11,7 Millionen Euro Verlust! Teure Abstiegs-Saison des VfB Stuttgart

Stuttgart - Bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart haben Präsidiumsmitglied Bernd Gaiser und Finanzvorstand Stefan Heim den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres vorgestellt.

Bernd Gaiser, VfB Stuttgart-Präsidiumsmitglied, Präsident Wolfgang Dietrich und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bei einer Pressekonferenz (von links nach rechts im Bild).
Bernd Gaiser, VfB Stuttgart-Präsidiumsmitglied, Präsident Wolfgang Dietrich und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bei einer Pressekonferenz (von links nach rechts im Bild).  © DPA

Unterschieden wird nach der Ausgliederung 2017 bei den wirtschaftlichen Ergebnissen zwischen dem VfB Stuttgart 1893 e.V. und der VfB Stuttgart 1893 AG.

Der eingetragene Verein nahm im vergangen Jahr rund 3,7 Millionen Euro ein (Steigerung von 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017) und gab rund 3 Millionen Euro aus, erwirtschaftete damit einen Gewinn von 700.000 Euro.

Rund zwei Drittel der Einnahmen speisen sich aus den Mitgliedsbeiträgen und diese sind wiederum gekoppelt an die Mitgliederentwicklung. Hier gab es durchaus bemerkenswerte Zahlen zu vermelden.

Beim ersten Abstieg im Mai 2016 zählte der VfB Stuttgart rund 45.000 Mitglieder, heute sind es fast 70.000. Allein im Jahr 2018 betrug der Zuwachs an neuen VfB'lern 14 Prozent.

Trotz einer aus sportlicher Sicht miserablen vergangenen Saison traten deutlich mehr Menschen in den Verein ein, als aus.

Und: Zwischen der verlorenen Relegation gegen Union Berlin und heute verbuchte der VfB ebenfalls ein Mitgliederwachstum. "Das zeigt uns: In der Region ist eine Bindung da, die uns auch fürs nächste Jahr Zuversicht gibt", so Bernd Gaiser bei einem Vorgespräch mit Medienvertretern am Mittwoch.

VfB Stuttgart erwirtschaftet Rekordumsatz

Stefan Heim ist seit 2015 Finanzvorstand beim VfB Stuttgart.
Stefan Heim ist seit 2015 Finanzvorstand beim VfB Stuttgart.  © DPA

Außerdem wurden 2018 beim Verein (e.V.) die Investitionen in den Breitensport um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

"Als größter Sportverein in Baden-Württemberg haben wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wir müssen der Gemeinschaft was geben und da gehört das Thema Breitensport dazu, damit wir mehr Menschen zum aktiven Sport bringen", so Bernd Gaiser.

Insgesamt verfügt der Verein, der 88,25 Prozent Anteile an der VfB Stuttgart 1893 AG hält, über ein Vereinsvermögen von rund 27 Millionen Euro bei einer Eigenkapitalquote von 93 Prozent. "Das ist richtig gesund", freut sich Gaiser.

Der Großteil der wirtschaftlichen Geschäfte spielt sich hingegen bei der AG ab.

Dort wurde 2018 mit Einnahmen von insgesamt rund 154,4 Millionen Euro der bisherige Rekordumsatz des VfB Stuttgart erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr konnte ein Anstieg der Erträge von 37 Prozent verbucht werden.

Als wesentliche Gründe nannte Finanzvorstand Stefan Heim die Nachwirkungen des Aufstiegs aus der Saison 2016/17 und der sportliche Erfolg in der Saison 2017/18 vor allem durch höhere TV-Einnahmen (im Geschäftsjahr 2017 zählte noch ein halbes Jahr 2. Liga rein, in der die TV-Gelder deutlich niedriger ausfallen.

Umsatzrückgang nach Abstieg in 2. Liga wird kompensiert

An Ex-VfB-Spielern wie Timo Werner (Foto) verdienen die Stuttgarter in Form von vereinbarten Erfolgsbeteiligungen nachträglich immer noch.
An Ex-VfB-Spielern wie Timo Werner (Foto) verdienen die Stuttgarter in Form von vereinbarten Erfolgsbeteiligungen nachträglich immer noch.  © DPA

Die Transfereinnahmen betrugen 20,5 Millionen Euro.

Maßgeblichen Anteil hatte dabei der Verkauf von Daniel Ginczek an den VfL Wolfsburg (14 Millionen Euro), aber auch variable Transfererlöse von rund 7 Millionen Euro für Ex-Spieler wie Timo Werner, Joshua Kimmich etc.

"Durch vereinbarte Erfolgsbeteiligungen profitiert der VfB nachträglich", so Heim.

Auf der Ausgabenseite steht ein Endergebnis von insgesamt 166 Millionen Euro, das sind 39,7 Millionen mehr als 2017. Den größten Posten machen mit 61,1 Millionen Euro die Gehälter der Profispieler aus (Grundgehälter plus Boni).

Im wirtschaftlichen Gesamtergebnis der AG steht unter dem Strich ein Minus von 11,7 Millionen Euro. "Dieser Verlust war geplant", so Stefan Heim.

"Er war ganz klarer Bestandteil unserer Investitionsphase, ist erfreulicherweise sogar niedriger ausgefallen, als geplant." Lediglich der gewünschte sportliche Erfolg habe sich dadurch nicht eingestellt.

Das Eigenkapitel der VfB Stuttgart 1893 AG sinkt damit von 39,3 Millionen Euro auf 27,6 Millionen Euro (Stand: 31.12.2018). Durch den Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga muss der Verein einen Umsatzrückgang kompensieren.

Finanzvorstand Stefan Heim gab den Medienvertretern am Mittwoch einen Ausblick. Ohne Transfererlöse zu berücksichtigen (da ungewiss und variabel), erwartet er einen Umsatzrückgang von 139 Millionen Euro auf 94 Millionen Euro. Das bedeutet einen Verlust von 32 Prozent.

Um die fehlenden 45 Millionen Euro zu kompensieren, wurden bereits Einsparungen beim Betriebs- und Verwaltungsaufwand (rund 20 Millionen Euro), sowie beim Spieleretat (rund 25 Millionen Euro) vorgenommen.

Außerdem fließen, Stand heute, bereits realisierte Transfererlöse in Höhe von 39 Millionen Euro ein (durch die Verkäufe von Benjamin Pavard, Ozan Kabak etc.).

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