Er hat die Nase für die Zuckerpässe: Daniel Didavis Kreativität weckt VfB-Offensive

Stuttgart - Was tat dieser Sieg der VfB-Seele gut! Nach den ersten drei Punkten des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart lässt sich sagen: Das Spielglück ist zurück beim VfB!

Anastasios Donis überwindet Bremens Torhüter Jiri Pavlenka (26) und erzielte das zwischenzeitliche 1:0 für den VfB.
Anastasios Donis überwindet Bremens Torhüter Jiri Pavlenka (26) und erzielte das zwischenzeitliche 1:0 für den VfB.  © DPA

Und dazu noch ein Daniel Didavi, der in der Begegnung gegen Werder Bremen zeigte, wie wichtig er für das Spiel des VfB ist.

Doch erstmal zum Spielglück, denn der VfB machte eigentlich gar kein gutes Spiel und profitierte im Verlauf des Duells viel davon, dass Werder Bremen aufgrund einer Gelb-Roten Karte von Milos Veljkovic (23) ab der 36. Minute nur noch zu zehnt war.

Besonders in der ersten Halbzeit war zu sehen, weshalb die bisherige Saison nicht so erfolgreich war, wie man es sich nach der Sommervorbereitung erhoffte: Sie standen zu tief und es war nur ein Hauch an Offensive zu spüren. Außerdem erlaubte man sich zusätzlich zu viele kleinere Fehler in der Defensive.

Der VfB wartete auf Fehler der Werderaner, um durch Konter zum Erfolg zu kommen. Doch in der 19. Minute reichte dem VfB ein Hauch von Offensive, da Bremen patzte: Davy Klaassen (25) spielte den Fehlpass am Strafraum der Stuttgarter, die anschließend rasch ihr Glück im Konter fanden.

Daniel Didavi (28) schickte Anastasios Donis (22) mit einem absoluten Zuckerpass in die Tiefe, der somit allein aufs Tor der Bremer zulaufen konnte und die magische Vorbereitung Didavis veredelte.

Von seiner Kreativität lebte die VfB-Offensive: Daniel Didavi (28).
Von seiner Kreativität lebte die VfB-Offensive: Daniel Didavi (28).  © DPA

Dieser Spielzug zeigte, dass sich ein bisschen Mut zur Offensive lohnt und wie viel Kreativität in dem VfB-Spielermaterial schlummert. Gegen Werder hat VfB-Trainer Tayfun Korkut den Mut und stellt den schnellen Flügelflitzer Anastasios Donis auf, der die Werder-Abwehr bei Kontern regelmäßig vor Probleme stellte.

Und eben Daniel Didavi (28), der als hängende Spitze mit seiner Nase für Zuckerpässe für Kreativität in der Offensive sorgte - trotz seiner noch nicht ganz ausgeheilten Achillessehnen-Verletzung.

Mit diesem Spiel hat es Didavi auch seinen Kritikern gezeigt, nach deren Meinung er keinen Platz im System Korkuts finden würde.

Doch er war der Ideengeber, der den Stuttgartern in den letzten Spielen fehlte. Didavi schafft es eben auch seine Kreativität in der Position als hängende Spitze zu zeigen. Oder gerade wegen der Position. Denn diese verspricht so viele Freiheiten, die Spieler wie Didavi lieben.

Schade ist nur, dass der zweite wichtige Offensivmann des Tages, Anastasios Donis (22), sich gegen Werder Bremen einen Muskelbündelriss im hinteren linken Oberschenkel zuzog und für einige Wochen ausfallen wird. Somit ist Korkut wieder gezwungen umzudenken. Doch im Spiel wechselte Korkut mit Erik Thommy (24) für Donis einen ebenfalls offensiven Flitzer ein.

Trotz einer starken Leistung Didavis und Donis war die Offensive des VfB gegen Werder noch zu häufig auf Sparflamme. Gerade dafür, dass Bremen nur noch zu zehnt war und fast Kamikaze-Fußball nach vorne spielte. Werder bestimmte fast die komplette Partie, während sich die Stuttgarter mit wenigen Kontern über Wasser hielten. Am Ende reicht es dennoch für den Sieg, vor allem wegen des Spielglücks und da man auf das Jahrhundert-Eigentor des VfB-Keeper Ron-Robert Zieler noch eine Antwort fand.

Für die nächste Partie am Samstag in Hannover 96 (15.30 Uhr) bleibt zu hoffen, dass der VfB noch mehr Mut im Angriff zeigt, sodass sich die Kreativität der Offensivspieler wie Didavi entfalten kann. Und möglichst sollten die einfachen Fehler in der Defensive abgestellt werden.


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