Mit vollem Risiko: VfB-Keeper Gregor Kobel wird immer besser

Stuttgart - Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart gelang mit elf Punkten aus fünf Spielen ein wirklich ordentlicher Saisonstart.

VfB-Trainer steht an der Seitenlinie: Tim Walter.
VfB-Trainer steht an der Seitenlinie: Tim Walter.  © dpa/Daniel Maurer

Nach Abstieg, Kader-Umbruch und neuen Trainer war dies sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Vor allem das komplizierte System, das VfB-Coach Tim Walter spielen lässt, machte einigen zunächst sorgen.

Dies ist nämlich geprägt von Ballbesitz und vielen Positionswechseln, wofür die Kicker einiges an Tempo brauchen - mit und ohne Ball.

Dies thematisierte VfB-Keeper Gregor Kobel bereits nach dem 2:2 in Heidenheim am zweiten Spieltag, als die Schwaben eine 2:0-Führung verspielten.

"Ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, dass wir zu viele Räume zugelassen haben und, dass wir im Umschaltspiel etwas zu träge waren", platzte dem Schweizer damals mächtig der Kragen. (TAG24 berichtete)

Kobel prangerte in diesem Zuge außerdem den fehlenden Willen der VfB-Kicker an.

VfB-Keeper Gregor Kobel findet: Für den Fußball seines Trainers Tim Walter braucht man Eier

Gregor Kobel fängt im Trainingslager des VfB Stuttgart in Kitzbühel einen Ball.
Gregor Kobel fängt im Trainingslager des VfB Stuttgart in Kitzbühel einen Ball.  © DPA/ Maximilian Haupt

Worte eines jungen Keepers, die zeigen: Der Typ ist direkt.

Ähnlich gibt sich Kobel nun auch im Vorfeld der Auswärtspartie am kommenden Samstag in Regensburg (13 Uhr).

"Die Ergebnisse passen bisher, aber wir müssen schon noch an Dingen arbeiten, vorne unsere Chancen besser nutzen, hinten cleverer verteidigen. Für viele von uns ist diese Art von Fußball neu. Dafür machen wir es bisher gut", sagte Kobel gegenüber der "Bild".

Das als kompliziert geltende System seines Trainers gefällt dem Schweizer, wie er ebenfalls im "Bild"-Interview erklärt: "Für den offensiven, attraktiven Stil, den der Trainer sehen will, brauchst du möglichst viele Leute vorne. Und du brauchst Eier, wie man so schön sagt. Heißt: Den Mut, es hinten auch mal Eins-gegen-Eins zu verteidigen. Mir gefällt das, die Bälle nicht nur hinten rauszuhauen, sondern ein gewisses Risiko zu gehen.“

Und dieses Risiko fordert der VfB-Coach Walter offensiv von seinem Keeper ein. In einem Pressegespräch vor der Saison betonte der VfB-Trainer nämlich, er wolle einen verrückten Schlussmann, der mutig ist und keine Angst hat.

Wie neben seinen Worten, seine bisherige Performance zeigt: Diesen Typus Torwart hat Walter in Gregor Kobel gefunden. Nach anfänglichen Unsicherheiten wirkt der 22-Jährige zudem von Spiel zu Spiel souveräner.

Kleiner schwäbischer Wermutstropfen: Kobel ist von der TSG Hoffenheim nur ausgeliehen. Wie es für ihn nach dieser Saison weitergeht, steht also noch in den Sternen.

Mehr zum Thema VfB Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0