VfB-Sportdirektor Sven Mislintat kritisiert deutsche Nachwuchsarbeit

Stuttgart - Das Diamantenauge der Schwaben hat was zu sagen! VfB-Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat kritisiert die Nachwuchsarbeit der deutschen Profifußball-Clubs.

VfB-Sportdirektor: Sven Mislintat.
VfB-Sportdirektor: Sven Mislintat.  © DPA/ Sebastian Gollnow

So sagte er gegenüber der "Welt": "Talentierte Spieler, die möglicherweise einen schwierigen Charakter haben und auch mal über die Stränge schlagen, haben kaum eine Chance, es nach ganz oben zu schaffen."

Und darin sieht Mislintat ein großes Problem, denn "oftmals sind genau diese Typen Gewinnertypen."

Nach Meinung des Stuttgarter Kaderplaners brauche man diese aber um Erfolg zu haben: "Es hatten fast alle großen Mannschaften - und da reden wir nicht nur über Fußball - immer spezielle Typen. Leader, die den Unterschied ausgemacht haben. Das ist ein extrem spannendes Thema."

Mislintat hat sich als Scout bei Borussia Dortmund und dem FC Arsenal London einen Ruf als "Diamantenauge" erarbeitet. Er gilt unter anderem als Entdecker von Ousmane Dembele (FC Barcelona) und Shinji Kagawa (Real Saragossa).

Seit April 2019 ist er Sportdirektor beim Zweitligisten VfB Stuttgart.

Sven Mislintat spricht über Dembele-Transfer von Borussia Dortmund zum FC Barcelona

Update 10.57 Uhr: Der ehemalige BVB-Chefscout Sven Mislintat hat die Kritik am Transfer von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona 2017 als überzogen bezeichnet. "Ich finde es total überflüssig, dass dieser Transfer, der sportlich mit Ousmanes großem Anteil am Pokalsieg wie finanziell mit einem dreistelligem Millionengewinn für alle Beteiligten ein maximaler Erfolg war, immer nur negativ diskutiert wird", sagte der heutige Sportdirektor des VfB Stuttgart im Interview der «Welt» (Donnerstag).

"Clubs müssen aufhören, vom bösen Spieler und dem guten Club zu kommunizieren. Wir als Clubs kämpfen doch auch mit harten Bandagen untereinander und mit Spielern."

Der 47-jährige Mislintat hatte den französischen Fußball-Nationalspieler 2016 zu Borussia Dortmund gelotst. Ein Jahr später wechselte Dembélé nach einem Trainingsstreik für eine Ablöse von mehr als 100 Millionen Euro zu Barça .

Unabhängig von Dembélé glaube er mit Blick auf die Arbeit im deutschen Nachwuchsbereich, dass Dinge wie Persönlichkeit und Individualität zu kurz kommen. "Und talentierte Spieler, die möglicherweise einen etwas schwierigen Charakter haben und auch mal über die Stränge schlagen, kaum eine Chance haben, es ganz nach oben zu schaffen", sagte Mislintat.

Solche Spieler seien nach Auffassung der Verantwortlichen nicht gut für die Gruppe. "Aber oftmals sind genau diese Typen die Gewinnertypen."

 Barcelonas Ousmane Dembele (l) in Aktion gegen Sevillas Lucas Ocampos.
Barcelonas Ousmane Dembele (l) in Aktion gegen Sevillas Lucas Ocampos.  © AP/dpa/Joan Monfort

Titelfoto: DPA/ Sebastian Gollnow

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