VfB Stuttgart dreht Partie gegen Hannover, doch das reicht nicht

Stuttgart - Was für ein irrer Kick zum Start der Rückrunde! Der VfB Stuttgart spielt nach einer katastrophalen ersten Halbzeit gegen Hannover 96 noch 2:2 (0:1) - was aus Sicht der Schwaben klar zu wenig ist.

Marvin Ducksch erzielte in der 13. Spielminute das 1:0 für Hannover 96.
Marvin Ducksch erzielte in der 13. Spielminute das 1:0 für Hannover 96.  © Swen Pförtner/dpa

Marvin Ducksch brachte die Gastgeber in der HDI-Arena vor rund 35.000 Zuschauern in Führung (13.). Nicolas Gonzalez glich unmittelbar nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte für den VfB aus (46.), bevor Silas Wamangituka (62.) das Spiel komplett drehte. Edgar Prib besorgte dann in der 74. Minute das 2:2 für Hannover.

VfB-Trainer Tim Walter, um den es im Vorfeld der Partie einige Spekulationen bezüglich seiner Jobsicherheit gab, veränderte gegenüber dem vorigen 1:1-Unentschieden in Darmstadt seine Startformation auf drei Positionen.

Kapitän Marc-Oliver Kempf rückte nach abgesessener Rotsperre wieder in die Innenverteidigung, Philipp Klement ins rechte Mittelfeld und Spielmacher Daniel Didavi in die offensive Schaltstelle hinter den Stürmern Gomez und Wamangituka. Draußen blieben Borna Sosa (angeschlagen), sowie Philipp Förster (Gelbsperre).

Die Stuttgarter begannen die Partie äußerst hektisch, machten viele Leichtsinnsfehler und luden die Gastgeber zu Chancen ein. In der 13. Spielminute zeigte sich dann das mittlerweile typische VfB-Gespenst in Form eines frühen Rückstands. Stuttgarts Endo verlor den Ball am eigenen Strafraum, Hannovers Maina bedankte sich und bediente Stürmer Marvin Ducksch, der an VfB-Keeper Bredlow vorbei ins lange Eck einschob.

Nicolas Gonzalez glich für den VfB nur 12 Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte aus.
Nicolas Gonzalez glich für den VfB nur 12 Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte aus.  © Swen Pförtner/dpa

Doch auch durch diesen Wirkungstreffer wurde die Walter-Truppe nicht wach - die Hannoveraner hatten das Spiel ganz klar im Griff und kamen immer wieder zu kleineren Möglichkeiten, ließen diese aber ungenutzt.

Es war teilweise haarsträubend, wie leicht es der VfB dem Gegner machte. Didavi und Klement mussten mehr verteidigen, als etwas nach vorne zu tun, wodurch Gomez und Wamangituka blass blieben.

Die 96er brauchten lediglich etwas Pressing, um Stuttgart in Verlegenheit zu bringen. In der 34. Minute vergab Maina mit einem Nachschuss aus guter Position - das 2:0 für Hannover schien fast nur eine Frage der Zeit zu sein.

Als der Pfiff zur Halbzeit ertönte, dürften die Schwaben tief durchgeatmet haben - denn das war bis zu diesem Zeitpunkt schlichtweg nichts. Keine einzige Großchance für Stuttgart wurde verzeichnet.

Insgesamt ist das Ergebnis für die Stuttgarter deutlich zu wenig.
Insgesamt ist das Ergebnis für die Stuttgarter deutlich zu wenig.  © Swen Pförtner/dpa

Doch dann! Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde das Spiel völlig auf den Kopf gestellt - und wie verrückt noch dazu.

Tim Walter brachte Nicolas Gonzalez für Philipp Klement und der Argentinier ließ sich nicht lange bitten. Ganze elf Sekunden nach dem Anpfiff wurde er von Didavi mit einem Steilpass bedient und netzte zum 1:1-Ausgleich ein!

Die VfB-Fans in der HDI-Arena waren aus dem Häuschen, Bengalos wurden gezündet. Die Hannoveraner hingegen ließen sich aber nicht aus der Fassung bringen und spielten mutig weiter nach vorne. Beide Teams kamen zu guten Gelegenheiten, die Zweikämpfe wurden rassiger.

Und dann jubelten plötzlich die weiß-roten erneut: In der 62. Minute setzte sich der richtig starke Gonzalez links durch und brachte die Hereingabe in den Strafraum - dort rückte Silas Wamangituka an und traf aus spitzem Winkel den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball über die Linie ging.

Dann übernahmen die Stuttgarter etwas mehr Kontrolle über das Spiel und tauchten immer häufiger in der Hälfte von Hannover auf. Aber das Spiel hatte noch etwas vor: Nach einem Angriff des VfB fuhren die 96er einen Konter, an dessen Ende Edgar Prib zum 2:2 ins kurze Eck traf - wobei Stuttgart-Keeper Fabian Bredlow keine gute Figur machte.

Am Schluss wurde es nochmal richtig intensiv, wobei der VfB jedoch die klar besseren Chancen hatte - die größte durch Santiago Ascacibar, der mit einem Kopfball-Aufsetzer am Pfosten scheiterte (88.). Da der Hamburger SV ebenfalls 2:2 spielte, überwintert der VfB auf dem dritten Tabellenplatz.

Ob dieses Spiel die Diskussionen um Tim Walter runterkochen wird, darf bezweifelt werden.

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