Versicherer machen Bilanz: Was die Naturkatastrophen 2019 gekostet haben

Deutschland – Die Naturkatastrophen im vergangenen Jahr kosteten die Versicherungsunternehmen 150 Milliarden USD. In Deutschland war besonders München von den Naturkatastrophen betroffen.

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Der Rückversicherer Münich Re hat eine Bilanz über die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen des vergangenen Jahrs gemacht. Insgesamt entstand ein weltweiter Schaden von 136 Milliarden Euro. Am schwersten betroffen war Japan, das schon im zweiten Jahr in Folge Rekordschäden durch Taifune verzeichnen musste.

Nur alleine während des Taifuns "Hagibis" fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 1000 Milliliter Regen auf der Insel. Um diese Zahl in ein Verhältnis zu setzen, der Taifun verursachte mehr Niederschlag, als der durchschnittliche Niederschlag in Deutschland in einem ganzen Jahr.

Der Taifun verursachte mit 17 Milliarden USD auch die meisten Schäden weltweit.

Seit mehr als einem Jahrzehnt registriert der Rückversicherer alle weltweiten Naturkatastrophen. Die Daten sind für die Branche wichtig, da mit ihnen die Beiträge auf der Grundlage von den Schäden der Vergangenheit berechnet werden können.

Die Prämien für die Hausrat und Haftpflichtversicherung werden aufgrund der Schäden der vergangenen Jahre festgelegt.

In der Bilanz des Rückversicherers tauchen die Kosten für Naturkatastrophen aus den Entwicklungsländern allerdings kaum auf. Dort ist der Wert der versicherten Güter viel geringer als in den reichen Industrienationen.

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Hitzewellen und Gewitter verursachten Kosten in Europa

Die Hitzewellen und Gewitter im vergangenen Sommer verursachten in Europa Schäden in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Dabei verursachten die schweren Hagelschauer im Juni alleine in München Schäden in Höhe von fast einer Milliarde Euro.

Tennisballgroße Hagelkörner beschädigten im Großraum München Häuser und Fahrzeuge.

Von den weltweiten Gesamtkosten über 150 Milliarden USD mussten die Versicherungsunternehmen für mehr als ein Drittel aufkommen, der durch Versicherungspolicen abgedeckt war. Die restlichen Schäden von 98 Milliarden USD waren nicht versichert.

Dabei ist mit einem Rückgang der Schäden durch Naturkatastrophen in den folgenden Jahren nicht zu rechnen. Die Versicherungsexperten gehen sogar davon aus, dass die Kosten durch Naturkatastrophen in den folgenden Jahren sogar noch weiter ansteigen.

Laut dem Klima-Risiko-Index war Deutschland 2018 von den Naturkatastrophen besonders stark betroffen. In dem Jahr waren die Auswirkungen durch das Orkantief "Friederike" und die langanhaltende Trockenheit besonders hoch.

Wissenschaftler rechnen mit noch höheren Konsequenzen durch Naturkatastrophen in den folgenden Jahren, die durch den Klimawandel verstärkt auftreten werden. Die Wissenschaftler bestätigen, dass sich die Zugbahnen der Tiefs und der Hochdruckgebiete in den vergangenen Jahren sich verlangsamt haben.

Dabei ist ein tropischer Wirbelsturm einfach nur ein sehr intensives Tiefdruckgebiet. Die Klimaänderungen können also zu risikoreichen Wetterlagen wie Hitzewellen oder Starkniederschlägen führen.

Auch auf dem amerikanischen Kontinent haben die Stärke und die Häufigkeit von Hagel und Gewitter zugenommen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Katastrophen mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Ein weiteres Indiz dafür sind die schweren Brände in Australien. Auch wenn Brände in Australien als normal gelten, sind die frühen und besonders starken Brände auf dem australischen Kontinent doch alarmierend.

Auch der Anstieg des Meeresspiegels bedeutet eine zusätzliche Gefahr. In weniger als einem Jahrzehnt müssen dringende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Moment nimmt der Meeresspiegel pro Jahr um bis zu vier Millimeter zu. Da viele Großstädte nahe am Meer liegen, entsteht dadurch eine große Gefahr.

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Naturkatastrophen kosten weniger Leben

Trotzdem gibt es eine gute Nachricht. Auch wenn die Weltbevölkerung steig ansteigt, kommen immer weniger Menschen bei den Naturkatastrophen ums Leben. Im Jahre 2019 verloren in etwa 9.000 Menschen ihr Leben durch Naturkatastrophen.

Der Zyklon "Idai" hat die meisten Menschenleben gekostet. Im März 2019 fegte der Sturm über Mosambik, Malawi und Zimbabwe hinweg und tötete über 1.000 Menschenleben.

Über lange Sicht waren die Opfer durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr mit einem rechnerischen Durchschnittswert von 52.000 Toten pro Jahr aber gering. Wissenschaftler behaupten, dass dies durch bessere Warnsysteme zustande kommt, die die Evakuierung effektiver machen.

Ein Zyklon verursachte in Bangladesch im Jahre 1991 mehr als 100.000 Tote. Mit den heuten Warnsystemen wäre dies heute nicht mehr denkbar.

Die vergangenen fünf Jahre waren die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Laut der NASA waren die letzten 5 Jahre die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Wie kann es aber sein, das es immer wieder besonders kalte Tage gibt, die für die jeweilige Jahreszeit untypisch sind.

Der Grund ist einfach, Klima ist nicht Wetter. Wetter beschreibt den Zustand an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, während sich Klima auf längeren Zeitraum von mehreren Jahrzehnten bezieht.

Trotzdem ist es schwer für die Wissenschaftler den Klimawandel direkt auf die Wetterereignisse zurückzuführen. Hitzewellen gab es auf der Welt schon immer, selbst als der Mensch noch nicht massenhaft CO2 in die Umwelt geblasen hat.

Forscher arbeiten aber mit Computermodellen daran, die Wetterlage mit der vorindustriellen Zeit zu vergleichen. Der Unterschied sollte einen Fingerabdruck des Klimawandels offenbaren.

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