Jobgarantie nicht eingehalten: Hitzlsperger will beim VfB dennoch für Kontinuität sorgen

Stuttgart - Es war eine heftige Klatsche! Nur wenige Stunden nach der 0:6-Horror-Pleite gegen Augsburg, musste Trainer Markus Weinzierl beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart seinen Hut nehmen. (TAG24 berichtete)

Musste nach der Pleite gegen Augsburg seine Tasche beim VfB packen: Markus Weinzierl.
Musste nach der Pleite gegen Augsburg seine Tasche beim VfB packen: Markus Weinzierl.

Somit revidierte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Jobgarantie, die er Weinzierl erst vor zwei Wochen aussprach.

"Wir ziehen das durch - gemeinsam", sagte Hitzlsperger noch im Anschluss an die Partie gegen Nürnberg.

Nach der Entlassung Weinzierls musste Hitzlsperger dann seine Kehrtwende erklären: Es sei zwar "nicht verwunderlich", dass ihm die Rückendeckung für den Coach als vermeintliche Jobgarantie ausgelegt wurde, doch er versuche Kontinuität und Ruhe in den Verein zu bringen.

Deshalb wollte er Weinzierl zunächst so viel Vertrauen wie möglich entgegenbringen.

Doch "wenn die Kontinuität eine Gefahr für den Erfolg des Vereins darstellt", dann müsse man alles hinterfragen, erklärte der VfB-Sportvorstand am Sonntag gegenüber anwesenden Journalisten.

Hitzlsperger gab am Sonntag, trotz der jämmerlichen Lage in der sich der VfB aktuell befindet, ein souveränes Bild ab.

Nico Willig (Mitte) beim Training am Ostersonntag mit Chadrac Akolo (rechts). Im Hintergrund: Andreas Beck.
Nico Willig (Mitte) beim Training am Ostersonntag mit Chadrac Akolo (rechts). Im Hintergrund: Andreas Beck.

Er lebt die Ruhe vor, die er in Zukunft in den Club bringen möchte.

So ist auch seine Entscheidung, auf Nico Willig als Weinzierl-Nachfolger zu setzen, völlig nachvollziehbar.

Willig trainierte zuvor die U19 des VfB, doch hatte bisher weder als aktiver Spieler noch als Trainer Erfahrung im Profibereich gesammelt.

Ein Risiko sieht Hitzlsperger in der Interimslösung mit Willig dennoch nicht.

Er erinnerte daran, dass kein Trainer der Welt den Nichtabstieg garantieren könne und Willig sei bereits seit 2016 beim VfB.

"Er kennt den Verein, die Leute und er braucht keine Eingewöhnungszeit", so der VfB-Sportvorstand, der bereits als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums eine hohe Meinung vom neuen VfB-Cheftrainer hatte. Vor der U19, trainierte Willig nämlich die U17 und die U16 des VfB.

Grinst sich eins: VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger.
Grinst sich eins: VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger.  © DPA

Und der 38-Jährige feierte im Jugendbereich Erfolge: So ist die Stuttgarter U19 aktuell seit langem mal wieder Tabellenführer und steht sogar im DFB-Pokalfinale.

Der Profimannschaft soll der gebürtige Tübinger wieder Offensiv-Fußball beibringen, worin Hitzlsperger den Schlüssel zum Klassenerhalt sieht.

Nach der Saison wird Willig allerdings definitiv abgelöst werden. Ein neuer Trainer soll dann den Neuaufbau beim VfB in Angriff nehmen.

Wer sich dieser Mammut-Aufgabe annimmt ist derzeit noch nicht bekannt, doch der VfB soll sich bereits mit dem zukünftigen Coach einig sein.

Zuletzt wurden Ex-Chelsea-Coach André Villas-Boas und Regensburg-Coach Achim Beierlorzer gehandelt. Beierlorzer, der in Regensburg eine wahre Erfolgsgeschichte schreibt, dürfte die wahrscheinlichere der beiden Varianten sein.

Unabhängig vom zukünftigen Coach gilt aber: Es wird die erste Trainer-Verpflichtung Hitzlspergers sein und die sollte zünden, wenn er hinsichtlich seiner Reden über Kontinuität nicht an Glaubwürdigkeit verlieren möchte.

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