Rückfall in die Walter-Zeit? VfB lässt Mega-Chance im Aufstiegsrennen liegen

Stuttgart - Nun ist es also passiert: Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart unter Neu-Trainer Matarazzo ist gerissen. Richtig ärgerlich wurde das 0:2 bei Greuther Fürth (TAG24 berichtete) aber erst durch die Art und Weise der Niederlage - und die Pleite eines direkten Konkurrenten.

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo litt am Spielfeldrand gegen Fürth sichtlich mit.
VfB-Coach Pellegrino Matarazzo litt am Spielfeldrand gegen Fürth sichtlich mit.  © Nicolas Armer/dpa

Pellegrino Matarazzo haderte erst einmal mit der schlechten Chancenverwertung seiner Mannschaft. Doch während Sportdirektor Sven Mislintat das 0:2 (0:0) des VfB Stuttgart am Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth nicht gerecht fand, räumte Matarazzo die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft an diesem Tag unumwunden ein.

"Fürth ist immer mehr gewachsen im Laufe des Spiels und wir einen Tick kleiner geworden", meinte der Trainer. Er weiß nun, wie es sich anfühlt, in der 2. Fußball-Bundesliga als heißer Aufstiegskandidat zu verlieren. Eine Niederlage hatte er davor nur beim Pokalaus gegen Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen erlebt.

Vier Siege und ein Unentschieden hatte es bisher in der Liga unter dem in der Winterpause nach Stuttgart gekommenen Matarazzo gegeben - bei nur einem Gegentor. Am Fürther Ronhof ist die Serie nun gerissen. Mit Blick auf den Verfolger Hamburger SV ist die Pleite für den Tabellenzweiten auf dem angestrebten Weg zurück in die Bundesliga besonders ärgerlich.

Auftritt gegen Fürth erinnert an Zeit unter Tim Walter

VfB-Stürmer Silas Wamangituka ärgert sich nach seiner vergebenen Großchance.
VfB-Stürmer Silas Wamangituka ärgert sich nach seiner vergebenen Großchance.  © Nicolas Armer/dpa

Denn der kriselnde HSV verlor parallel bei Erzgebirge Aue (TAG24 berichtete), was Stuttgart bei einem Sieg einen Vorsprung auf die Norddeutschen und damit den Relegationsplatz von sechs Punkten gebracht hätte. So aber bleiben es vorerst nur drei.

Die Pleite schmerze, räumte Mislintat ein. "Aber es ist natürlich auch angenehmer, als jetzt mit einem HSV-Sieg auf die Tabelle zu gucken." Vor dem Topspiel am 9. März in Stuttgart gegen Spitzenreiter Arminia Bielefeld war es dennoch ein Rückschritt, der an schon fast vergessene Zeiten unter Matarazzos Vorgänger Tim Walter erinnerte.

Daniel Didavi (9.), Silas Wamangituka (17.) und Hamadi Al Ghaddioui (31.) hatten zunächst hochkarätige Torchancen vergeben - und die ganze Elf sich nach der Pause von Fürth den Schneid abkaufen lassen.

Dazu gesellten sich Unsicherheiten in der Defensive. "In der Summe tat es heute weh, denn wir haben es schon deutlich effektiver in den letzten Spielen hinbekommen", sagte Mislintat.

Duelle gegen Bielefeld und den HSV werden entscheidend im Aufstiegskampf

Die Enttäuschung stand den VfB-Profis nach Abpfiff ins Gesicht geschrieben.
Die Enttäuschung stand den VfB-Profis nach Abpfiff ins Gesicht geschrieben.  © Nicolas Armer/dpa

Mangelnden Biss sahen er und Matarazzo aber nicht als Ursache dafür. "Wenn man fünf, sechs Chancen in der ersten Halbzeit nicht nutzt, dann passiert meistens etwas in den Köpfen der Spieler", erklärte der Coach.

Und meinte damit: nichts Gutes. So brachte der Ex-Stuttgarter Marco Caligiuri (48.) Fürth in Führung, Sebastian Ernst sorgte für das 2:0 (76.). "Wir müssen daraus lernen, dass wir heute über Phasen nicht dominant waren", sagte denn auch Verteidiger Pascal Stenzel.

Denn bei nur noch zehn ausstehenden Spielen bis Saisonende könnten die nächsten Partien gegen Bielefeld, beim SV Wehen Wiesbaden (15. März) und in Kiel (21. März) sowie zu Hause gegen den HSV (6. April) richtungsweisend sein.

Und weil Stuttgart im Sturmzentrum keinen Simon Terodde wie in der Zweitliga-Saison 2016/2017 hat, der mit 25 Toren den Aufstieg sicherte, hoffen Mislintat und Matarazzo darauf, dass das Team schon gegen Bielefeld insgesamt wieder treffsicherer wird. Denn die interne Torjägerliste führen Al Ghaddioui, Didavi und Nicolás González mit jeweils gerade mal sechs Treffern an.

Immerhin feierte González in der Schlussphase sein Comeback, auch Verteidiger Holger Badstuber gehörte wieder zum Kader. Beide hatten zuletzt wegen Muskelfaserrissen gefehlt. Zumindest darüber konnten sich die VfB-Verantwortlichen freuen.

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