Verwirrung um Choreo der Aue-Fans!

Aue-Fans im Derby gegen Dynamo Dresden.
Aue-Fans im Derby gegen Dynamo Dresden.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - "Deitsch un frei wolln mer sei, un do bleibn mer aah derbei, weil mer Arzgebirger sei.“ Mit dieser Choreo und dem Konterfei von Erzgebirgs-Volksdichter Anton Günther sorgten die FCE-Fans gegen Dynamo für Furore.

Wegen der Zeilen wurden sie prompt von einigen in die rechte Ecke gestellt.

„Das ist doch völliger Quatsch“, ärgert sich Dr. Gabriele Lorenz darüber. Sie ist die 1. Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins. „Ich kann in diesen Strophen kein rechtes Gedankengut finden. Im Gegenteil: Das ist die inoffizielle Hymne des Erzgebirges, erzählt von Heimatverbundenheit und vom Stolz der Region“, sagt sie.

„Unsere Erzgebirgsgruppen haben dieses Lied zur Weihnachtszeit alle in ihrem Repertoire. Die müssten dann auch in dieser Ecke stehen. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Aber heutzutage wird ja mit der Interpretation von Texten viel Schindluder getrieben“, nimmt sie die Fans in Schutz.

Das Lied „Deitsch un frei“ von Anton Günther entstand 1908 und bezog sich auf die Eigenständigkeit der deutschen Minderheit in der Habsburger Monarchie.

Der Spruch stammt nicht von Günther selbst, sondern von Richard von Dotzauer, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert einer der bedeutendsten Männer im Kaiserreich Österreich-Ungarn war.

„Schon allein die Entstehung des Liedes zeugt ja davon, dass hier kein rechtes Gedankengut vorliegt“, so Gabriele Lorenz.

Diese Choreo bekamen einige Beobachter in den falschen Hals.
Diese Choreo bekamen einige Beobachter in den falschen Hals.

Fotos: Worbser (1), Picture Point (1)


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