VfB-Kicker Kempf sieht Rot beim Derby gegen KSC: "Mir sind da nicht die Sicherungen durchgebrannt"

Stuttgart - Was hat er sich dabei nur gedacht? Beim 3:0-Derbysieg des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC flog Kapitän Marc Oliver Kempf nach einem Foul mit glatt Rot vom Platz.

Schiedsrichter Tobias Stieler (r) zeigt VfB-Kapitän Marc-Oliver Kempf (2.v.l) nach einem Foulspiel die Rote Karte.
Schiedsrichter Tobias Stieler (r) zeigt VfB-Kapitän Marc-Oliver Kempf (2.v.l) nach einem Foulspiel die Rote Karte.  © dpa/ Christoph Schmidt

Die Stuttgarter führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0, weshalb man sich fragen musste, was den 24-Jährigen da geritten hatte. Kempf sprang in der 87. Minute dem Karlsruher Christoph Kobald völlig unnötig in die Beine.

"War eine dumme Aktion, ich hatte einen scheiß Laufrhythmus und hebe dann halt ein bisschen ab", beschrieb Kempf selbst die Situation.

Er zeigte sich einsichtig: "Wer mich kennt weiß, dass ich niemanden verletzen will und es ist natürlich nicht positiv, was die nächsten Spiele angeht."

Kempf wird dem VfB nun wegen einer Sperre mindestens zwei Spiele fehlen.

Doch wieso grätschte Kempf überhaupt so?

"Ich wollte ganz normal den Ball ins Aus spielen, zu meinem Unglück bekomme ich den Ball nicht, aber ich glaube, es sieht in Summe ein Stück weit brutaler Aus, als es war", sagte der 24-Jährige und stellte klar: "Mir sind da nicht die Sicherungen durchgebrannt!".

Deutliche Worte fand VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Platzverweis: "Es ist eine klare berechtigte Rote Karte. Meines Erachtens hat er die Situation komplett falsch eingeschätzt. Er wollte wahrscheinlich nochmal aggressiv ein Zeichen setzen."

Ein falsches Zeichen, aber immerhin: Kempf entschuldigte sich nach der Partie direkt beim Karlsruher Kobald.

VfB-Fans sauer wegen des Kempf-Platzverweises, Coach Walter verteidigt seinen Kapitän

Update 18.20 Uhr: Auf der Pressekonferenz äußerte sich auch VfB-Trainer Tim Walter zu der Szene. Er hatte die Aktion zunächst nicht richtig gesehen, hatte aber zum Teil Verständnis für Kempf: "Man muss ihm zugestehen, er ist Kapitän der Mannschaft und versucht alles zu investieren. In dieser Situation hat er vielleicht ein bisschen überzogen."

Auf Twitter reagierten die VfB-Fans aufgebracht wegen des Platzverweises. "Entweder hat Kempf ein Problem mit dem räumlichen Sehen oder einen Vollknall. Unfassbar dumme Aktion, die uns die nächsten Wochen richtig weh tut", zeigte sich beispielsweise VfB-Fan-Podcaster Lennart Sauerwald verärgert.

Ähnlich sauer war User "elediaW": "Kempf mit versuchter Körperverletzung. Fliegt extra am Ball vorbei und in den Gegner. Sperre müsste weit länger sein, als die gegen Abraham."

Er verglich die Situation mit der von Frankfurts David Abraham, der bei der Partie gegen den SC Freiburg dessen Trainer Christian Streich umrannte. Abraham wurde für sieben Wochen gesperrt.

Solange wird Kempf dem VfB wahrscheinlich aber nicht fehlen.

Wataru Endo (l) vom VfB Stuttgart in Aktion gegen Marvin Pourie (r) vom Karlsruher SC
Wataru Endo (l) vom VfB Stuttgart in Aktion gegen Marvin Pourie (r) vom Karlsruher SC  © DPA/ Tom Weller

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