Daimler-Vorstand mischt sich in VfB-Vereinspolitik ein: Mitglieder sind fassungslos!

Stuttgart - Vor der am Sonntag anstehenden Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart, bei der unter anderem über die Abwahl des in der Kritik stehenden Präsidenten Wolfgang Dietrich (70) abgestimmt wird, verhärten sich die Fronten weiter. Jetzt mischt sich auch der Ankerinvestor Daimler mit ein.

Wolfgang Dietrich (70) ist ehrenamtlicher Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V.
Wolfgang Dietrich (70) ist ehrenamtlicher Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V.  © DPA

In den sozialen Netzwerken posteten User ein Schreiben aus dem Daimler-Intranet, in welchem Wilfried Porth (60), Vorstandsmitglied der Daimler AG und Aufsichtsratsmitglied der VfB Stuttgart 1893 AG, die Mitarbeiter des Autobauers gegen eine Abwahl von Wolfgang Dietrich mobilisiert.

"Die Anträge auf Abwahl des Präsidenten lehnen wir ab.", schreibt Porth. Daimler habe "vollstes Vertrauen in den Verein, den Präsidenten und den gesamten Vorstand.", bekräftigte der 60-Jährige.

Da der VfB Stuttgart sich gerade, wie Wolfgang Dietrich bei der Veranstaltung "VfB im Dialog" am vergangenen Dienstag bekräftigte, in Gesprächen mit einem weiteren potenziellen Investor befinde, sei laut dem Daimler-Vorstand Porth "Kontinuität in der Vereinsführung eine Grundvoraussetzung" für weitere Investitionen in die sportliche Weiterentwicklung des Vereins.

Am Ende des Schreibens wendet sich der 60-Jährige mit einem Appell an die Daimler-Mitarbeiter:

"Kommen Sie am Sonntag zur Mitgliederversammlung in die Mercedes-Benz-Arena. Nutzen Sie die Gelegenheit, für Kontinuität, Zusammenhalt und bessere sportliche Zukunftschancen beim VfB zu stimmen."

Übertragen heißt das nichts anderes als: Stimmen Sie pro Wolfgang Dietrich ab.

Daimler Ankerinvestor der VfB AG, Wolfgang Dietrich aber Präsident des e.V.

Wilfried Porth (60) ist Vorstandsmitglied der Daimler AG und sitzt im Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG.
Wilfried Porth (60) ist Vorstandsmitglied der Daimler AG und sitzt im Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG.  © DPA

Nachdem das Schreiben in den sozialen Netzwerken kursierte, zeigten sich einige VfB-Fans bzw. Mitglieder fassungslos.

Einen Hauptkritikpunkt bringt der Twitter-User @Erik_VfB vor. Daimler hält als Ankerinvestor zwar 11,75 Prozent der Anteile an der VfB AG und verfügt darüber hinaus unter anderem über die Namensrechte am Stadion.

Aber: Wolfgang Dietrich ist ehrenamtlicher Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V., woran Daimler keinerlei Anteile hat. Folglich sei eine Einmischung des Autobauers durch einen öffentlichen Aufruf bei einer demokratischen Wahl schlichtweg "Mist".

Der User Luki fragt sich, weshalb Porth dem angeschlagenen VfB-Präsidenten Dietrich den Rücken stärke. Alternativen zum bei vielen in Ungnade gefallenen 70-Jährigen seien sicher zu finden und am Ende zähle letztlich ein erfolgreicher VfB.

Der Blogger und Podcaster Ron vermutet, dass eine knappe Abstimmung am Sonntag erwartet wird und Porth langsam "nervös" werde, deshalb schon seine Mitarbeiter auffordern müsse, beim e.V. mit abzustimmen.

Alles in allem verdichten sich beim VfB Stuttgart die Wolken vor der anstehenden Mitgliederversammlung weiter, erst am heutigen Freitag tauchten an verschiedenen Stellen Brückenbanner mit der Aufschrift "Dietrich raus!" auf (TAG24 berichtete).

Am Sonntag fällt die Entscheidung, ob Wolfgang Dietrich weiterhin Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. bleiben darf. Zumindest bis 2020, dann stünde sein Amt sowieso zur Wahl an.

Die Daimler hält unter anderem 11,75 Prozent der Anteile an der VfB Stuttgart 1893 AG.
Die Daimler hält unter anderem 11,75 Prozent der Anteile an der VfB Stuttgart 1893 AG.  © DPA

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