Fußgänger von Müllwagen getötet: Fahrer zahlt Geldstrafe

Verl – Der Vorfall ereignete sich bereits im Januar 2018: Ein Müllfahrzeug überfährt beim Zurücksetzen einen Fußgänger, der tödliche Verletzungen erlitt.

Der Vorfall ereignete sich im Januar 2018.
Der Vorfall ereignete sich im Januar 2018.

Am 15. Januar war der Fahrer (47) eines Müllfahrzeuges in der Straße zum Buschhof in Kaunitz tätig, als der Fahrer ein paar Sekunden vom Steuer abgelenkt war und einen Fußgänger (88) tödlich erfasste.

Der Fahrer hatte per Greifarm Mülltonnen im Wagen entleert und setzte zurück.

Er achtete für fünf Sekunden nicht auf den Monitor der Rückfahrkamera und erfasste den Fußgänger mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h.

Wegen der Enge der Straße war der Fahrer aus Rheda-Wiedenbrück abgelenkt und übersah den Fußgänger.

Der 88-Jährige bemerkte das beleuchtete und laute Fahrzeug nicht und wurde von dem Müllwagen überrollt. Der Mann starb noch an der Unfallstelle, so die Neue Westfälische.

Fußgänger stirbt noch an der Unfallstelle

Trotz Rückfahrkamera wurde der Fußgänger übersehen.
Trotz Rückfahrkamera wurde der Fußgänger übersehen.

Der Strafrichter des Amtsgerichts Gütersloh sprach nun das Urteil gegen den Müllwagenfahrer. Die Anklage lautete fahrlässige Tötung.

Der Fahrer wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen in Höhe von je 30 Euro verurteilt.

„Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, dass ich verantwortlich bin, dass ein Mensch ums Leben gekommen ist", ließ der Angeklagte durch seinen Anwalt mitteilen. Der Angeklagte hatte sich im Vorfeld der Verhandlungen für schuldig bekannt, damit die Zeugen das Geschehen nicht noch einmal schildern müssen.

Der Ankläger betonte, dass der Müllwagenfahrer die Sorgfaltspflicht verletzt haben soll. Es sei ein Unfall gewesen, der „mit einfachen Mittel hätte verhindert werden können." Der Angeklagte soll so rund 14 Meter "im Blindflug unterwegs" gewesen sein.

Das verneinte der Verteidiger. Der Fahrer sei laut Gutachten in einer "normalen Geschwindigkeit" unterwegs gewesen sein. Der Anwalt hob hervor, dass sein Mandant seine Schuld eingestehe. Der Familienvater sei nach dem Unfall einige Zeit nicht mehr gefahren und habe sich in Behandlung begeben. Vor dem Gericht wollte der Angeklagte sich jedoch nicht als Opfer darstellen.

Der Richter sprach über die „Pflicht eines rückwärts Fahrenden, die Gefährdung anderer auszuschließen." Eine „kurzfristige Unachtsamkeit" habe zu dem schlimmen Unfall geführt.

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