"Mentalität ist nicht abzusprechen!" Hat der VfB den Aufsteiger unterschätzt?

Stuttgart - Es war bezeichnend! Nach der Niederlage des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart gegen den SV Wehen Wiesbaden schlich Marc Oliver Kempf an den Journalisten vorbei.

Manuel Schäffler bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Wehen Wiesbaden (3.).
Manuel Schäffler bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Wehen Wiesbaden (3.).  © DPA/ Tom Weller

Die Pleite war dem Schwaben-Kapitän ins Gesicht geschrieben, sprechen wollte er nicht.

Kein Wunder, so war es doch auf verschiedenen Ebenen ein rabenschwarzer Tag für den VfB Stuttgart.

Abgesehen von den dramatischen Szenen um die Verletzung von Borna Sosa (TAG24 berichtete) und dem Muskelbündelriss von Daniel Didavi, gelang auch sportlich wenig.

"Wir müssen darüber reden, warum wir nicht scharf und wach genug waren", bewertete VfB-Sportdirektor Sven Mislintat die Leistung seiner Kicker.

Damit meinte er vor allem die erste Hälfte.

Danach hat Mislintat einen deutlich besseren VfB gesehen: "Wir müssen uns mindestens mit dem 2:2 belohnen. Dass eine Mannschaft fünfmal Pfosten und Latte trifft, passiert auch nicht so häufig", verteidigte Stuttgarts Sportdirektor seine Mannschaft.

Frust regiert: Mario Gomez (M) und Philipp Förster (r) vom VfB Stuttgart nach der Pleite gegen Wehen Wiesbaden.
Frust regiert: Mario Gomez (M) und Philipp Förster (r) vom VfB Stuttgart nach der Pleite gegen Wehen Wiesbaden.

Aber warum hat der VfB die erste Halbzeit verschlafen? Hat man den Aufsteiger aus Wiesbaden schlicht unterschätzt?

"Ich habe in der Mannschaft keine Überheblichkeit ausmachen können", sagte VfB-Keeper Gregor Kobel darauf angesprochen, der beim 1:2-Gegentreffer nicht gut aussah.

"Kein bisschen sogar", schob der 21-jährige Leihspieler von der TSG Hoffenheim nach.

Aber was er dann sagt, klingt zumindest so, als hätte man Wehen Wiesbaden falsch eingeschätzt: "Wir müssen uns im Klaren sein, dass jeder Gegner, unabhängig vom Tabellenplatz, auf das Spiel bei uns heiß ist. Für viele ist es eines der geilsten Erlebnisse der Saison."

An diesem Punkt könnte man über vermeintlich fehlende Mentalität sprechen, wogegen sich Sportdirektor Mislintat allerdings wehrte: "Grundsätzlich ist dieser Mannschaft nicht die Mentalität abzusprechen", versicherte der 46-Jährige.

Dies sah VfB-Trainer Tim Walter etwas anders, zumindest was die erste Hälfte betraf: "Wir hatten zu Beginn eine falsche Einstellung", so der Coach.

"Zu lasch" habe man agiert, führte Walter weiter aus. Dennoch gibt der VfB-Trainer seinem Chef Mislintat bezüglich des zweiten Durchgangs recht und lobte seine Elf dafür, den Schalter umgelegt zu haben.

Warum es dennoch nicht für den Sieg gereicht hat, erklärte sich Walter anders: "Heute war einer dieser Tage, die man als Scheiß-Tag bezeichnen kann. Wir hätten noch viel länger spielen können und wir hätten kein Tor erzielt."

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