Es wird ruhig in der Mercedes-Benz Arena: VfB-Fans streiken bei Heimspiel gegen Augsburg

Stuttgart - Am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga protestieren Fangruppen gegen die Kommerzialisierung des Fußballs.

Einige VfB-Fangruppen beteiligen sich am bundesweiten Stimmungsboykott. (Symbolbild)
Einige VfB-Fangruppen beteiligen sich am bundesweiten Stimmungsboykott. (Symbolbild)  © DPA

So wird es in den meisten Bundesligastadien in den ersten 45 Minuten des Spieltags ruhig zugehen.

Auch die Stuttgarter Fangruppen "Commando Cannstatt", "Schwabensturm 02" oder "Schwaben Kompanie Stuttgart" beteiligen sich am Stimmungsboykott, weshalb es beim VfB-Heimspiel gegen Augsburg in der ersten Hälfte still sein wird.

Grund für den Protest ist der Vorwurf der Fangruppen, dass der Fußball immer mehr seinen Ursprung verliert und zu stark kommerzialisiert wird.

Im Fokus stehen dabei die Bundesliga-Spiele unter der Woche und besonders Montags-Spiele, die in der Fan-Szene verpönt sind.

Somit heißt das Moto des Protests, der vom 30. November bis 3. Dezember gehen wird: "„Zurück zum Wochenende, ohne Montagsspiele und ohne englische Wochen".

© DPA

Als Schuldigen sehen die Fangruppen den Verband Deutsche Fußballliga (DFL), der ihrer Meinung nach nur auf die Maximierung der Fußball-TV-Gelder aus ist, während die Interessen der Fans unter den Tisch fallen.

Die Fans werfen der DFL vor, dass sie immer mehr TV-Gelder generieren wollen und deshalb der Spielplan auseinandergezogen wird:

Durch unterschiedliche Anstoßzeiten der Partien wird eben mehr Fußball im Fernsehen gezeigt, wodurch mehr Gelder an DFL und Vereine fließen.

Die Fans leiden allerdings unter der Entwicklung der unattraktiven Anstoßzeiten. Denn besonders für Gästefans sind Auswärtsfahrten an einem Montag- oder Freitagabend kaum zu meistern, weshalb die Fangruppen auch nicht müde werden dagegen zu protestieren.

Mit vergangen Protesten hatten sie scheinbar bereits Erfolg: Denn die Bundesligaklubs haben sich vor kurzem gegen Montagsspiele ab der Saison 2021/22 ausgesprochen.

Ob dies dann auch so kommen wird, wird sich zeigen.

Nicht ganz so begeistert vom Stimmungsboykott in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena ist VfB-Coach Markus Weinzierl: "Ich finde das unglücklich, dass es bei unserem Heimspiel passiert. Die Startphase einer Partie ist einfach entscheidend und wenn die Fans dann still sind, dann schwächt das eine Mannschaft“, sagt VfB-Trainer Markus Weinzierl.

Dann muss der VfB seine Tore eben in der zweiten Hälfte machen, dann sollte die Cannstatter Kurve zumindest wieder so laut sein, wie von Gegner gefürchtet.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0