Darf er das? Dreister Vermieter erhöht Miete um 129 Prozent!

Berlin - Der Berliner Mieterverein hat über 170.000 Mitglieder und bekommt täglich skurrile Geschichten zu hören. Doch diese ist so unglaublich, dass der Verein sich nun an die Presse gewendet hat.

Ist er dieser Fall der gierigste Vermieter Deutschlands? (Symbolbild / Bildcollagen)
Ist er dieser Fall der gierigste Vermieter Deutschlands? (Symbolbild / Bildcollagen)  © 123RF

Denn der Mieter einer Wohnung im hippen Berliner Stadtteil Friedrichshain soll nun knapp 1.700 Euro im Monat für seine Bleibe zahlen, bisher waren es bereits stolze 950. Und das für eine 73-Quadratmeter-Wohnung!

Das entspricht einer Steigerung von 129 Prozent! Somit müsste er monatlich mehr als das Doppelte berappen.

Gerade in den beliebten Bezirken Prenzlauer Berg, Friedrichshain, aber auch in ehemaligen Brennpunkten wie Kreuzberg oder Neukölln sind immense Steigerungen ja eigentlich nichts Neues. Doch diese Erhöhung erreicht eine neue Dimension des Wuchers!

Nun dürfen Vermieter die Miete ja nicht willkürlich so erhöhen, wie sie möchten. Jede Steigerung muss begründet werden. Und das tut der Vermieter laut dem Berliner Mieterverein auch.

Wegen folgender Umbaumaßnahmen soll der Mieter nun plötzlich sein Sparschwein plündern:

  • Balkonanbau (+4,22 Euro/qm)
  • Wärmedämmung der Fassade (+2,08 Euro/qm)
  • Aufzug (+1,62 Euro/qm)
  • Zusätzlich werden neue Warm-, Kalt- und Abwasserstränge, die "energetische Ertüchtigung" der Fenster, Elektrosteigleitungen, eine neue Balkontüre und die Heizanlage auf die Miete geschlagen.

Ähnliche Bescheide könnten in nächster Zeit bei vielen Berliner Mietern eintreffen. Denn: Vermieter haben es bis zum 31. Dezember in Sachen Baumaßnahmen noch krachen lassen. Seit diesem Jahr sind Mieterhöhungen aufgrund von Modernisierungen nämlich auf zwei bis drei Euro pro Quadratmeter begrenzt. Mit dem Gesetz soll solch skrupellosen Vermietern das Handwerk gelegt werden.

Besonders dreist an diesem Fall: Teilweise soll der Baubeginn erst 2021 sein! Der Berliner Mieterverein prüft nun, ob das rechtlich überhaupt zulässig ist.

Rainer Wild, Geschäftsführer des Vereins sagt dazu: „Kein Eigentümer, der dies selbst zahlen müsste, würde in derart unwirtschaftlicher Weise Kosten produzieren." Es ging laut Wild ganz offensichtlich darum "Angst und Schrecken zu verbreiten, damit die Mieter und Mieterinnen ausziehen." Am 23. Februar soll vor Ort eine Protestaktion stattfinden.

Weil die Menschen die Wohnungen nicht mehr bezahlen können (oder wollen), werden in Friedrichshain auch immer wieder Häuser besetzt. (Symbolbild)
Weil die Menschen die Wohnungen nicht mehr bezahlen können (oder wollen), werden in Friedrichshain auch immer wieder Häuser besetzt. (Symbolbild)  © DPA

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