VfB-Kicker Daniel Didavi haderte mit schwerem Schicksal: "Fühlte sich für mich an, wie zu sterben!"

Stuttgart - Daniel Didavi ist vielleicht der beste Kicker der 2. Fußball-Bundesliga. Zuletzt lieferte der Spielmacher des VfB Stuttgart zumindest einige Argumente dafür.

Zuletzt bei der Partie in Bochum: Stuttgarts Daniel Didavi und Anthony Losilla kämpfen um den Ball.
Zuletzt bei der Partie in Bochum: Stuttgarts Daniel Didavi und Anthony Losilla kämpfen um den Ball.  © David Inderlied/dpa

Auf dem Rasen zockte er mit viel Spaß und die Gegner schauten oftmals in die Röhre. Wie beim vergangenen Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue, als Didavi mit zwei Treffern die Partie fast im Alleingang entschied.

Dass der 29-Jährige wieder mit so viel Spaß am Werke ist, ist allerdings alles andere als selbstverständlich. Denn seine Verletzungshistorie spricht Bände.

Erst in der Hinrunde fiel Didavi für mehrere Wochen wegen eines Muskelbündelrisses aus. Dabei handelte es sich allerdings um eine eher harmlose Geschichte, wenn man einen Blick auf Didavis Vergangenheit wirft. (TAG24 berichtete)

Bereits mit 20 Jahren erlitt der Mittelfeldkünstler, der damals vom VfB nach Nürnberg ausgeliehen war, in einem Testspiel eine schwere Knieverletzung.

Einen Knorpelschaden, der dafür sorgte, dass das Talent in der kommenden Bundesligasaison 2012/13 für den VfB Stuttgart nur wenige Kurzeinsätze bestritt.

So lernte VfB-Kicker Didavi, mit seinem Schicksal zu leben

VfB-Kicker Daniel Didavi sitzt am Boden nachdem er sich bei der Partie gegen Wehen Wiesbaden verletzt hatte.
VfB-Kicker Daniel Didavi sitzt am Boden nachdem er sich bei der Partie gegen Wehen Wiesbaden verletzt hatte.  © Tom Weller/dpa

Eigentlich sollte Didavi bereits nach sechs Monaten Pause sein Comeback feiern, doch stattdessen folgten mehrere Operationen, Rehas und Dutzende Arztbesuche.

"Herr Didavi: Möglicherweise ist das das Ende“, sagte einer der Ärzte, ein Jahr nachdem er sich den Knorpelschaden zugezogen hatte. Dies erzählte Didavi in einem Interview mit dem Fußballmagazin "11-Freunde".

Dabei erinnerte er sich an die wohl schwerste Zeit in seiner Karriere: "Dass ich den Fuß­ball – den Mit­tel­punkt meines Lebens – even­tuell ver­lieren könnte, fühlte sich für mich an wie zu sterben."

Für Didavi drehte sich damals als junger Kerl eben alles um das runde Leder. Er begann, an sich zu zweifeln und haderte mit seinem Schicksal.

"Warum muss aus­ge­rechnet ich all das erleben? Warum kann ich das, was ich so liebe, nicht mehr machen? ", waren Fragen, die dem junge Didavi im Kopf herumschwirrten.

Er stellte klar: "Es war eine Zeit, in der ich defi­nitiv am Boden lag." Didavi lernte aber mit seinem Schicksal zu leben. Besonders hilfreich war dabei eine Reise mit seinem Vater in dessen Heimatland Benin (Westafrika).

"Dort ange­kommen rea­li­sierte ich, weit weg vom Fuß­ball, in wel­chen Umständen ich lebte und wie ­viel nega­tive Gedanken sich in meinem Kopf befanden", erzählte Didavi und ihm wurde klar, "wie wenig es sich lohnt, mit dem eigenen Schicksal zu hadern."

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