Willig schwärmt von Klopp: Was kann der VfB von Liverpool lernen?

Stuttgart - Seit zwei Partien ist Nico Willig Interimstrainer beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart.

Mit Fokus auf die Pille: VfB-Kicker Gonzalo Castro (links), Herthas Maximilian Mittelstädt (Mitte) und Stuttgarts Andreas Beck (r.).
Mit Fokus auf die Pille: VfB-Kicker Gonzalo Castro (links), Herthas Maximilian Mittelstädt (Mitte) und Stuttgarts Andreas Beck (r.).

Seine bisherige Bilanz: Ein beeindruckender 1:0-Sieg über Gladbach und eine herbe 1:3-Niederlage gegen Hertha BSC.

Unter Willig zeigten die Brustringträger zwei grundverschiedene Gesichter.

So agierten die Schwaben gegen Gladbach noch giftig, attackierten früh und begeisterten mit großer Leidenschaft das Publikum.

Es herrschte schon beinahe Euphorie rund um den VfB-Interimstrainer, sodass einige bereits auf die Idee kamen, er könne zur neuen Saison zum Cheftrainer befördert werden.

Doch nur ein Spieltag später ist der Willig-Effekt verpufft und sämtliche Lobeshymnen vergessen.

Die Mannschaft verfiel bei der Pleite gegen die Hertha in alte Muster, sodass man sich nun die Frage stellt: Hat der VfB Stuttgart ein Mentalitätsproblem?

Dem widerspricht Willig am Donnerstag auf der Pressekonferenz mit Nachdruck.

Interimstrainer des VfB Stuttgart: Nico Willig.
Interimstrainer des VfB Stuttgart: Nico Willig.  © DPA

Seiner Meinung nach liegt die Ursache des Leistungsabfalls in der Taktik.

"Der Matchplan ist nicht aufgegangen. Das ist Fakt", erklärte der VfB-Interimstrainer, der sich somit vor die Mannschaft stellt und sich selbst in die Pflicht nimmt.

Das Problem war: Der VfB präsentierte sich in Berlin zu zurückhaltend, sodass man kaum in die Zweikämpfe kam.

In Pressing-Situationen hat man den richtigen Moment verpasst das Signal zur Attacke zu setzen, weshalb die Stuttgarter häufig einen Schritt zu spät waren.

Das ist die Folge eines "Gesamtprozesses der Mannschaft", erklärte Willig.

Von fehlender Mentalität seiner Schützlinge will Willig zwar nichts wissen, doch auf die unglaublichen Champions-League-Aufholjagden von Tottenham und Liverpool angesprochen, geriet der VfB-Interimstrainer ins Schwärmen: "Jede Mannschaft auf dieser Welt kann sich von diesen zwei Spielen etwas abschauen."

Doch des gilt auch für Trainer, so Willig, der Liverpool-Coach Klopp als großes Vorbild sieht: "Wenn ich Klopp am Dienstag beobachte, mit welcher Selbstüberzeugung er am Spielfeldrand stand und man immer das Gefühl hat, er weiß, dass es heute positiv ausgehen wird. Dann beeindruckt mich das", so der 38-jährige Tübinger.

Auch Willig bewies bereits gegen Gladbach, dass er seiner Mannschaft an der Seitenlinie große Emotionen vorleben kann.

Am Samstag (ab 15:30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg wird er wieder kaum zu halten sein, doch schlussendlich ist die Mannschaft entscheidend, die das Feuer auf den Rasen bringen muss.

Mehr zum Thema VfB Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0