Nächste Pokal-Überraschung! Rostock schmeißt VfB Stuttgart raus

Rostock - Welch eine Leidenschaft! Drittligist FC Hansa Rostock hat den Bundesligisten VfB Stuttgart mit den Tugenden Wille, Hingabe, Mannschaftsgeist und Kampf knapp und auch etwas glücklich mit 2:0 geschlagen. Denn der VfB war die bessere und spielbestimmende Mannschaft, die das Tor nur einfach nicht treffen wollte.

Hart umkämpft: Die Rostocker Cebio Soukou (links) und Stefan Wannewetsch (rechts) setzen sich gegen Stutgarts Holger Badstuber (Mitte) durch.
Hart umkämpft: Die Rostocker Cebio Soukou (links) und Stefan Wannewetsch (rechts) setzen sich gegen Stutgarts Holger Badstuber (Mitte) durch.  © DPA

Die Tore für Rostock im mit 24.000 Zuschauern sehr gut gefüllten Ostseestadion erzielten Cebio Soukou (8.) und Mirnes Pepic (84.).

Einige Zuschauer der Rostocker brannten kurz vor Beginn viele bengalische Feuer ab. Als sich die Nebelschwaden verzogen hatten, hatte der VfB durch Mario Gomez die erste Chance des Spiels, aber der ehemalige Nationalstürmer schoss den Ball in arger Bedrängnis knapp über die Latte (3.).

Doch der Drittligist ging in Führung! Kurz bevor VfB-Abwehrchef den Ball klären konnte, spritzte Soukou in die Ausholbewegung des langjährigen Nationalspielers, luchste ihm die Kugel ab, lief frei auf Ron-Robert Zieler zu und überwand diesen aus halbrechter Position mit einem klugen Schuss aus zehn Metern cool per Außenrist - 1:0 für Rostock (8.)!

Der VfB bestimmte in der Folge das Spiel, fand aber gegen die gut organisierte und zweikampfstarke Deckung der Hausherren keine Mittel - bis auf einen klasse Distanzschuss von Dennis Aogo. Dessen Kracher strich nur um wenige Zentimeter am Tor vorbei (28.).

Nur zwei Minuten später legte Mario Gomez auf seinen Sturmpartner Nicolas Gonzalez ab, dessen Schuss in letzter Sekunde noch geblockt wurde.

Auch Timo Baumgartl, der überhastet drüberschoss (34.) und erneut Aogo mit einem spitzohrigen Freistoß, den Hansa-Keeper Ioannis Gelios gut parierte (40.) hatten weitere Gelegenheiten.

Der Rostocker Julian Riedel (links) und der Stuttgarter Mario Gomez (rechts) im Zweikampf, der Stuttgarter Nicolas Gonzalez (Mitte) verfolgt die Szene.
Der Rostocker Julian Riedel (links) und der Stuttgarter Mario Gomez (rechts) im Zweikampf, der Stuttgarter Nicolas Gonzalez (Mitte) verfolgt die Szene.  © DPA

Nach der Halbzeitpause ging es munter weiter mit der Stuttgarter Drangphase. Nach zwei Halbchancen flankte der starke Gomez mit viel Gefühl auf Gonzalez, doch der Kopfball des 20-Jährigen strich haarscharf am Tor vorbei (52.). Auch weitere Möglichkeiten brachten nichts Zählbares ein.

Hansa startete nur selten Entlastungsangriffe, bei denen die dauerbeschäftigten Abwehrspieler mal durchschnaufen konnten. Ansonsten agierten sie wie ein echtes Team, jeder warf sich in die Bälle und Gegenspieler, womit die Stuttgarter ihre Probleme hatten.

Der VfB machte ansonsten eigentlich gar nicht so viel falsch - er traf nur einfach nicht ins Tor!

Das rächte sich. Nachdem sich Soukou bei einem der wenigen Rostocker Konter erst durchsetzte und dann den Ball klasse weiterleitete, traf Pepic mit einem technisch anspruchsvollen Schuss aus 15 Metern zum 2:0 (84.)!

In der Folge passierte nichts mehr. Der Jubel in Rostock kannte keine Grenzen mehr.

Hansa Rostock feierte dank einer starken Mannschaftsleistung einen etwas glücklichen, hart erkämpften Erfolg über den VfB Stuttgart, dem es an diesem Abend schlichtweg an der Effektivität im Abschluss mangelte.

Cebio Soukou (r.) erzielt das 1:0 für den FC Hansa Rostock.
Cebio Soukou (r.) erzielt das 1:0 für den FC Hansa Rostock.  © Imago

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