"Dietrich raus": Die Stimmung beim VfB droht zu kippen

Stuttgart - Nach der Pleite des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 (2:3), analysieren die sportlich Verantwortlichen die Gründe für die erneut schwache Leistung.

Jean-Philippe Mateta besorgte mit diesem Schuss das 2:0 (28.) für seine 05er.
Jean-Philippe Mateta besorgte mit diesem Schuss das 2:0 (28.) für seine 05er.

"So kann man in der Bundesliga nicht verteidigen. Wir sind zu brav, dabei müssten wir ohne Kompromisse zu Werke gehen, uns hinten behaupten und vorne effektiv sein", stellte VfB-Coach Markus Weinzierl gegenüber den Stuttgarter Nachrichten fest.

Nachvollziehbare Kritik, denn die Schwaben entdeckten erst in der Schlussphase ihre Effektivität, als Nicolás González und Marc Oliver Kempf innerhalb von zwei Minuten den Anschluss herstellten (83.,85.).

Zu spät um aus der Partie noch etwas Zählbares mitzunehmen und zu wenig, um die Leistung der vorherigen 80 Minuten vergessen zu machen. Dies sah auch VfB-Verteidiger Timo Baumgartl so, der sich nicht an den letzten zehn Minuten festhalten wollte, sondern klarstellte, man müsse schonungslos die Minuten davor betrachten und analysieren.

Und ausgenommen der letzten Minuten, in denen die Mainzer in Tiefschlaf verfielen und es den Schwaben leicht machten, war der VfB den gut organisierten Mainzern in allen belangen unterlegen.

Nach Pleite gegen Mainz 05: Fans protestieren gegen VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich (Bild).
Nach Pleite gegen Mainz 05: Fans protestieren gegen VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich (Bild).

Dem stimmte auch VfB-Sportvorstand Michael Reschke zu: "Die Mainzer waren präsenter und aggressiver, sie waren uns physisch in zu vielen Zweikämpfen überlegen", resümierte er die Leistung des Kaders, den er als Sportvorstand zu verantworten hat.

Deshalb könnten auch die Kritik an seiner Person bald lauter werden, schließlich investierte er die 41 Daimler-Millionen, die durch die Ausgliederung in die Kasse gespült wurden, fast nur in den Kader.

Doch die meisten der teuren Neuverpflichtungen, wie Nicolás González, Daniel Didavi, Gonzalo Castro oder Borna Sosa, spielen weit hinter den hohen Erwartungen. Pablo Maffeo, für zehn Millionen von Manchester City gekommen, will der VfB sogar noch in diesem Winter wieder verleihen.

Auch brisant ist, dass am Samstag zum ersten Mal lauthals Kritik am Präsidenten Wolfgang Dietrich aus dem Fanblock zuhören war. Fans skandierten mit entsprechenden Bannern "Dietrich raus".

Die Stimmung beim Fußball-Bundesligisten droht also mal wieder zu kippen. Die ratlos wirkenden sportlich Verantwortlichen sollten sich also zeitnah Lösungen einfallen lassen.

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