197 Tote, 17.728 Verletzte! Dramatischer Anstieg schwerer Unfälle auf Sachsens Straßen

Leipzig - Dramatische Entwicklung auf Sachsens Straßen: Die Zahl der bei Unfällen getöteten Menschen ist sprunghaft angestiegen. Im vergangenen Jahr verloren 197 Männer, Frauen und Kinder bei Verkehrsunfällen ihr Leben - 50 mehr als im Jahr zuvor.

Immer mehr dieser weißen Fahrräder stehen an Sachsens Straßen und erinnern an tödlich verunglückte Radler. Dieses hier an dem im November ums Leben gekommenen Dresdner Schulamtsleiter Falk Schmidtgen († 54).
Immer mehr dieser weißen Fahrräder stehen an Sachsens Straßen und erinnern an tödlich verunglückte Radler. Dieses hier an dem im November ums Leben gekommenen Dresdner Schulamtsleiter Falk Schmidtgen († 54).  © Tino Plunert

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt gestern vorlegte, sind erschütternd: Mit einem Plus von 34 Prozent hatte Sachsen deutschlandweit den heftigsten Anstieg bei den Verkehrstoten.

Insgesamt verunglückten 17728 Menschen im Freistaat (plus 4,2 Prozent) - 4158 wurden schwer, 13373 leicht verletzt.

Dabei ist die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle 2018 um 2,2 Prozent auf 107281 zurückgegangen, wie die Morgenpost vom Statistischen Landesamt erfuhr. Trotz des lang anhaltenden Biker-Sommers sank auch die Zahl der bei Unfällen ums Leben gekommenen Motorradfahrer von 31 (2017) auf 18.

Doch vor allem für Sachsens Radfahrer und Fußgänger war es ein rabenschwarzes Jahr. So stieg die Zahl der getöteten Passanten um mehr als die Hälfte (56 Prozent) auf 34 an. Ebenso viele Radler fanden bei Unfällen den Tod (2017: 19). In beiden Gruppen gab es auch weit mehr Verletzte als im Vorjahr.

Zu den Gründen für den sprunghaften Anstieg der tödlichen Unfälle, macht die Landesstatistik bislang keine Angaben. Allerdings: Den heftigsten Anstieg gab es in der Altersgruppe der Senioren. 83 der insgesamt 197 Unfalltoten waren älter als 65 Jahre (2017: 42). Was darauf schließen lässt, dass vor allem betagte Menschen Schwierigkeiten haben, das gestiegene Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Weitere statistische Parameter: Der Kreis Bautzen hatte mit 22 Unfalltoten die meisten Opfer zu beklagen. In der Stadt Leipzig kamen 15 Menschen bei Unfällen ums Leben, in Dresden neun, in Chemnitz sieben. Der September war mit 28 Opfern der „tödlichste“ Monat auf unseren Straßen. Der Mittwoch war der Unfalltag mit der verheerendsten Bilanz (39 Tote). Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich zwischen 16 und 18 Uhr.

Schlimmer Anblick: Der Lkw-Fahrer übersah am Nürnberger Platz in Dresden Vater und Kind. Während der Knirps unverletzt blieb, kam der Radler mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Schlimmer Anblick: Der Lkw-Fahrer übersah am Nürnberger Platz in Dresden Vater und Kind. Während der Knirps unverletzt blieb, kam der Radler mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.  © xcitepress/ce
Im Juli starb ein 52-jähriger Radfahrer bei einem Kreuzungs-Crash in Dippoldiswalde.
Im Juli starb ein 52-jähriger Radfahrer bei einem Kreuzungs-Crash in Dippoldiswalde.  © Roland Halkasch
Mitte Februar war es zu einem schweren Unfall auf dem Ranstädter Steinweg in Leipzig gekommen. Dabei wurde ein 16-Jähriger von einem Mercedes erfasst, weil der Jugendliche bei Rot über die Straße gerannt war. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzu
Mitte Februar war es zu einem schweren Unfall auf dem Ranstädter Steinweg in Leipzig gekommen. Dabei wurde ein 16-Jähriger von einem Mercedes erfasst, weil der Jugendliche bei Rot über die Straße gerannt war. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzu  © Einsatzfahrten Leipzig

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