Meinung zur Korkut-Entlassung: Die VfB-Fans haben ein besseres Gespür als der Vorstand!

Stuttgart - Tayfun Korkut (44) musste am gestrigen Sonntag als erster Trainer dieser Bundesliga-Saison seinen Hut nehmen (TAG24 berichtete), was zeigt: Die scharfen Reaktionen vieler VfB-Anhänger bei seinem Amtsantritt waren berechtigt - die Fans haben ein Gespür für ihren Verein.

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich: Alle Gremien des VfB Stuttgart stehen für "Glaubwürdigkeit" und "Kontinuität".
VfB-Präsident Wolfgang Dietrich: Alle Gremien des VfB Stuttgart stehen für "Glaubwürdigkeit" und "Kontinuität".  © DPA

Januar 2018: Vor der Geschäftsstelle des VfB leuchten Grablichter, die den Untergang des Vereins symbolisieren sollen. Grund dafür ist die Verpflichtung des neuen Cheftrainers Tayfun Korkut.

Es war damals eine scharfe Reaktion der VfB-Anhänger auf die Entscheidung der sportlich Verantwortlichen ihres Vereins, an dessen Spitze Sportvorstand Michael Reschke steht. Doch spätestens nach der Entlassung Korkuts am Sonntag muss man zugeben: Die Fans hatten recht.

Sie haben ein besseres Gespür für sportliche Entscheidungen bewiesen - im Gegensatz zu Sportvorstand Michael Reschke (61).

Denn die Anhänger sahen, was Reschke wohl ignorierte: Die magere sportliche Bilanz bei Korkuts bisherigen Trainerstationen und seinen defensiv-konservativen Spielstil, an dem er stur festhielt.

Bei Hannover 96 hatte er seine erfolgreichste Zeit mit 56 Punkten aus 48 Spielen. Das sind durchschnittlich 1,2 Punkte pro Spiel.

In Kaiserslautern und Leverkusen erreichte er im Schnitt sogar nur noch einen Punkt pro Spiel. Hinzu kommt, dass er in Kaiserslautern nach 18 Spielen aus unbekannten Gründen zurücktrat, während er in Leverkusen nach 12 Spielen gehen musste.

VfB-Sportvorstand Michael Reschke (l.) verpflichtete Tayfun Korkut (r.) im Januar 2018 trotz dessen mageren sportlichen Bilanz bei seinen Ex-Vereinen. (Fotomontage)
VfB-Sportvorstand Michael Reschke (l.) verpflichtete Tayfun Korkut (r.) im Januar 2018 trotz dessen mageren sportlichen Bilanz bei seinen Ex-Vereinen. (Fotomontage)  © DPA

Demnach ist Korkut keiner, der für Kontinuität steht. Doch für "Kontinuität" wollen die Schwaben stehen, wie VfB-Präsident Wolfgang Dietrich (70) in einem Schreiben an die VfB-Mitglieder erklärte. Außerdem stünden er und alle Gremien des VfB für Glaubwürdigkeit.

Mit der Entlassung Korkuts bröckelt diese Glaubwürdigkeit hinsichtlich der versprochenen Kontinuität beim VfB gewaltig - auch wenn die Entlassung an sich richtig war. Der Fehler lag bereits in der Verpflichtung Korkuts.

Das steht spätestens nach dem aktuell schwachen Saisonstart mit fünf Punkten aus sieben Spielen und dem letzten Tabellenplatz fest.

Das Gespür, dass Korkut nicht der richtige Trainer für ihren Verein ist, hatten allerdings die Fans des VfB. Dass diese mit ihrer Befürchtung recht hatten, bekräftigt Sportvorstand Michael Reschke nun höchst persönlich. Denn sein neuer Trainer "muss möglichst einen modernen Fußball spielen lassen" und die "Mannschaft weiterentwickeln".

(TAG24 berichtete) Somit sucht Reschke nun einen Trainer, der das krasse Gegenteil Korkuts verkörpert.

Hört Reschke nun auf die VfB-Fans?

Zumindest zuhören sollte er manchmal, denn die VfB-Anhänger zeigen ein gutes Gespür, wenn es um das Wohl ihres Vereins geht. Auch, wenn Grablichter vor der Geschäftsstelle etwas übertrieben sind - sind sie auch ein scharfer Ausdruck von Emotionen, die manchmal einen Fußballverein in die richtige Richtung lenken können.


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