Christian Riethmüller spricht mit TAG24 darüber, was er als VfB-Präsident nicht mehr macht

Stuttgart - Christian Riethmüller steht mitten im Leben. Er ist Vater zweier Töchter und Geschäftsführer der Buchhandlung Osiander. Seit seinem neunten Lebensjahr ist er Fan des VfB Stuttgart, nun will er Präsident des Fußball-Zweitligisten werden. Mit TAG24 hat sich der 45-Jährige darüber unterhalten.

Schwer zu sagen, wer von den beiden den besseren Eindruck machte: Christian Riethmüller (l.) und Claus Vogt (r.) wollen Präsident des VfB Stuttgart werden.
Schwer zu sagen, wer von den beiden den besseren Eindruck machte: Christian Riethmüller (l.) und Claus Vogt (r.) wollen Präsident des VfB Stuttgart werden.  © dpa/Marijan Murat

TAG24: Herr Riethmüller, Sie sind natürlich VfB-Fan. Wie emotional jubeln Sie, wenn ein Tor fällt?

Riethmüller: Ich war beim 2:1 im DFB-Pokal gegen Hamburg dabei, Tor in der 114. Minute. Danach hatte ich zwei Wochen keine Stimme mehr. Ich bin beim Siegtor komplett ausgeflippt, habe gejubelt und mit der Kurve gesungen.

TAG24: Einer der VfB-Werte heißt: „Jeder hat seine eigene Geschichte mit dem VfB – und damit einen Platz in der großen VfB-Familie, die in guten wie in schlechten Zeiten zusammenhält.“ Wurde das beim VfB in den letzten Jahren gelebt?

Riethmüller: Das ist einer der größten Kritikpunkte der Mitglieder. Sie haben das Gefühl, dass eine große Distanz zwischen ihnen und den Gremien herrscht, beziehungsweise zwischen Mannschaft und Fans. Das ist sicherlich einer der wichtigsten Punkte, um die sich der neue Präsident kümmern muss.

Äußerungen zu Holger Badstubers "Muschi"-Ausraster: Christian Riethmüller gibt Fehler zu

Christian Riethmüller (l-r), Wolf-Dietrich Erhard, Vereinsbeirats-Vorsitzender des VfB Stuttgart, und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen.
Christian Riethmüller (l-r), Wolf-Dietrich Erhard, Vereinsbeirats-Vorsitzender des VfB Stuttgart, und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen.  © dpa/Marijan Murat

TAG24: Sie haben bei Ihrer Vorstellungs-Presserunde Holger Badstuber für seinen "Muschi"-Ausraster kritisiert und sind deshalb in die Schlagzeilen geraten. Können wir von Ihnen solche Statements auch als Präsident erwarten?

Riethmüller: Nein, es ist völlig falsch in der Öffentlichkeit Spieler, Trainer oder Verantwortliche zu kritisieren. Ich habe auch gar nicht Badstuber kritisiert, sondern den Umgang des Vereins mit dem Vorfall. Badstuber hat sich danach entschuldigt, damit ist das erledigt. Mich haben andere Aussagen nach dem Spiel gestört. Man hat das runtergespielt und gesagt, es sei normaler Umgang auf dem Platz. Das halte ich für falsch.

Nachdem von vielen Medien geschrieben wurde "Riethmüller kritisiert Badstuber scharf", habe ich gemerkt: Es war ein Fehler, das so zu sagen. Es ist völlig falsch rübergekommen, was mir leidtut. Auch, weil ich Badstuber für einen überragenden Spieler halte. Es wird von mir keinerlei öffentliche Kritik an einzelnen Personen beim VfB geben.

TAG24: Wilfried Porth und Guido Buchwald stritten sich im Frühjahr nach einer Partie in der VIP-Lounge des VfB. Buchwald trat zurück. Wie hätten Sie als Präsident diese Situation moderiert?

VfB-Präsidentschaftskandidat Riethmüller spricht über Fußball-WM in Katar und Montagsspiele

In der Esslinger Fußgängerzone: VfB-Präsidentschaftskandidat Christian Riethmüller.
In der Esslinger Fußgängerzone: VfB-Präsidentschaftskandidat Christian Riethmüller.

Riethmüller: Wäre ich Präsident gewesen, hätte man das spätestens einen Tag danach im Sinne des Vereins und Buchwalds geklärt gehabt.

TAG24: Was haben Sie eigentlich gegen Gazprom als Investor, ist Geld nicht alles im Fußball?

Riethmüller: Nein, wenn wir beim VfB Stuttgart glaubwürdig und sympathisch sein wollen, dann dürfen wir für Geld nicht alles machen. Das ist eine Kritik, die ich insgesamt am Fußball habe, das fängt mit der WM in Katar an und geht bei den Montagsspielen weiter. Der Profifußball entfernt sich immer weiter vom Fan, deswegen muss sich auch der VfB genau überlegen, wer seine Sponsoren oder Investoren sind.

TAG24: Ihr Rivale Claus Vogt würde als VfB-Präsident kein Uli Hoeneß sein wollen. Was wollen Sie?

Mein Vorbild ist Fritz Keller (DFB-Präsident Anm. d. Red.). Uli Hoeneß hat mit dem FC Bayern in den letzten 40 Jahren viel erreicht.

Wir sind aber der VfB Stuttgart und brauchen keinen Typen wie Hoeneß, sondern eher einen wie Keller, der im Hintergrund unterstützt, ein langfristiges Konzept erstellt und Ruhe in den Verein bringt.

Das TAG24-Interview mit Kandidat Claus Vogt findest Du hier.

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