Tiefe Krise beim VfB: Auch Frankfurt zerlegt schwache Stuttgarter

Stuttgart - Langsam wird es düster rund um Stuttgart und den VfB: Am zehnten Spieltag verlieren weitestgehend harmlose Schwaben mit 0:3 (0:2) gegen die Frankfurter Eintracht.

Den Willen konnte man dem VfB im Duell gegen die SGE nicht absprechen.
Den Willen konnte man dem VfB im Duell gegen die SGE nicht absprechen.  © DPA

Sébastian Haller sorgte mit dem 1:0 für den Frühstart der Frankfurter (11.). Das 2:0 erzielte Ante Rebic (32.). Joker Nicolai Müller setzte mit dem 3:0 den Schlusspunkt (89.)

VfB-Coach Markus Weinzierl (43) setzte nach den beiden 0:4-Klatschen in der Bundesliga auf Kontinuität, so ersetzte er gegenüber dem Spiel bei der TSG Hoffenheim (TAG24 berichtete) einzig den wegen Rot gesperrten Emiliano Insúa. Für ihn rutsche Dennis Aogo in die Startelf, der nach seinem Muskelfaserriss (TAG24 berichtete) sein Comeback gab.

Auch Eintracht-Coach Adi Hütter wechselte nur einmal gegenüber dem 1:1-Unentschieden beim 1.FC Nürnberg. So ersetzte Stürmer Sébastian Haller Mittelfeldspieler Mijat Gaćinović .

Bereits in den ersten Minuten blitzte die gute Form der Eintracht auf. So schockte Ante Rebic den VfB, als der Ball im Netz der Stuttgarter zappelte, doch der Videoassistent entschied korrekterweise auf Abseits. (3.)

Die Schwaben starteten zunächst gut in die Partie, zeigten sich dynamisch im Spiel nach vorne. So verfehlte Mario Gomez per Kopf nur knapp das Eintracht-Gehäuse, nachdem ihn Pablo Maffeo mit einer Flanke gut in Szene setzte.

Doch kaum hatte man das Gefühl, es könnte nach den letzten schwachen Auftritten endlich aufwärts für den VfB gehen, passierte es: Frankfurts Luka Jovic kam zum Schuss, VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler konnte den Ball zwar zur Seite abwehren, allerdings stand dort Eintrachts französischer Super-Stürmer Haller, der den Ball zum 1:0 abstaubte. (11.)

Meistens ein Schritt schneller als der VfB: Die Eintracht aus Frankfurt mit Stürmer Sébastian Haller.
Meistens ein Schritt schneller als der VfB: Die Eintracht aus Frankfurt mit Stürmer Sébastian Haller.  © DPA

Die Stuttgarter waren nach dem erneut frühen Gegentreffer geschockt, während die SGE aus Hessen das Spiel kontrollierte. Sie ließen Ball und Gegner laufen. Vom anfänglichen VfB-Mut zur Offensive, war in den Minuten nach dem Gegentreffer nicht mehr viel zu sehen.

Doch in der 25. Minute fasste sich der argentinische VfB-Stürmer Nicolás González mal ein Herz und tankte sich mit Tempo durchs Mittelfeld. So spielte er schließlich einen Doppelpass mit Aogo, der den Ball auf González zurückflankte - doch González drückte den Ball knapp über das Tor der Eintracht.

Wieder zeigte der VfB ganz gute Ansätze, doch mehr eben auch nicht. Anders die SGE, die vor Selbstvertrauen strotzte. So war es in der 32. Minute schließlich Rebic, der für Frankfurt per Kopf das 2:0 besorgte. Defensiv-Verhalten war bei den Schwaben in dieser Situation nicht existent.

Wenn beim VfB in der ersten Hälfte mal was ging, dann über den Argentinier González, der nach einer Ecke per Kopf denn Ball knapp übers SGE-Gehäuse setzte (41.) Dieser setzte paar Minuten später Gomez gut in Szene, doch der verfehlte ebenfalls das Tor.

Insgesamt machte sich beim VfB nach der ersten Hälfte die Angst breit, dass sie das gleiche Schicksal wie bei den letzten Bundesliga-Pleiten erleiden könnten. Die Frankfurter führten zurecht mit 2:0 gegen teilweise überforderte Schwaben.

Machte wie der gesamte VfB, ein gutes Spiel in Ansätzen: Der Argentinier Nicolás González.
Machte wie der gesamte VfB, ein gutes Spiel in Ansätzen: Der Argentinier Nicolás González.  © DPA

In der zweiten Hälfte starteten die Frankfurter wieder mit einem gefährlichen Angriff, doch Eintrachts Jovic legte den Ball nach langem Anspiel knapp am Tor der Schwaben vorbei (49.).

Die Stuttgarter dagegen blieben auch zu Beginn des neuen Abschnitts harmlos, während die Frankfurter immer Mal wieder Nadelstiche setzen konnten.

So traf Jovic in der 56. Minute das Außennetz und zwei Minuten später lief der Frankfurter Stürmer direkt auf VfB-Keeper Zieler zu, überlupfte diesen, doch eben auch das Stuttgarter Gehäuse.

In der 64. Minute verfehlte erneut der starke Jovic nur knapp das VfB-Tor nach einem Distanzschuss.

Die Eintracht agierte zum Glück der Brustringträger nicht mehr so konsequent wie im ersten Durchgang.

So hätte Haller in der 67. Minute den Sack zumachen müssen, nachdem er alleine auf Zieler zulief, doch versuchte er diesen etwas zu lässig zu überlupfen.

In der 79. Minute hatte Rebic nochmal die Chance, die Partie zu entscheiden, doch dessen Distanzschuss zischte rechts am Tor der Stuttgarter vorbei. Für Rebic, der ein gutes Spiel machte, war es die letzte Aktion. Der Ex-HSVler Nicolai Müller ersetzte ihn.

Joker Müller schlug auch gleich zu. Er setzte den Schlusspunkt zum 3:0-Sieg für die Frankfurter gegen den VfB Stuttgart.

Den Stuttgartern musste man in Anbetracht der zweiten Hälfte vorwerfen, dass sie sich nicht genug gegen die Niederlage stemmten. Sie zeigten zwar wieder gute Ansätze, dennoch muss man die Bilanz unter Coach Weinzierl festhalten: Drei Spiele, drei Niederlagen, elf Gegentore und kein einziger eigener Treffer. Auch nach der Partie gegen Frankfurt bleiben also die alten Probleme.

Der VfB ist nun zumindest für eine Nacht alleiniges Schlusslicht der Bundesliga.

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