"Optimistischer Realist": VfB-Coach Matarazzo geht Herausforderung mit "Demut" an

Stuttgart - Beinahe zwei Meter groß, Deutschitaloamerikaner und Mathe-Genie: Das ist der neue Coach des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart, Pellegrino Matarazzo.

Hat bei seinem ersten Training viel zu gestikulieren: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Im Hintergrund ist Mario Gomez zu sehen.
Hat bei seinem ersten Training viel zu gestikulieren: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Im Hintergrund ist Mario Gomez zu sehen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Er hätte als Investment-Banker in den USA Karriere machen können, doch stattdessen ging er lieber ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland, um Profi-Fußballer zu werden. Aus Verletzungsgründen kam er zwar nie über die Dritte Liga hinaus, doch jetzt will er als Trainer durchstarten.

Nach seinen Erfahrungen als Co-Trainer, unter anderem an der Seite von Julian Nagelsmann, steht er nun beim VfB Stuttgart zum ersten Mal als Chefcoach im Rampenlicht.

Eine bewusste Entscheidung des 42-Jährigen, der zuvor bereits Angebote von anderen Zweitligisten ausschlug.

"Für mich war es nie eine Frage, ob ich Cheftrainer werden möchte, sondern nur wann", so Matarazzo, der versicherte, die Aufgabe beim VfB mit "Demut" und "Respekt" anzugehen.

Denn ohne wäre er in Schwaben "fehl am Platz", erklärte der Amerikaner, der bei seinem ersten öffentlichen Auftritt sehr aufgeräumt wirkte.

VfB Stuttgart: Pellegrino Matarazzo hält nicht viel vom Ballbesitz als Indikator

Beinahe zwei Meter groß: Pellegrino Matarazzo.
Beinahe zwei Meter groß: Pellegrino Matarazzo.  © Sebastian Gollnow/dpa

Ihm schien bewusst, dass er beim VfB unter Druck arbeiten wird: "Ergebnisse reichen nicht?", wiederholte er zunächst die Frage eines Journalisten.

Um diesem nach kurzer Denkpause recht zu geben: "Stimmt wahrscheinlich. Man muss den Fans auch attraktiven Fußball bieten."

Wie dieser Matarazzo-Bal aussehen soll?

Selbstverständlich "offensiv!" Im Detail will der VfB-Coach am besten über 90 Minuten die "Spielkontrolle" haben. Ballbesitz sei dafür aber eher weniger ein Indikator, so Matarazzo.

Stattdessen geht es ihm um die "Großchancenanzahl". Die Verwertung dieser war eines der großen Probleme beim VfB unter Ex-Coach Tim Walter. Lösen will es Matarazzo, indem er seiner Mannschaft ein "Chancenmuster" einimpft.

Sein Team müsse schließlich genau wissen, wie es Tore erzielen soll, so der 42-Jährige.

Sollte dieser Plan aufgehen, wird der VfB vermutlich am Ende dieser Saison sein Ziel erreichen und in die Bundesliga aufsteigen.

Von "müssen" will Matarazzo dabei nicht sprechen, denn er mag dieses Wort nicht. Aber er ist ein "optimistischer Realist", wie er sich selbst beschrieb und hat zudem bereits eine Wahrscheinlichkeitsrechnung für den Aufstieg im Kopf. Diese muss jetzt nur noch aufgehen.

Mehr zum Thema VfB Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0