VfB-Präsidenten-Wahl: Guido Buchwald hat nicht nur Freunde

Stuttgart - Derzeit ist Länderspielpause, weshalb es beim Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart etwas ruhiger zugeht.

Thomas Hitzlsperger, damaliger Sportvorstand des VfB Stuttgart, hält bei der Mitgliederversammlung im Juli 2019 eine Rede.
Thomas Hitzlsperger, damaliger Sportvorstand des VfB Stuttgart, hält bei der Mitgliederversammlung im Juli 2019 eine Rede.  © DPA/Christoph Schmidt

Zumindest rein sportlich.

Allerdings bedeutet dies immer, dass viel Zeit ist, um über das drumherum zu sprechen, was bei einem Traditionsclub wie dem VfB Stuttgart bekanntlich nie langweilig wird.

Erst recht nicht, wenn bald eine Präsidentschaftswahl ansteht.

Einer der möglichen Kandidaten für diese vakante Stelle ist Stuttgarts Meisterspieler Guido Buchwald.

Dessen Chancen sollen nun allerdings gesunken sein, nachdem der VfB am vergangenen Dienstag Thomas Hitzlsperger zum Vorstandsvorsitzenden befördert hat.

So gilt es nämlich als unwahrscheinlich, dass man nach Ex-Kicker Hitzlsperger mit Buchwald einen weiteren ehemaligen Profi in ein hohes Amt hieven möchte, dessen Kernkompetenz ebenfalls im Sport liegt.

Der ehemalige Fußballprofi Guido Buchwald will VfB-Präsident werden.
Der ehemalige Fußballprofi Guido Buchwald will VfB-Präsident werden.  © DPA/ Inga Kjer

Dies sieht Buchwald selbstverständlich etwas anders, wie er gegenüber der "Bild" sagte:

"Ich sehe meine Chancen vom Vereinsbeirat aufgestellt zu werden, keinesfalls durch die aktuelle Entwicklung gemindert", so der Weltmeister von 1990.

"Ich möchte mich auch nicht nur auf meinen fußballerischen Sachverstand reduzieren lassen. Ich habe auch Erfahrung und Kompetenz als Unternehmer", gab sich Buchwald kämpferisch.

Dies stimmt zwar, aber im Vergleich zu anderen Bewerbern ist das wirtschaftliche Knowhow des Weltmeisters zu vernachlässigen.

Verfolgt man die These also, dass Buchwalds Chancen durch Hitzlspergers Beförderung schwinden, könnte man das Netz weiter spinnen.

Vor allem, wenn man bedenkt, wer für die Hitz-Beförderung zumindest teilweise verantwortlich ist: Kein geringerer als Daimler-Vorstand Wilfried Porth!

Dieser sitzt nämlich im Stuttgarter Aufsichtsrat, der Hitzlsperger zum Vorstandsvorsitzenden gemacht hat und ist bekanntlich alles andere als ein Freund Buchwalds. Nach einem Streit mit Porth war der ehemalige Stuttgarter Kicker nämlich aus dem VfB-Aufsichtsrat zurückgetreten.

Übrigens: Im Gegensatz zur Hitzlsperger-Beförderung, hat Porth bei der Auswahl der Kandidaten für das Amt des Präsidenten keinen Einfluss. Der Vereinsbeirat wird im November die zwei Auserwählten bekannt geben, die dann am 15. Dezember bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung ums VfB-Präsidentenamt kämpfen werden.

Aber eins ist klar: Buchwald hat beim VfB nicht nur Freunde. Neben Porth sehen ihn auch viele Fans kritisch.

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