"Macht den VfB Stuttgart zur Lachnummer": Teile der Fans fordern Entlassung von Trainer Walter

Stuttgart - Derby-Euphorie verpufft! Nach dem 3:0-Triumph über den Karlsruher SC vergangene Woche, blamierte sich Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart am Sonntag mit einer 1:2-Pleite bei Underdog SV Sandhausen.

Stuttgarts Mario Gomez (l) schießt per Fallrückzieher das später aberkannte Tor zum 2:1.
Stuttgarts Mario Gomez (l) schießt per Fallrückzieher das später aberkannte Tor zum 2:1.  © DPA/ Uwe Anspach

Dementsprechend mies war die Stimmung bei den schwäbischen Anhängern, die langsam die Geduld verlieren. Dies zeigten ihre Reaktionen beim Kurznachrichtendienst Twitter.

"Schon wieder viel zu wenig. Aus den letzten sieben Spielen fünf (!!!) Niederlagen. Und das kann auch nicht der angesprochene gute Weg sein, auf dem man sich befindet", schrieb User "two_four_two".

Die Schuld an der VfB-Krise, die eigentlich durch den 3:0-Derbysieg gegen Karlsruhe für beendet erklärt wurde, trägt in Augen vieler Fans der Stuttgarter Coach Tim Walter.

So schrieb Twitter-Nutzer "Gerd Durchdewald": "Es ist doch Sache des Trainers, die Mannschaft einzustimmen. Wann checkt ihr endlich alle, dass der Walter wegmuss? Er macht den VfB zur Lachnummer."

Inzwischen wird dem Stuttgarter Trainer vieles vorgeworfen. Einer der Punkte war schon häufiger, dass er manchmal arrogant wirkte.

VfB-Fan bringt Ex-FC-Bayern-Trainer Nico Kovac als Walter-Nachfolger ins Spiel

Sandhausens Aziz Bouhaddouz (r) schießt das Tor zum 2:0.
Sandhausens Aziz Bouhaddouz (r) schießt das Tor zum 2:0.

Positiv ausgedrückt könnte man aber auch von "Selbstbewusstsein" reden, wie es der Twitterer "Oberbruddler" nannte.

Er attestierte Walter "stets bemüht" gewesen zu sein, doch Hoffnung, dass dem VfB mit ihm noch die Trendwende gelingen könnte, hat er offenbar nicht mehr. Er wünschte ihm noch "alles Gute" für seine "berufliche Zukunft".

Einer der Dinge, die von Beginn an nicht allen Stuttgarter Anhängern an Walter gefiel, war seine Spielweise, die schnell "Walterball" getauft wurde.

Zu diesen Kritikern des Systems gehört offenbar Twitter-Nutzer "Mark1893": "Ich hasse Ballbesitzfußball, halte das nicht für zeitgemäß. Trotzdem bekam Walter von mir eine faire Chance. Fünf Monate ist er nun da. Zwischenfazit: sechs Punkte hinter Bielefeld, fünf Niederlagen, Aufstieg extrem in Gefahr. DAS ist bitter."

VfB-Anhänger "dotzer" hat sogar schon eine genaue Vorstellung, was ein möglicher Nachfolger Walters mitbringen muss: "Der VfB braucht einen Trainer, wie ihn die Bayern in Jupp Heynckes hatten. Einen Trainer, der die Spieler gemäß ihrer Fähigkeiten bestmöglich einsetzt. Keinen Regionalligatrainer, der meint, der Neuerfinder des Fußballs zu sein."

VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger will Kontinuität auf der Trainerbank

 Stuttgarts Trainer Tim Walter (r) geht nach Pleite gegen Sandhausen zu Stuttgarts Orel Mangala.
Stuttgarts Trainer Tim Walter (r) geht nach Pleite gegen Sandhausen zu Stuttgarts Orel Mangala.  © DPA/ Uwe Anspach

User "Fritz Freile" hätte dagegen gerne den zuletzt bei den Bayern entlassenen Nico Kovac auf der Stuttgarter Bank sitzen.

Wie vielen anderen, verliere auch VfB-Fanpodcaster Lennart Sauerwald langsam die Geduld mit Walter, wie er auf Twitter schrieb. Dennoch gehen Sauerwald die heftigen Reaktionen bei der Diskussion um den Coach zu weit: "das Niveau dieser Trainerdebatte ist jenseits von Gut und Böse."

Andere hielten sich, was die Diskussion um den Trainerposten angeht, lieber zurück, wie ein anderer Podcaster Ron Merz.

"Ich fordere ganz explizit NICHT die Entlassung des Trainers, sondern überlasse es den Verantwortlichen beim VfB die richtigen Schlüsse (welche auch immer) zu ziehen. Unzufrieden bin ich trotzdem rein aus Fansicht", schrieb er auf Twitter.

Nutzer "Null711" fühlte sich dagegen an die Zeit erinnert, als Ex-Coach Markus Weinzierl noch an der Seitenlinie der Schwaben stand. Er postete: "Ich würde ja wetten, dass Thomas Hitzlsperger (VfB-Sportvorstand Anm. d. Red.) wieder zu lange abwartet. Dem Stuttgarter Sportchef wurde im Frühjahr dieses Jahres von Teilen der Anhängerschaft vorgeworfen, Weinzierl zu spät entlassen zu haben. Erst nach einer 0:6-Klatsche beim FC Augsburg musste er dann doch gehen.

Dieses Schicksal wird aber VfB-Coach Walter, trotz aller Kritik von Seiten der Fans, zunächst nicht blühen. Schließlich betonte vor allem Hitzlsperger immer wieder, dass er Kontinuität auf der Trainerbank will.

Außerdem stehen die Schwaben aktuell auf dem dritten Tabellenrang und haben weiterhin eine gute Ausgangslage für den Aufstiegskampf.

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