Racheakt? Mann soll "Verräter" niedergestochen und bei Minusgraden im Wald zurückgelassen haben

Heilbronn - Mit lebensgefährlichen Verletzungen wird das Opfer bei Minusgraden im Wald zurückgelassen - laut Anklage eine Racheaktion. Eskalierte ein Konflikt im Drogenmilieu?

Das Landgericht wirft den Männern versuchten Mord vor.
Das Landgericht wirft den Männern versuchten Mord vor.  © DPA

Nach einem mutmaßlich aus Rache verübten Messerangriff müssen sich ab Montag (9 Uhr) fünf Angeklagte vor dem Landgericht Heilbronn verantworten - ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge handelte es sich um die Bestrafung eines "Verräters" im Drogenmilieu: Dieser sei im Januar unter einem Vorwand in einen Wald bei Gaildorf (Landkreis Schwäbisch Hall) gelockt und niedergestochen worden.

Die Angeklagten sollen den Schwerverletzten bei Minusgraden in der Dunkelheit zurückgelassen und dabei dessen Tod zumindest billigend in Kauf genommen haben.

Einer der fünf stachelte die übrigen laut Staatsanwaltschaft zum Angriff auf den damals 21-Jährigen an: Dieser habe den Angeklagten und andere aus dem Drogenmilieu bei der Polizei "verpfiffen".

Die Deutschen, die zur Tatzeit zwischen 20 und 31 Jahre alt waren, sitzen in Untersuchungshaft.

Prozess hat begonnen

Update 11.30 Uhr: Zur Bestrafung soll eine Gruppe Männer einen 21-Jährigen niedergestochen und bei Minusgraden in einem dunklen Wald zurückgelassen haben. "Sie gingen davon aus, dass er die massiven Verletzungen nicht überleben würde", erklärte der Staatsanwalt am Montag zu Prozessbeginn am Landgericht Heilbronn. Er wirft den 21- bis 32-Jährigen versuchten Mord vor.

Die Tat soll sich im Drogenmilieu abgespielt haben: Einer der Angeklagten stachelte die übrigen laut Staatsanwalt an, dem vermeintlichen Verräter - der manche bei der Polizei verpfiffen hätte - eine Abreibung zu verpassen. Nur durch Zufall wurde der Verletzte nach dem Messerangriff von einer Familie entdeckt, wie der Vorsitzende Richter betonte. Da habe dessen Körpertemperatur nur noch 30 Grad betragen. Der junge Mann überlebte nach mehreren Operationen.

Die Angeklagten sollen den Mann schwer verletzt im Wald zurückgelassen haben. (Symbolbild)
Die Angeklagten sollen den Mann schwer verletzt im Wald zurückgelassen haben. (Symbolbild)  © Ina Fassbender/dpa

Titelfoto: Ina Fassbender/dpa

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