Darum droht dem VfB ein ungemütlicher Winter

Hatte es schon mal leichter: VfB-Coach Hannes Wolf.
Hatte es schon mal leichter: VfB-Coach Hannes Wolf.  © DPA

Stuttgart - Dieses Aufeinandertreffen hätte sich Holger Badstuber sicher unter anderen Voraussetzungen gewünscht.

Fast 15 Jahre spielte der Verteidiger für den FC Bayern München, an diesem Samstag (15.30 Uhr) trifft er viele seiner alten Kollegen wieder. Für den 28-Jährigen und den VfB Stuttgart hätte das der schöne Abschluss eines ereignisreichen Jahres werden können. Nun aber droht den Schwaben der "Worst Case", der laut Sportvorstand Michael Reschke im Falle einer Niederlage gegen den Rekordmeister eintreten würde. Bereits jetzt stecken Badstuber und der VfB mitten im Abstiegskampf.

Die vergangenen drei Spiele haben die Schwaben allesamt verloren, eine solche Negativserie ist ein Novum unter Trainer Hannes Wolf. Dass diese Serie reißt, halten selbst einige VfB-Profis wie Ex-Nationalspieler Andreas Beck für unwahrscheinlich. Auf "zehn Prozent" bezifferte er die Siegchancen gegen die Bayern.

Wolf äußert sich da zumindest etwas optimistischer. "Wir gehen immer mit dem Ziel ins Spiel, zu gewinnen", sagte der 36-Jährige. Um die Schwere der Aufgabe ist aber auch er sich bewusst: "Das ist die beste deutsche Mannschaft und eine der besten überhaupt."

Auf ihn muss der VfB verzichten: Chadrac Akolo.
Auf ihn muss der VfB verzichten: Chadrac Akolo.

Auch die jüngste Bilanz gegen die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes dürfte dem Aufsteiger alles andere als Mut machen. Die vergangenen 12 Spiele gegen die Bayern gingen alle verloren. Lediglich ein Tor gelang den Schwaben in den vergangenen fünf Duellen.

Und dann fehlt in Chadrac Akolo der mit vier Treffern bisher beste Torschütze des VfB wahrscheinlich wegen einer Rippenprellung. Anastasios Donis und Daniel Ginczek fallen ohnehin aus. "Bitter", nennt Wolf das. "Aber als Alibi will ich das nicht benutzen."

Stattdessen fokussiert sich der Coach auf die Defensive. Auch gegen die Bayern müsse seine Mannschaft wieder "sehr gut verteidigen, was wir schon oft geschafft haben in dieser Saison". Badstuber dürfte erneut als zentrale Figur in der von ihm bevorzugten Dreierkette auflaufen.

Im Angriff könnte wegen der zahlreichen Ausfälle der zuletzt formschwache Simon Terodde erneut eine Chance von Beginn an bekommen. Grundsätzlich fordert Wolf gerade von seinen Offensivspielern eine andere Einstellung als zuletzt beim 0:1 gegen 1899 Hoffenheim, als der VfB kaum Torchancen hatte.

"Die Mentalität der Mannschaft ist entscheidend und da waren wir in Hoffenheim nicht auf unserem höchsten Level", sagte der Coach. Gegen die Münchner muss sich das ändern, im schlimmsten Fall würde der VfB bei einer Niederlage auf den Relegationsplatz abrutschen. Aber selbst dann wäre Wolf wohl alles andere als beunruhigt.

"Die Saison wird nicht morgen entschieden", sagte er mit Blick auf die Rückrunde. "Das ist wie ein Marathonlauf. Morgen sind wir dann bei ungefähr 20 Kilometern. Aber die härteste Phase kommt noch."


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