Absperrband um Zapfsäulen: Wie steht es wirklich um Leipzigs Sprit-Vorrat?

Aktuell kommt es an einzelnen Tankstellen zeitweise noch zu Versorgungsengpässen. Allerdings soll es sich nicht um ein generelles Problem handeln.
Aktuell kommt es an einzelnen Tankstellen zeitweise noch zu Versorgungsengpässen. Allerdings soll es sich nicht um ein generelles Problem handeln.

Leipzig/Leuna - Auch Wochen nach dem Brand in der Total Raffinerie in Leuna Mitte Mai (TAG24 berichtete), scheint an manchen Tankstellen in Leipzig immer noch Spritmangel zu herrschen.

So zeigte die Preistafel an der HEM-Tankstelle in der Leipziger Braunstraße am Montagmorgen gähnende Leere an. Wer dies für einen technischen Fehler hielt, dem machte das Absperrband um die Zapfsäulen das mangelnde Kraftstoff-Angebot deutlich.

Auf Nachfrage von TAG24 erklärte ein Sprecher des HEM-Mutterkonzerns Tamoil, dass sich an der Situation in der vergangenen Woche nichts geändert habe. Durch den Vorfall in der Raffinerie in Leuna seien Versorgungsengpässe entstanden. Betroffen seien mehrere Tankstellen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, so der Konzern gegenüber dem "MDR".

Tamoil sei aber auf Ausfälle in der Mineralöl-Industrie vorbereitet. Man arbeite derzeit intensiv daran, "die Versorgung sämtlicher HEM-Tankstellen sicherzustellen", erklärte der Konzern dem MDR. Hierbei komme es wegen erheblich längerer Anfahrtszeiten zu Verzögerungen. "Deshalb ist es möglich, dass an einzelnen Tankstellen bestimmte Kraftstoffsorten für kurze Zeit nicht angeboten werden können."

Kein Grund zur Sorge also, der Sprit braucht nur etwas länger, bis er an der Zapfsäule angekommen ist. Auch Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) sieht in dem Engpass kein generelles Problem. "Eine allgemeine Treibstoffknappheit droht nicht. Viele der Unternehmen in der Branche beziehen ihren Kraftstoff von außerhalb, also von anderen Standorten in Deutschland oder dem angrenzen Ausland", so von Gersdorff. Ein Vorfall wie in Leuna könne deshalb nicht die gesamte Versorgung mit Kraftstoffen ins Wanken bringen.

In der TOTAL Raffinerie in Leuna laufen die Reparaturarbeiten derweil nach Plan. Alle beschädigten Einbauten seien ausgebaut worden, so der Konzern. Die Reparatur werde sich nach derzeitigen Schätzungen über den Monat Juni hinweg erstrecken. Man arbeite an Logistiklösungen und alternativen Versorgungsoptionen, um den Einfluss auf alle Kunden so gering wie möglich zu halten, erklärte der Konzern. Die Raffinerie in Leuna deckt den Diesel- und Benzinbedarf von 1300 Tankstellen ab.

Der betroffene Bereich war zum Zeitpunkt des Vorfalls von der sonstigen Anlage getrennt gewesen. Glücklicherweise war niemand verletzt worden.


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