Kann sich VfB-Coach Tim Walter noch retten? "Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn.."

Stuttgart - Im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart zuletzt ordentlich Federn gelassen, am Freitag vertändelten aber auch die Konkurrenten Arminia Bielefeld und Hamburger SV wertvolle Punkte.

 Stuttgarts Trainer Tim Walter (r) geht nach Pleite gegen Sandhausen zu Stuttgarts Orel Mangala.
Stuttgarts Trainer Tim Walter (r) geht nach Pleite gegen Sandhausen zu Stuttgarts Orel Mangala.  © DPA/ Uwe Anspach

Trotzdem besteht für die Stuttgarter die Gefahr, zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag von den ersten drei Plätzen verdrängt zu werden.

Heidenheim gewann nämlich mit 1:0 beim HSV und zog zumindest bis Montag an Stuttgart vorbei, die dann im eigenen Stadion auf den 1. FC Nürnberg treffen.

Eine Lage, in die sich der VfB nach fünf Pleiten aus sieben Spielen selbst gebracht hat und die an Trainer Tim Walter nicht "spurlos" vorbeigeht, wie er auf der Pressekonferenz am Freitag verriet.

Kein Wunder: Vor allem in den sozialen Netzwerken steht der Stuttgarter Coach in der Kritik. Nicht selten wird sogar seine Entlassung gefordert. (TAG24 berichtete)

Walter bekundete zwar, er lese so etwas nicht, aber dass es so langsam an der Mercedesstraße ungemütlich wird, dürfte auch der 45-Jährige mitbekommen.

Grundsätzlich erklärte er, er könne die aufkommende Unruhe verstehen und auch "nachvollziehen". Schließlich liefere man die Ergebnisse nicht, "die alle gerne hätten", so Walter.

VfB-Trainer Tim Walter will nicht immer nur "Attacke, Attacke, Attacke"

Der Blick in eine unsichere Zukunft? VfB-Coach Tim Walter steht ordentlich unter Druck.
Der Blick in eine unsichere Zukunft? VfB-Coach Tim Walter steht ordentlich unter Druck.

Das will der Bruchsaler natürlich ändern.

Aktuell laufe es nicht, weil seine Schützlinge zu viel "ins Grübeln" kommen, stellte Walter zunächst fest.

Außerdem klappe zwar vieles im Training, aber "sobald der Anpfiff ertönt und es passiert irgendetwas Unvorhergesehenes, lassen wir uns zu sehr davon beeinflussen", zeigte sich der Coach etwas ratlos.

Damit dürfte er vor allem auf die 1:2-Pleite in Sandhausen anspielen. Die Schwaben gerieten schon nach wenigen Sekunden in Rückstand und kamen nicht mehr zurück in die Partie. (TAG24 berichtete)

Doch Walter versicherte, dass er und seine Mannschaft an Lösungen arbeiten.

"Es geht darum eine Balance zwischen Defensive und Offensive zu wählen", so Walter, der somit etwas zurückhaltender klang als noch vor einigen Wochen.

Kehrt er etwa seinem mutigen Offensiv-Fußball den Rücken? Nein, entgegnet Walter entschieden: "Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich immer nur Attacke, Attacke, Attacke fordern würde und mich nicht jeden Tag weiterentwickeln würde!"

Im Schicksalsspiel gegen Nürnberg muss Walter mit seinem VfB unbedingt punkten, wenn man die Trainerdiskussionen nicht weiter anheizen will.

Aber immerhin könnte der VfB mit einem Sieg zurück auf den dritten Rang springen und wäre wieder punktgleich mit dem HSV.

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