Meine Meinung: "Muschi"-Strafe für VfB-Spieler Badstuber muss wehtun!

Stuttgart - Nach der Pleite des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel kommt es zum Aufschrei.

Wären wahrscheinlich am liebsten im Boden versunken: Orel Mangala (l.), Mario Gomez (M), Emiliano Insua (r) vom VfB Stuttgart nach der Pleite gegen Kiel.
Wären wahrscheinlich am liebsten im Boden versunken: Orel Mangala (l.), Mario Gomez (M), Emiliano Insua (r) vom VfB Stuttgart nach der Pleite gegen Kiel.

Erst verschwindet Holger Badstuber wutentbrannt nach seinem durchaus verdienten Platzverweis in den Kabinengang, dann wird laut über seinen Ausraster diskutiert. Die einen kritisieren Badstuber, andere würden den Vorfall dagegen lieber unter den Teppich kehren.

Inzwischen ermittelt das DFB-Sportgericht wegen der Wortwahl des VfB-Profis.

"Ihr seid Muschis geworden", plärrte Badstuber offenbar in Richtung der Schiedsrichter, nachdem ihm die Gelb-Rote Karte gezeigt wurde.

In der Kindersprache verwendet man diesen Ausdruck gerne für Katzen, doch Badstuber dürfte eher eine andere Bedeutung gemeint haben, nämlich "Vulva".

Damit will der deutsche Ex-Nationalspieler zum Ausdruck bringen, dass die Schiedsrichter heutzutage verweichlicht sind. Dass sie zu strikt nach den Regeln pfeifen. Oder anders gesagt: Sie sind zu unmännlich geworden.

Ja, Badstubers Ausraster ist sexistisch. Und ich finde, wir müssen darüber reden. Es handelt sich nämlich um keine Ausnahme im Fußball, wie auch die Worte von Mario Gomez nach der Partie belegen.

Nach Ausraster des VfB-Profis Holger Badstuber: Auf die Emotionen des Spielers darf keine Rücksicht genommen werden

Holger Badstuber zupft an seinem Trikot. Kurze Zeit später schickt ihn der Schiedsrichter vom Platz.
Holger Badstuber zupft an seinem Trikot. Kurze Zeit später schickt ihn der Schiedsrichter vom Platz.

Es sei schlicht "Fußball-Deutsch" gewesen und auf dem Platz würden noch ganz andere Worte fallen, verteidigt Gomez seinen Kollegen Badstuber.

Heißt also: Sexistische Sprache, oder "Fußball-Deutsch", wie es Gomez nennt, ist in der Welt des runden Leders Normalität.

Eine Normalität, gegen die es anzukämpfen gilt.

Und dabei geht es gar nicht um die Vorbildfunktion, die Badstuber innehat und die er in seiner Entschuldigung auf Twitter selbst erwähnt.

Sondern darum, dass alle anderen, die per Fußballer-Definition nicht hart genug für diese Männerwelt sind, ausgeschlossen werden.

Wundert sich irgendjemand noch, dass es bisher keinen Profikicker in Deutschland gibt, der sich als homosexuell geoutet hat?

Also ich nicht. Denn auch Schwule gelten in der Fußballwelt als verweichlicht.

Und wer will schon als Homosexueller jeden Tag in der Mannschaftskabine mit stumpfen Klischees konfrontiert werden?

Um gegen solche fest verankerten Zustände anzukämpfen, muss das DFB-Sportgericht im Fall Badstuber nun durchgreifen. Man darf keine Rücksicht auf die Emotionen des Spielers nehmen, wie es VfB-Sportdirektor Sven Mislintat direkt nach der Partie forderte.

Die Strafe muss wehtun. Die harten Männer der Fußballwelt lernen es sonst nie.

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