Beim Zocken quälten sie ihren Kumpel fast zu Tode

Christopher P. entkam nur knapp seinen Peinigern.
Christopher P. entkam nur knapp seinen Peinigern.

Von Steffi Suhr

Dresden - „Durch eine Stadt zu gehen, ist ganz schlimm für mich“, sagt Christopher P. (20). Seit er von seinen eigenen Kumpels in Riesa brutal überfallen wurde, meidet er Orte mit Menschen.

So wurde der Prozessauftakt gegen seine Peiniger Illyas G. (20) und dessen Cousin Patrick G. (26) für ihn zum Kraftakt.

Laut Anklage fiel Illyas im Mai 2013 den auf dem Bett liegenden Christopher an, setzte sich auf ihn und feuerte elf mal eine Schreckschusspistole auf ihn ab. Drei Projektile blieben im Kopf, eins im Hals stecken.

Dann prügelte er mit einem kiloschweren Modell eines Hammerwerkes auf ihn ein.

„Los, schlag ihn tot“, forderte Illyas seinen Cousin Patrick auf. Der rammte dem Opfer zwei Mal ein Messer in den Rücken.

Die Tatwaffen: Ein Messer - noch blutverschmiert - ein Hammerwerk und eine Schreckschusspistole.
Die Tatwaffen: Ein Messer - noch blutverschmiert - ein Hammerwerk und eine Schreckschusspistole.

„Sie waren Freunde, kamen wieder zum Videospielen vorbei“, erinnert sich der Metallbauer.

„Weil sich das Spiel nicht installieren ließ, surfte Illyas im Internet. Er fand ein Spiel, wo man fünf Mal jemanden töten muss, um weiter zu kommen. Ich sagte, er soll das lassen. Mehr war nicht.

Wir tranken weder Alkohol, noch nahm jemand Drogen. Plötzlich passierte das.“

Schwer verletzt schleppte sich Christopher aus der Wohnung. Er wurde notoperiert, war fünf Wochen krank.

„Ich zog danach aufs Dorf, meide Menschen. Ich war mal in einer Disko, bekam sofort Panik“, beschreibt Christoph sein jetziges Leben.

Die Angeklagten schweigen. Urteil folgt.

Patrick G. (26, li.) und Isa G. (20) müssen sich für ihre Untat vor Gericht verantworten.
Patrick G. (26, li.) und Isa G. (20) müssen sich für ihre Untat vor Gericht verantworten.

Fotos: Ove Landgraf


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