VfB Stuttgart: So könnte der künftige Präsident den Verein verändern

Stuttgart - Es könnte ein knappes Rennen zwischen Osiander-Geschäftsführer Christian Riethmüller und dem kommerzkritischen Unternehmer Claus Vogt werden. Einer der beiden wird der neue Präsident des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart werden, wie der schwäbische Vereinsbeirat am Donnerstag bekannt gab.

Christian Riethmüller (l-r), Wolf-Dietrich Erhard, Vereinsbeirats-Vorsitzender des VfB Stuttgart, und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen.
Christian Riethmüller (l-r), Wolf-Dietrich Erhard, Vereinsbeirats-Vorsitzender des VfB Stuttgart, und Claus Vogt stehen vor einer Pressekonferenz zusammen.  © dpa/Marijan Murat

Bei einer Presserunde werden die beiden der Öffentlichkeit präsentiert und die Kandidaten stellen wenig überraschend klar: Sie wollen es besser machen als Ex-Präsident Wolfgang Dietrich.

Doch nicht nur darin sind sich die zwei Konkurrenten einig und geben zu, dass sie rein als VfB-Fan sehr zufrieden damit wären, sollte der jeweils andere die Wahl gewinnen.

Dennoch gibt es natürlich Unterschiede.

"Der Schwerpunkt unter Christian Riethmüller wäre das Thema Werte-Diskussion beim VfB", während Vogt die "strategische Ausrichtung des VfB in den Gremien" wichtig sei, erklärt Vereinsbeiratschef Wolf-Dietrich Erhard.

Was Riethmüller mit Werten meinen könnte, wird deutlich als er VfB-Kicker Holger Badstuber für seinen "Muschi"-Ausraster bei der Partie gegen Holstein Kiel kritisiert.

"Wenn ein Spieler des VfB, der sehr erfahren ist, in einer Woche, wo ein Kreisligaschiedsrichter bewusstlos geschlagen wird, einen Schiedsrichter so beschimpft, dann ist das für mich ein schwerwiegender Fehler", erklärt Riethmüller.

VfB-Präsidentschaftskandidat Christian Riethmüller ist mit Boris Palmer befreundet

Da steht er noch auf dem Podium als Präsident des VfB Stuttgart: Wolfgang Dietrich.
Da steht er noch auf dem Podium als Präsident des VfB Stuttgart: Wolfgang Dietrich.

Während sich der Geschäftsführer der Osiander-Buchhandlung in der Causa Badstuber noch mutig äußert, wird er auf die Frage "Wie politisch darf ein Verein sein?" schon etwas vorsichtiger.

"Ich bin der Meinung, dass sich der Verein zurückhalten sollte, weil das Sportliche im Mittelpunkt steht. Wenn es um den Bereich von radikal politischen Themen geht, muss der Verein Kante zeigen, wenn es ihn direkt betrifft", so Riethmüller.

Rivale Vogt sieht das ähnlich, merkt aber an: "Wir sind ein eingetragener Verein mit 70.0000 Mitgliedern. Solange eine politische Partei erlaubt und nicht verboten ist, können wir den Mitgliedern nicht vorschreiben zu welcher Partei sie gehören."

Allerdings will auch Vogt sich lieber aufs Sportliche statt auf Politik konzentrieren.

In einer Partei sind übrigens beide nicht. Riethmüller erzählt aber, er sei mit dem umstrittenen Grünen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer befreundet, was ihm bereits Kritik einbrachte.

"Ich bin kein Fußball-Romantiker": Claus Vogt will VfB-Präsident werden

Schwer zu sagen, wer von den beiden den besseren Eindruck machte: Christian Riethmüller (l.) und Claus Vogt (r.) wollen Präsident des VfB Stuttgart werden.
Schwer zu sagen, wer von den beiden den besseren Eindruck machte: Christian Riethmüller (l.) und Claus Vogt (r.) wollen Präsident des VfB Stuttgart werden.  © dpa/Marijan Murat

Unternehmer Vogt, der den Verein "FC PlayFair" gegründet hat, hält sich mit klaren Statements in der Presserunde im Gegensatz zu Riethmüller etwas zurück.

So lässt er beispielsweise offen, wie es mit seinem Engagement beim "FC PlayFair" weitergeht, sollte er VfB-Präsident werden. Der Verein äußert sich immer wieder kommerzkritisch.

Vogt schließt deshalb nicht aus, dass Vereinsengagement Ruhen zulassen, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Vogt eilt der Ruf voraus den Fans nahe zu sein, vor allem weil er immer wieder den wachsenden Kommerz im Fußball kritisiert. Doch eins stellt der Unternehmer klar: "Ich bin kein Fußball-Romantiker". Auch er wisse, ein Proficlub muss sich finanzieren. Jedoch wolle er den Sport wieder in den Vordergrund hieven, erklärt er. Und das möglichst erfolgreich. Dies will sein Konkurrent Riethmüller selbstverständlich ebenso.

Doch wer von den beiden beim VfB das Ruder übernehmen darf, entscheiden alleine die Mitglieder auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung (15. Dezember). Ab dann wird es für einen der beiden ernst.

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