Wieder Fehlstart, Gomez-Abseits und Hektik: VfB spielt nur Remis in Darmstadt

Darmstadt - Große Hektik am Böllenfalltor! Am 17. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart nur 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen Darmstadt 98 gespielt und damit die Patzer der direkten Konkurrenz in der Tabelle nicht ausgenutzt.

Darmstadts Tobias Kempe bejubelt seinen Treffer zum 1:0 in der 20. Minute.
Darmstadts Tobias Kempe bejubelt seinen Treffer zum 1:0 in der 20. Minute.  © Uwe Anspach/dpa

Tobias Kempe brachte die Hausherren in Führung (20.), kurz vor der Halbzeit glich Borna Sosa für den VfB aus (45.).

Wie schon beim vergangenen 3:1-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg setzte VfB-Trainer Tim Walter wieder auf Fabian Bredlow im Tor. Die einzige Änderung gab es im Mittelfeld: Dort durfte Silas Wamangituka von Beginn an ran, über den in der letzten Woche Spekulationen bezüglich seiner Identität aufgekommen waren (TAG24 berichtete). Spielmacher Daniel Didavi saß dafür zunächst auf der Bank.

Der VfB nahm von Beginn an das Zepter im Merck-Stadion am Böllenfalltor in die Hand, spielte gewohnt mit viel Ballbesitz und übte Druck auf den Darmstädter Kasten aus.

In der ersten Viertelstunde kam die Walter-Truppe jedoch zu keiner nennenswerten Großchance. Die Darmstädter zogen sich teilweise weit zurück, verteidigten mit allen Männern in der eigenen Hälfte und lauerten auf Konter.

Konnte über weite Strecken des Spiels mit seiner Truppe nicht zufrieden sein: VfB-Trainer Tim Walter.
Konnte über weite Strecken des Spiels mit seiner Truppe nicht zufrieden sein: VfB-Trainer Tim Walter.  © Uwe Anspach/dpa

Dann folgte die 20. Minute - und die fast schon symptomatische VfB-Krankheit zeigte sich. Nach einem schlampigen Fehlpass in der eigenen Hälfte bekamen die Lilien einen Einwurf, den sie schnell ausführten.

In der Mitte hatte Marvin Mehlem dann zu viel Platz, schickte Stürmer Kempe steil, der das Duell gegen Nathaniel Phillips für sich entschied und mit einem satten Linksschuss Torhüter Bredlow keine Chance ließ. Der VfB lag 0:1 hinten - schon wieder!

Die Fans am Böllenfalltor waren erwacht und die Stuttgarter hatten Mühe, sich von dem Schock zu erholen. Es fehlte im letzten Drittel stark an Spielfreude und Kombinationssicherheit. Dazu blieben die blau-weißen auf der Gegenseite stets brandgefährlich.

In der 35. Minute parierte Bredlow einen Fernschuss von Dumic und musste den Nachschuss von Mehlem aus spitzem Winkel ebenfalls entschärfen - hier hätte gut und gerne der zweite Treffer der Darmstädter fallen können.

Der VfB wirkte ideen- und mutlos, das ganze Spiel plätscherte träge hin zum Halbzeitpfiff. Doch dann wie aus dem Nichts folgte der Ausgleich!

In der 45. Minute flankte Wamangituka von rechts in den Sechzehner, wo Gonzalo Castro zum Kopfball kam. Darmstadt-Keeper Marcel Schuhen konnte nur nach vorne abwehren, wo Sosa sich bedankte und mit einem Linksschuss aus sechs Metern auf 1:1 stellte.

Mario Gomez hadert, nachdem sein vermeintlicher Treffer zum 2:1 wieder wegen einer äußerst knappen Abseitsstellung aberkannt wurde.
Mario Gomez hadert, nachdem sein vermeintlicher Treffer zum 2:1 wieder wegen einer äußerst knappen Abseitsstellung aberkannt wurde.  © Uwe Anspach/dpa

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde es dann richtig ruppig. Die Zweikämpfe wurden härter, Schiedsrichter Patrick Ittrich musste das eine oder andere Mal schlichtend eingreifen.

Auch Walter ließ sich von der Stimmung anstacheln und sah in der 53. Minute die Gelbe Karte. Es ging Hin und Her zwischen den beiden Teams, es entstanden Chancen auf beiden Seiten.

Dann zappelte der Ball in der 65. Minute plötzlich im Netz, als Mario Gomez eine Sosa-Flanke zur vermeintlichen VfB-Führung verwandelte - doch wie in den letzten beiden Spielen so oft stand der Ex-Nationalspieler die berühmte mikrige Gomez-Einheit im Abseits, wie der Videobeweis später bestätigte.

Gegen Ende des Spiels war der VfB dann die klar bessere Mannschaft. In der 78. Minute hatte Philipp Förster noch einmal eine Riesenchance, setzte den Ball aber an den rechten Pfosten. Den Nachschuss von Ascacibar konnte Immanuel Höhn auf der Linie klären.

Die Stuttgarter versuchten alles, um das entscheidende 2:1 noch zu erzielen, doch die Murmel wollte einfach nicht über die Linie. Die Darmstädter warfen sich mit allem, was sie hatten, in die Bälle, um das aus ihrer Sicht starke 1:1 zu verteidigen - und es gelang ihnen.

Somit konnte der VfB die Unentschieden von Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV nicht ausnutzen und bleibt weiter auf dem dritten Tabellenplatz.

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