Weniger Unfälle, aber mehr Tote: So schlimm ist es wirklich auf Hamburgs Straßen

Hamburg - Mehr Einwohner, mehr Radfahrer, mehr Pendler und mehr Touristen: Obwohl deutlich mehr Menschen auf Hamburgs Straßen unterwegs sind, ist die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen.
Die Feuerwehr birgt ein Autowrack nach einem Unfall auf der Autobahn 1 (Archivbild).
Die Feuerwehr birgt ein Autowrack nach einem Unfall auf der Autobahn 1 (Archivbild).  © dpa/Daniel Bockwoldt

Die Polizei registrierte 2018 insgesamt 67.537 Verkehrsunfälle und damit 351 weniger als im Vorjahr. Dabei sind zwar 110 Menschen mehr verletzt worden als noch 2017 (9607 Verletzte).

Im Verhältnis zur gestiegenen Einwohnerzahl ist die Unfallgefahr allerdings stabil geblieben, wie Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der Verkehrsbilanz für die Hansestadt betonte.

2010 gab es wegen des ausgeprägten Winters mehr Unfälle als üblich. Im vergangenen Jahr sind 29 Menschen bei Verkehrsunfällen in Hamburg gestorben. 2017 hatte es 28 Verkehrstote gegeben.

Unter den Toten war auch ein Kind. Dabei handelte es sich um ein zweijähriges Mädchen, das auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft von einem Eiswagen überfahren wurde (TAG24 berichtete).

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 724 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt worden - und damit 54 mehr als 2017.

Nach einem Unfall liegt ein Fahrrad auf einer Straße. Im vergangenen Jahr starben zwei Radfahrer in Hamburg.
Nach einem Unfall liegt ein Fahrrad auf einer Straße. Im vergangenen Jahr starben zwei Radfahrer in Hamburg.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der Großteil der unter 15-Jährigen (424) war aktiv am Unfallgeschehen beteiligt, der Rest fuhr lediglich im Auto oder auf dem Rad der Eltern, Großeltern oder Bekannten mit. Auch hier ist die Bilanz trotz der gestiegenen Zahl im Verhältnis zur Einwohnerzahl positiv.

"Das ist vor allem auch ein beruhigendes Ergebnis für alle Eltern, die ihre Kinder auf den Weg zur Schule losschicken", sagte der Leiter der Verkehrsdirektion, Ulf Schröder. Zudem seien vor Schulen und Kindergärten im vergangenen Jahr 78 Bereiche als Tempo-30-Strecken ausgewiesen worden.

Für dieses Jahr geht er von der gleichen Zahl aus. Schon jetzt seien rund 20 Kilometer Straße vor zu schützenden Einrichtungen als Tempo-30-Zonen ausgewiesen, ergänzte Senator Grote.

In die Höhe geschnellt sind die Zahlen rund ums Fahren unter Drogen und Alkohol. Der simple Grund dafür sind laut Schröder besser geschulte Polizisten: "Wir erkennen bei Verkehrsunfällen immer mehr, dass der eine oder andere Verkehrsteilnehmer unter Einfluss von Drogen steht."

Um die Unfallzahlen weiter zu senken, will die Polizei sowohl Radfahrer als auch Fußgänger und Kinder weiter über die Verkehrsregeln informieren.

Auch Senioren gelten als wichtige Zielgruppe, weil sie immer länger mobil sind. Für sie gibt es seit Jahresbeginn bei der Polizei eigens einen Seniorenbeauftragten.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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