Bescheidenheit bei VfB-Matchwinner Daniel Didavi: "Ich bin nicht mehr so eitel!"

Stuttgart - Es war ein souveräner Sieg. 3:0 (2:0) fertigte der VfB Stuttgart Zweiligakonkurrent Erzgebirge Aue ab und einer ragte heraus: Daniel Didavi (TAG24 berichtete).

Daniel Didavi (r) vom VfB Stuttgart jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Atakan Karazor (2.v.r) vom VfB Stuttgart. John-Patrick Strauß von Erzgebirge Aue ist im Vordergrund zu sehen.
Daniel Didavi (r) vom VfB Stuttgart jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Atakan Karazor (2.v.r) vom VfB Stuttgart. John-Patrick Strauß von Erzgebirge Aue ist im Vordergrund zu sehen.

Mit seinem Doppelpack zum 2:0 brachte er die Schwaben auf die Siegesstraße und sprühte vor Spielwitz. Der Nürtinger selbst blieb aber bescheiden: "Ich bin älter geworden. Mir ist nicht mehr so wichtig, ob ich ein oder zwei Tore schieße", erklärte er nach der Partie.

Generell war er mit der Mannschaftsleistung unzufrieden: "Es ist noch Luft nach oben. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber auch nicht gut." Er monierte: "Uns fehlt die Zielstrebigkeit!" Damit bezog er sich vor allem auf die zweite Hälfte. Erst in der 90. Minute gelang es den Schwaben durch ein Tor von Mario Gomez den Deckel drauf zu machen.

Persönlich dürfte Didavi, auch wenn er es nicht zugeben mag, jedoch zufrieden sein. Nicht nur wegen seines Doppelpacks gegen Aue, sondern aufgrund seiner aktuellen Top-Form.

Er wirkte zuletzt fit, wie schon lange nicht mehr. Mit seiner Verletzungshistorie ist das alles andere als selbstverständlich. Erst in der Hinrunde musste der Zehner sechs Wochen pausieren (Muskelbündelriss). Wie sehr er dem VfB in dieser Zeit fehlte, zeigten die Ergebnisse: vier Niederlagen und nur zwei Siege.

Daniel Didavi trauert Ex-VfB-Coach Tim Walter hinterher

Daniel Didavi (l) vom VfB Stuttgart jubelt nach seinem Tor zum 2:0.
Daniel Didavi (l) vom VfB Stuttgart jubelt nach seinem Tor zum 2:0.  © Tom Weller /DPA

Feinfühlige Belastungssteuerung soll nun helfen, einer erneuten Verletzung vorzubeugen, wie VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo bereits häufiger betonte.

So saß Didavi beispielsweise beim 1:1-Remis auf St. Pauli vergangene Woche über die gesamte Spielzeit auf der Bank, was ihm selbst natürlich nicht gefiel: "Dafür bin ich zu ehrgeizig", erklärte der Mittelfeldmann.

Grundsätzlich hat er gegen weniger Einsatzzeit aber nichts einzuwenden. "Ich bin nicht mehr so eitel. Früher war das ein bisschen anders, da hat man noch mehr auf sich geschaut", verriet Didavi.

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Eitelkeiten gibt es für ihn, auch was seine Position betrifft, keine mehr. Im Pokal gegen Bayer Leverkusen spielte er beispielsweise als einzige Spitze. "Es ist mir scheißegal, ob ich auf der Acht, auf der Zehn oder als Falsche Neun spiele. Ich will der Mannschaft helfen", sagte Didavi.

Ein anderes Thema machte dem 29-Jährigen allerdings zu schaffen: "Da war ich traurig", kommentierte er die Entlassung von Ex-Stuttgart-Trainer Tim Walter, der im Dezember seinen Hut nehmen musste. Es war kein Geheimnis, dass sich Didavi und Walter gut verstanden. Sie haben weiterhin Kontakt, verriet Didavi. Aber auch mit dem neuen Trainer Matarazzo hat Didavi kein Problem. Der Zehner versicherte: Sie haben ein "gutes Verhältnis."

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