Darum läuft es beim VfB Stuttgart besser: "Es ist auch mal scheißegal..."

Stuttgart - Zehn Punkte hat der VfB Stuttgart im Jahr 2020 bereits auf der Habenseite. Damit fuhr Coach Pellegrino Matarazzo bereits zwei Zähler mehr ein, als sein Vorgänger Tim Walter gegen dieselben Mannschaften in der Hinrunde.

Die Backe ist noch etwas dick: Marc Oliver Kempf bei der Presserunde.
Die Backe ist noch etwas dick: Marc Oliver Kempf bei der Presserunde.

Somit scheinen die Schwaben auf dem richtigen Weg in Richtung Bundesliga-Rückkehr zu sein. "Das Wichtigste ist, dass wir Punkte sammeln", erklärte auch der derzeit verletzte Marc Oliver Kempf das eigentlich Offensichtliche.

Und führte weiter aus: "Es ist auch mal scheißegal, wie es passiert. Von mir aus kann der Gegner 70 Prozent Ballbesitz haben, zehn Großchancen und am Ende gewinnen wir 1:0."

Der Gegner 70 Prozent Ballbesitz? Bei dieser Aussage hätte Ballbesitz-Fetischist und Stuttgarter Ex-Coach Walter wahrscheinlich Schweißausbrüche bekommen. Doch der Bruchsaler ist ja seit Dezember Geschichte bei den Schwaben.

In der Funktion als Kapitän hat sich für Kempf unter dem neuen Trainer Matarazzo übrigens nichts verändert. Die Unterschiede sieht er eher taktischer Natur.

"Der Trainer hat umgestellt. Er legt den Fokus auf die Defensive und das ganze tut uns ganz gut", so der 25-Jährige.

Kaminski, Badstuber und Kempf vor Rückkehr: In der VfB-Verteidigung bricht der Konkurrenzkampf aus

Marc Oliver Kempf (l) vom VfB Stuttgart macht das Tor zum 1:0 gegen Torwart Kevin Müller (r) vom 1. FC Heidenheim.
Marc Oliver Kempf (l) vom VfB Stuttgart macht das Tor zum 1:0 gegen Torwart Kevin Müller (r) vom 1. FC Heidenheim.

Er erinnerte sich: "Gerade am Ende der Rückrunde war es so, dass wir relativ häufig frühe Gegentore hinnehmen mussten, was tief stehenden Gegnern natürlich entgegenkommt."

Inzwischen sind die Schwaben zumindest auf dem Papier stabiler in der Defensive. Erst ein Gegentor kassierte der VfB unter Matarazzo (beim 1:1 gegen St. Pauli). "Liest sich ganz gut", gab Kempf lächelnd zu, als er auf diesen Aufwärtstrend angesprochen wurde.

Er selbst muss allerdings noch eine Weile von der Tribüne aus seinen Teamkollegen die Daumen drücken. Der Kieferbruch, den er in der Partie auf St. Pauli erlitt, zwingt ihn noch mindestens drei Wochen in die Knie. Gegen Holstein Kiel (21. März) will er dann wieder dabei sein.

Dann bricht unter den Stuttgarter Verteidigern ein richtiger Konkurrenzkampf aus. Bisher war die Defensive aufgrund vieler Verletzungen dünn besetzt, doch neben Kempf sind auch Holger Badstuber (Muskelbündelriss) und Marcin Kaminski (Kreuzbandriss) auf dem Weg der Besserung.

Kaminski macht seit Ende Januar wieder Teile vom Mannschaftstraining mit, Badstuber betrat am Donnerstag zum ersten Mal wieder den Rasen des Stuttgarter Trainingsplatzes. Kempf freut sich auf die neue Situation und lobte seine Mitstreiter: "Marcin und Holger haben unglaubliche Qualität. Sie könnten ohne weiteres Bundesliga spielen."

Das trifft sich gut. Schließlich wollen die Schwaben ab nächster Saison wieder zu Deutschlands Eliteklasse gehören und brauchen dafür auch das passende Personal.

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