folge fehlender Verkehrskontrolle

Dresden - Die in Sachsen sprunghaft angestiegene Zahl von Verkehrstoten (TAG24 berichtete) ist auch eine Folge der laschen Verkehrsüberwachung.

Verkehrspsychologe Dr. Bernd Wiesner (53) gibt dem Innenministerium eine Mitschuld an den Verkehrsopfern.
Verkehrspsychologe Dr. Bernd Wiesner (53) gibt dem Innenministerium eine Mitschuld an den Verkehrsopfern.  © Uwe Meinhold

Das meint der Chemnitzer Verkehrspsychologe Dr. Bernd Wiesner (53) und gibt dem Innenministerium eine Mitschuld an den 197 Todesopfern.

„Die Sparpolitik hat dazu geführt, dass die Polizei heute fast gar keine Verkehrsüberwachung mehr betreibt“, sagte Wiesner im Gespräch mit TAG24. Dabei würden Studien belegen, dass bei stärkerer Kontrolltätigkeit das Unfallrisiko deutlich sinke. „Schon wenn sie an einem Unfallschwerpunkt nur einen Papp-Polizisten aufstellen, kommt es zu weniger Verkehrsverstößen“, weiß der Psychologe.

Zudem sieht Wiesner die intensive Handy-Nutzung als akute Unfallgefahr: „Es ist durch Untersuchungen belegt, dass das Benutzen eines Handys am Steuer gefährlicher ist, als mit 1,1 Promille Alkohol Auto zu fahren.“ Auch für Fußgänger sei das aktive Beschäftigen mit dem Smartphone ein hohes Unfallrisiko.

Sachsens Grüne sehen unterdessen Verkehrsminister Martin Dulig (45, SPD) in der Pflicht. „Sachsen braucht als oberste Prämisse in der Verkehrspolitik endlich eine Null-Verkehrstote-Strategie“, forderte die Landtagsabgeordnete Katja Meier (39). Dulig solle nun schnellstmöglich eine solche Strategie erarbeiten.

Meier nannte als wichtigste Punkte die Entschärfung gefährlicher Straßen und Kreuzungen sowie den Aufbau eines sicheren Fuß- und Radwegenetzes.

Eine Verkehrskontrolle. Davon gibt es viel zu wenige, beklagt der Chemnitzer Experte.
Eine Verkehrskontrolle. Davon gibt es viel zu wenige, beklagt der Chemnitzer Experte.  © imago/Manngold

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