100 Vermummte randalieren in Leipzig!

Chaos auf dem Stadtring, wo die Polizisten mit Pflastersteinen angegriffen wurden.
Chaos auf dem Stadtring, wo die Polizisten mit Pflastersteinen angegriffen wurden.

Von Alexander Bischoff und Sebastian Wutzler

Leipzig – Ausnahmezustand am späten Abend in Leipzig! Etwa 100 vermummte Personen wollten offenbar das Bundesverwaltungsgericht angreifen. Direkt dahinter befindet sich auch das US-Generalkonsulat.

Die Chaoten kamen allerdings nicht bis zum Gebäude, hinterließen trotzdem eine Spur der Verwüstung.

Die Guerilla-Aktion dauerte nur wenige Minuten. Die schwarz gekleideten Angreifer kamen gegen 22.20 Uhr aus dem Johannapark, warfen Knallkörper und Farbbeutel.

Als die Polizei anrückte, wurden die Beamten mit Pflastersteinen attackiert. Außerdem brannte eine Containerbarrikade an der Tauchnitzstraße ab. Zudem wurde eine Haltestelle entglast.

"Eine Wut der Zerstörung mitten in der Stadt", so Polizeipräsident Bernd Merbitz, der sofort zum Einsatzort eilte. "Wir haben eine Person festgenommen. Ich bin entsetzt, dass auch ein mit Beamten besetzter Polizeiwagen mit Pflastersteinen angegriffen wurde."

Das Motiv ist laut Merbitz noch unklar: "Es könnte im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel in Bayern zu sehen sein. Da sind wir aber noch in der Klärung."

Der Großteil der Angreifer konnte flüchten. Die Polizei zieht alle verfügbaren Kräfte zusammen und sucht nun nach den Chaoten. Außerdem werden das Gerichtsgebäude und das US-Generalkonsulat von den Beamten bewacht.

Diese Haltestelle wurde entglast.
Diese Haltestelle wurde entglast.

Am Sonnabend meldeten sich MOPO24-Leser, die unverschuldet in die Krawalle gerieten. Eine Leserin schreibt:

Guten Morgen liebes Mopo24-Team.

Mein Mann und ich, sowie zwei gute Freunde aus Leipzig, waren gestern mitten drin bei den "Randalen in Leipzig". Es ist wirklich beängstigend wenn man mit seinen Hunden draußen ist und dann erst komplett in Schutzkleidung auf einen zukommen und man sich dann umdreht und dann so ein Mopp von Vermummten auf einen zurennt, die Feuerwerkskörper zünden, Böller zünden und mit Steinen werfen.

Klar, hatten wir die Böller schon vorher gehört, aber es ist Stadtfest, da denkt man nicht gleich, dass es Randalierer sind. Es war beängstigend. Mein Mann hat nur unseren Hund auf den Arm genommen und ich hab gesagt "Leute lauft" und wir sind gerannt.

Da waren auch so viele Passanten, auch Kinder. Nicht auszumalen, was hätte alles passieren können. Es erinnerte schon sehr an Krieg. Unglaublich. Wie aus dem Nichts.

Die Bilanz des Angriffs

Die Chaoten tobten sich auf der Straße vor dem Gerichtsgebäude aus.
Die Chaoten tobten sich auf der Straße vor dem Gerichtsgebäude aus.

In der Nacht auf Sonnabend wurden mehrere Gebäude und Fahrzeuge sehr stark beschädigt, wobei die Höhe des Sachschadens von der Polizei noch nicht beziffert werden kann. Bei den Ausschreitungen wurden mehr als 200 Pflastersteine geworfen.

Besonders schlimm: Es wurden mehrere Polizeibeamte verletzt und drei Polizeifahrzeuge so stark beschädigt, dass sie nicht mehr einsatzbereit sind.

Für die Dauer des Polizeieinsatzes und die sich anschließende kriminaltechnische Tatortarbeit mussten die Kreuzung Karl-Tauchnitz-Straße/Harkortstraße und angrenzende Straßen bis ca. 2.00 Uhr gesperrt werden.

Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs und bezüglich des Motivs in alle Richtungen. Wobei nicht auszuschließen ist, dass diese Aktion auch eine Resonanzreaktion auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen des G7-Treffens sein kann.

Polizeichef Merbitz zu MOPO24

Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft.
Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft.
Polizeipräsident Bernd Merbitz machte sich vor Ort ein Bild vom Geschehen.
Polizeipräsident Bernd Merbitz machte sich vor Ort ein Bild vom Geschehen.

Fotos/Video: Alexander Bischoff


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