Verletzte und Schlägereien: So brutal war der Männertag in Sachsen!

Nach einer Massenschlägerei am Sachsenplatz müssen einige der Beteiligten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.
Nach einer Massenschlägerei am Sachsenplatz müssen einige der Beteiligten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Von Torsten Hilscher

Dresden – Alle Jahre wieder schlagen landauf, landab ein paar Feiertagsausflüger besonders über die Stränge. Die ganz und gar nicht Herren-taugliche Bilanz:

  • Früher Abend am Dresdner Sachsenplatz. Zwischen etwa 15 Personen kommt es zu einer Massenschlägerei. Dabei werden vier Personen verletzt. Die Polizei kann drei Tatverdächtige schnappen, wird aber vollgepöbelt und beleidigt.
  • Später Nachmittag am Wiener Platz in Dresden. Fünf Dresdner geraten mit zwei Eritreern aneinander. Die Einheimischen waren laut Polizeibericht ziemlich betrunken, mussten den Rest des Tages in der Ausnüchterungszelle zubringen.
Am Herrentag hatte die Polizei in und um Dresden alle Hände voll zu tun.
Am Herrentag hatte die Polizei in und um Dresden alle Hände voll zu tun.
  • In Schellerhau kommt es am frühen Abend zu einer Wirtshausschlägerei. Anlass: Zwölf junge Männer hatten beim Gehen Dekoration und Biergläser mitgenommen.

    Als sich das Gasthaus-Personal die Sachen zurück holt, kommt es zu ersten „Tätlichkeiten“, wie die Polizei ausführt. Als die Diebe zurück kehren, geht’s im Lokal weiter. Später landen drei Beteiligte im Krankenhaus, ein 30-Jähriger erleidet sogar schwere Verletzungen.

  • In Sebnitz geraten auf einem Festgelände mehrere Gäste mit dem Sicherheitsdienst aneinander. Ergebnis: ein Besucher erleidet schwere Verletzungen. Nun ermittelt die Polizei – auch gegen die Sicherheitsleute.
  • In Riesa beleidigt eine Gruppe junger Männer andere. Es kommt zu Streit, Flaschen und Steine fliegen. Die Polizei kann fünf Angreifer schnappen. Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung werden folgen. Allerdings: Die Opfer attackieren kurz darauf unvermittelt in der Nähe einen 17-Jährigen und einen 27-Jährigen, der dazwischen geht. Nun wird auch gegen diese Gruppe ermittelt.

  • In Tharandt-Spechtshausen zünden mittags elf junge Männer mit Feuerwerk ein parkendes Fahrzeug an. Später fällt die Gruppe erneut auf. Einer von ihnen hatte im Vorfeld den Hitlergruß gezeigte und einen Zeugen beleidigt.

Und auch die Polizei in Leipzig zog eine Männertagsbilanz, mit einem kleinen Augenzwinkern berichten sie über den Fall eines 76-jährigen Radfahrers, dem die Straße plötzlich zu eng wurde:

"Als sich der Männertag bereits merklich seinem Ende näherte, machte sich ein Leipziger (76) per Fahrrad auf den Heimweg. An der Berliner Brücke wurde es ihm jedoch zum Verhängnis, über den Tag einige Halbe konsumiert zu haben, denn sein Alkoholisierungsgrad (1,12 Promille in der Atemluft) ließ die Breite des Radweges schrumpfen.

So kollidierte er mit der Bordsteinkante und stürzte, wobei dies jedoch nicht die letzte Ausfallerscheinung blieb – der Mann rief anschließend selbst bei der Polizei an und machte das Geschehen bekannt.

Vielleicht war der Anruf aber auch nur Ausdruck seiner Hoffnung, eine günstige Mitfahrgelegenheit zu erwischen, weil den beiden Fahrradreifen durch den Unfall die Luft ausgegangen war und er noch etliche Kilometer vor sich hatte.

Obwohl er dann tatsächlich ein Stück im Funkstreifenwagen zurücklegen konnte, an welchem er sich zuvor aufgrund seiner Gleichgewichtsstörungen anlehnen musste, blieb ihm eine Enttäuschung nicht erspart, denn die Fahrt war ein Abstecher im doppelten Sinne.

Sie galt allein der Durchführung einer Blutentnahme und führte hierzu auch noch zum Polizeirevier Leipzig-Nord, welches deutlich abseits der Wohnanschrift des Mannes (Leipziger Westen) gelegen ist."

Fotos: Steffen Füssel

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