VfB Stuttgart: "Emotional und inhaltlich daneben": Riethmüller räumt Kommentar zu Spuck-Attacke ein

Stuttgart - Kurz vor der Wahl zum neuen Präsidenten des VfB Stuttgart am 15. Dezember hat Kandidat Christian Riethmüller (44) sich an die Anhänger des Vereins gewandt.

Die Bewerber ums Präsidentenamt (v.l.): Claus Vogt und Christian Riethmüller.
Die Bewerber ums Präsidentenamt (v.l.): Claus Vogt und Christian Riethmüller.  © Marijan Murat/dpa

"In den vergangenen Wochen habe ich mich im Rahmen meiner Kandidatur zum Präsidenten des VfB Stuttgart immer wieder für Transparenz und eine klare Bekenntnis zu Fehlern und dem Willen zur Verbesserung ausgesprochen", beginnt der 44-Jährige sein langes Posting auf Facebook.

Dann kommt er auf seinen angeblichen Kommentar zu Santiago Ascacibars Spuck-Attacke zu sprechen - und räumt diesen ein! "Ja, ich habe diesen Kommentar damals in der emotional aufgeheizten Stimmung als Reaktion auf einen VfB-Post auf die Facebook-Seite des Vereins geschrieben – als enttäuschter, wütender Fan und in eine lange Aneinanderreihung anderer wütender Kommentare."

Der Geschäftsführer des Tübinger Buchhandels-Unternehmens Osiander habe sich in dem Moment von der Welle mitreißen lassen und das sei natürlich kein bisschen "professionell" gewesen: "Es war emotional und inhaltlich daneben."

Auf einem in der Bild-Zeitung veröffentlichten Screenshot war Riethmüller mit den Worten zu lesen: "Wenn der VfB etwas Eier hätte, würde der kleine Giftzwerg rausfliegen. Solche fiesen miesen kleinen Stinker haben wir nicht nötig. Hau ab, egal wohin. Hauptsache weit weg."

Nachdem er und Claus Vogt (50) als letzte Kandidaten um das Präsidentenamt übrig waren, habe der VfB Riethmüller mit dem Ascacibar-Kommentar konfrontiert: "Ich habe auch damals geäußert, dass ich den Kommentar lange vor meiner Kandidatur getätigt habe, aber natürlich auch, dass er falsch war." Es habe Riethmüller leid getan, weshalb er den Kommentar löschte.

Für den 44-Jährigen nun seltsam: "Dieser Seitenkommentar wurde scheinbar bereits damals im April nach nur wenigen Minuten gezielt als Screenshot festgehalten. Damals war noch gar nicht bekannt, dass Herr Dietrich zurücktreten würde. Auch ich wusste nicht, dass ich mich für das Amt des VfB-Präsidenten bewerben würde."

Fans springen Riethmüller zur Seite

April dieses Jahres: Stuttgarts Santiago Ascacibar (links) bekommt nach der Spuck-Attacke auf Leverkusens Kai Havertz (rechts) vom Schiedsrichter die rote Karte gezeigt.
April dieses Jahres: Stuttgarts Santiago Ascacibar (links) bekommt nach der Spuck-Attacke auf Leverkusens Kai Havertz (rechts) vom Schiedsrichter die rote Karte gezeigt.  © Marijan Murat/dpa

Auch ist auf dem Screenshot, den die Bild-Zeitung publik machte zu sehen, dass dieser bereits neun Minuten nach dem Posting erstellt worden sein soll.

"Etwas das normalerweise beispielsweise im Rahmen eines professionellen Monitorings seitens eines Seitenbetreibers getan wird", schreibt der 44-Jährige. "Und dann wurde der Screenshot jetzt, sieben Monate später, eine Woche vor der Wahl, an die Bild und die Stuttgarter Zeitung geschickt".

Der Osiander-Geschäftsführer kommt auch auf zwei weitere Dinge zu sprechen. So soll er im Mitgliederausschuss gesagt haben: "Als ich bei Aldi begonnen habe, hatte das Unternehmen bei vielen den Ruf, dass dort nur Türken einkaufen."

Riethmüller nennt die angebliche Äußerung nicht im Zitat, schreibt auf Facebook lediglich von einer wertfreien Aussage, die "falsch wiedergegeben und mit der Unterstellung, sie sei diskriminierend gewesen, an die Presse weitergegeben wurde".

Zudem seien diese Woche in einem Podcast "Gerüchte über eine angeblich freundschaftliche Beziehung von mir zu Herrn Porth und negative Aussagen über mein Unternehmen verbreitet und ohne Prüfung einfach wiedergegeben" worden. Riethmüller stellt klar: "Beide Gerüchte sind absolut unwahr."

Er schließt sein Posting mit der Feststellung: "Das alles hat mit einem fairen Wahlkampf natürlich nur noch bedingt etwas zu tun." Bereits am Vortag hatte er eine Verschwörung gegen sich gewittert: "Offenbar will man verhindern, dass ich Präsident des VfB Stuttgart werde."

Unter dem Beitrag vom Samstagmorgen springen die Fans dem Bewerber ums Präsidentenamt zur Seite. "Nicht unterkriegen lassen! Die VfB-Gemeinde weiß schon, wie sie solche Machenschaften zu bewerten hat", schreibt etwa ein User.

Eine Nutzerin mutmaßt: "Leider hört sich das alles auch danach an, als ob gezielt jemand gesucht wurde, der keinen Rahmen gegen Vogt findet. Da Du nun doch extrem Anklang gefunden hast sucht man natürlich nach solchen Aktionen, um das wieder zu ändern." Denn, so die Schreiberin: "Die VfB-Marionette soll natürlich besser dastehen, sonst wird das ja nix."

Eine andere Userin zollt Riethmüller Respekt für seine offenen Worte: "Hut ab für diesen Post! (...) Wir alle machen Fehler und lassen uns mal von Emotionen treiben. Wer anderes behauptet, lügt schlichtweg."

Titelfoto: Montage: Screenshot Facebook/Christian Riethmüller

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