Schmutziger Wahlkampf um Präsidentenamt beim VfB: Kandidaten beziehen Stellung

Stuttgart - Nach turbulenten Tagen rund um Aussagen von Christian Riethmüller, der am kommenden Sonntag für die Wahl des VfB-Präsidenten kandidiert, haben er, sein Mitbewerber Claus Vogt und der Vereinsbeiratsvorsitzende Wolf-Dietrich Erhard Stellung bezogen.

Christian Riethmüller war unter anderem ein diffarmierender Facebook-Kommentar gegen VfB-Spieler Santiago Ascacibar zum Verhängnis geworden. (Fotomontage)
Christian Riethmüller war unter anderem ein diffarmierender Facebook-Kommentar gegen VfB-Spieler Santiago Ascacibar zum Verhängnis geworden. (Fotomontage)  © Montage: Screenshot Facebook/Christian Riethmüller

Die beiden Kandidaten veröffentlichten am Sonntagabend auf ihren Facebook-Seiten den gleichen Beitrag, in dem sie sich mit den Geschehnissen der letzten Tage auseinandersetzen.

Christian Riethmüller wurde unter anderem im Zuge einer Aussage gegenüber des VfB-Mitgliederausschusses ("Als ich bei Aldi begonnen habe, hatte das Unternehmen bei vielen den Ruf, dass dort nur Türken einkaufen") Rassismus vorgeworfen.

Außerdem geriet ein, mittlerweile von ihm gelöschter, Facebook-Kommentar an die Öffentlichkeit, in dem er nach der Spuckattacke von Santiago Ascacibar gegen Bayer Leverkusens Kai Havertz schrieb: "Wenn der VfB etwas Eier hätte würde der kleine Giftzwerg rausfliegen. Solche fiesen miesen kleinen Stinker haben wir nicht nötig. Hau ab, egal wohin, Hauptsache weit weg..."

In dem Facebook-Post ist nun zu lesen, dass "die öffentlichen Stellungnahmen und Berichte" in den vergangenen Wochen in einer Art und Weise zugenommen haben, "die weder im Sinne der beiden Kandidaten sind, noch dem VfB Stuttgart helfen".

Riethmüller glaubt nicht, dass Claus Vogt für Attacken gegen ihn verantwortlich ist

Christian Riethmüller, Wolf-Dietrich Erhard und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen. (v.l.n.r.)
Christian Riethmüller, Wolf-Dietrich Erhard und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen. (v.l.n.r.)  © Marijan Murat/dpa

Deshalb wird Wolf-Dietrich Erhard, der Vorsitzende des Vereinsbeirats, unter anderem wie folgt zitiert:

"Es ist für uns grundsätzlich inakzeptabel, dass Kampagnen gegen Kandidaten lanciert werden. Wer auch immer die Motivation verspürt, über die Öffentlichkeit einem der beiden Kandidaten zu schaden, um evtl. den eigenen Favoriten zu unterstützen, sollte sich dabei auch überlegen, welchen Schaden er dabei dem VfB Stuttgart zufügt."

Worauf Erhard mit den Kampagnen abzielt, machte Christian Riethmüller bereits in einer Stellungnahme bezüglich des Ascacibar-Kommentars am vergangenen Freitag deutlich, in der er schrieb, dass diverse Medien offenbar anonym zugespielte Aussagen von ihm veröffentlichen und nicht gegenprüfen würden, wie sie tatsächlich gemeint waren (TAG24 berichtete).

Riethmüller schrieb deshalb am Sonntagabend in seinem Statement: "Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt. Vor allem über die Dynamiken in den sozialen Medien, in denen jede unpräzise Aussage gnadenlos seziert wird – teilweise zurecht, und ich denke es ist wichtig, dass die Fans einem Kandidaten auf den Mund und die Finger schauen.

Teilweise gibt es aber auch unhaltbare Gerüchte, mit dem Ziel, mich als Person zu diskreditieren und als Präsident unmöglich zu machen." Und fügte hinzu, dass er ausschließe, dass sein Konkurrent Claus Vogt dafür verantwortlich sei.

Vogt selbst möchte sich zu den einzelnen öffentlich bekannt gewordenen Aussagen von Christian Riethmüller im Übrigen nicht äußern, machte jedoch ebenfalls klar, dass sich alle Beteiligten zu einem "fairen Wahlkampf" verpflichtet haben. Deshalb wünsche er sich "eine kritische Auseinandersetzung in der Sache und zwar im Gespräch und im Austausch mit unseren Mitgliedern".

Am kommenden Sonntag wählen die Mitglieder des VfB Stuttgart bei der außerordentlichen Hauptversammlung in der Hanns-Martin-Schleyer Halle den neuen Vereinspräsidenten.

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