Der VfB Stuttgart 2018: Von Europa geträumt, im Abstiegsstrudel gelandet

Stuttgart - Trotz der guten Rückrunde der vergangenen Saison war es für den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ein Jahr zum Vergessen: Dies begann mit einem Paukenschlag im Januar.

Grablichter im Januar

Seine Verpflichtung als VfB-Trainer im Januar sorgte für Unruhen bei den VfB-Fans: Tayfun Korkut.
Seine Verpflichtung als VfB-Trainer im Januar sorgte für Unruhen bei den VfB-Fans: Tayfun Korkut.  © DPA

Nachdem der Aufsteiger als Tabellen-14. mit Ex-Coach Hannes Wolf in die Winterpause ging, entließ man den mittlerweile beim HSV angestellten Wolf nur drei Spieltage später nach einer 0:2-Heimpleite gegen Schalke 04. (TAG24 berichtete)

Während die Vereinsführung von neuen Impulsen im Abstiegskampf sprach, reagierten die Fans mit Unverständnis auf die Entlassung Wolfs.

Er war ihr Liebling, der ihren VfB immerhin zurück in die erste Liga geführt hatte.

Als die sportlich Verantwortlichen im Anschluss auch noch den als erfolglos geltenden Tayfun Korkut verpflichteten (TAG24 berichtete), war für einige der VfB-Anhänger bereits zum Jahresbeginn das Fass übergelaufen.

So drohten einige mit der Rückgabe ihrer Dauerkarte oder der Kündigung ihrer Mitgliedschaft, wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten.

Einer der Anhänger übertrieb etwas und legte sogar ein Grablicht, so wie weiße Lilien vor der VfB-Geschäftsstelle nieder. (TAG24 berichtete)

Der VfB-Sommertraum von Europa

Chadrac Akolo jubelte über seinen Treffer zum 3:1 beim 4:1-Sieg des VfB bei den Bayern im Mai 2018.
Chadrac Akolo jubelte über seinen Treffer zum 3:1 beim 4:1-Sieg des VfB bei den Bayern im Mai 2018.  © DPA

Während die meisten Fans ihren Verein am Abgrund sahen, zeigte sich einer von der harschen Kritik im Voraus unbeeindruckt: Der gebürtige Stuttgarter und damalige VfB-Coach Korkut.

Dieser legte mit seiner Elf eine erfolgreiche Rückrunde hin, die vor allem von einer starken Defensive und einer effizienten Punkteausbeute geprägt war.

Höhepunkt der Korkut-Ära war schließlich der 4:1-Erfolg am 34. Spieltag beim FC Bayern München, der schließlich alle Kritiker verstummen ließ (TAG24 berichtete): Als Tabellensiebter beendete der VfB die Saison und verpasste nur knapp die Europa League.

In der anschließenden Sommerpause begann man im Schwabenland nun zu träumen: Von Europa und der Bundesliga-Spitzengruppe!

Futter zum Träumen bekamen die Anhänger durch die vielversprechenden Einkäufe: Beispielsweise der erfahrene Gonzalo Castro vom BVB oder der talentierte Argentinier Nicólas González nährten die Hoffnung für eine erfolgreiche VfB-Saison.

Geplatzte Träume und die VfB-Trainerentlassung im Herbst

Seit Oktober 2018 neuer VfB-Trainer: Markus Weinzierl (44).
Seit Oktober 2018 neuer VfB-Trainer: Markus Weinzierl (44).  © DPA

Außerdem hatte man mit den Franzosen Benjamin Pavard nun einen Weltmeister in den eigenen Reihen, der den Schwaben die Treue hielt. (TAG24 berichtete)

Doch mit dem Beginn der neuen Bundesligaspielzeit platzten die großen VfB-Träume.

Nach sieben Spieltagen stand der VfB mit fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und entließ nach der 1:3-Pleite bei Hannover 96 Trainer Korkut (TAG24 berichtete), der zu diesem Zeitpunkt schon längst für seine defensiv taktische Ausrichtung kritisiert wurde (TAG24 berichtete), für die man ihn in der vergangenen Rückrunde noch feierte.

Korkut schaffte es nicht seine Mannschaft weiterzuentwickeln, weshalb seine Entlassung im herbstlichen Oktober die logische Konsequenz war.

Als Nachfolger präsentierte Sportvorstand Reschke Markus Weinzierl, der zuletzt bei Schalke 04 unter Vertrag stand. (TAG24 berichtete)

Pinocchio-Reschke und Abstiegskampf unter Neu-Coach Markus Weinzierl

Ein Tag vor der Entlassung Korkuts, sprach er seinem Ex-Coach noch eine Jobgarantie aus: VfB-Sportvorstand Michael Reschke.
Ein Tag vor der Entlassung Korkuts, sprach er seinem Ex-Coach noch eine Jobgarantie aus: VfB-Sportvorstand Michael Reschke.  © DPA

Rund um die Trainerentlassung Korkuts gerieten schließlich auch die VfB-Verantwortlichen in die öffentliche Kritik.

Neben dem VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich, galt dies jedoch vor allem für Reschke, der Korkut einen Tag vor seiner Entlassung noch eine Jobgarantie aussprach: Somit war Pinocchio-Reschke geboren und es wurde bundesweit über den Umgang mit Fußballtrainern diskutiert. (TAG24 berichtete)

In diesem Zusammenhang kamen auch Gerüchte auf, dass Präsident Dietrich seinem Sportvorstand Reschke die Entlassung Korkuts nahegelegt hatte - doch egal was wirklich geschah: Die VfB-Führungsetage gab im Jahr 2018 kein gutes Bild ab. (TAG24 berichtete)

Auch weil Neu-Coach Weinzierl im Jahr 2018 bereits der dritte VfB-Coach war. Bei anhaltendem Misserfolg, wird es wohl nicht mehr um den Kopf des Trainers gehen, sondern um den Job Reschkes.

Verhindern kann dies VfB-Coach Weinzierl, wenn er mit seiner Elf Erfolge feiert. Sein bisheriger Punkteschnitt von 0,9 und der Relegationsplatz 16 sprechen allerdings gegen eine Trendwende.

2019 muss der VfB ein besseres Gesicht zeigen, um den Abstiegsstrudel schnellstmöglich zu entkommen. Von Europa dagegen, sollte erstmal nicht geträumt werden.

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