VfB Stuttgart: Hitzlsperger und Mislintat reden heute mit Walter

Stuttgart - Einige Spieler des VfB Stuttgart verabschiedeten sich direkt nach dem 2:2 bei Hannover 96 in den Urlaub. Von welchem Trainer sie nach ihrer Rückkehr zum Fußball-Zweitligisten betreut werden, wissen sie nicht.

Wird Tim Walter auch nach der Winterpause noch Übungsleiter beim VfB sein?
Wird Tim Walter auch nach der Winterpause noch Übungsleiter beim VfB sein?  © Swen Pförtner/dpa

Vorstandschef Thomas Hitzlsperger, Sportdirektor Sven Mislintat, Coach Tim Walter sowie seine Co-Trainer wollten sich am Sonntag zu einer laut Mislintat "knallharten Analyse" der ersten Saisonhälfte treffen. Geredet werden soll über das, was am Anfang der Saison gut lief, und die Gründe, warum es danach nicht mehr lief. "Der Ausgang ist komplett offen", sagte Mislintat.

Es werde am Sonntag auch keine Entscheidungen geben, meinte der 47-Jährige. Auch ein Vereinssprecher teilte auf Nachfrage mit, dass für den vierten Advent nichts vorgesehen sei.

Trotzdem steht Walter nicht erst seit dem Remis in Hannover unter großem Druck. In den vergangenen fünf Auswärtsspielen in der 2. Liga holte Walter mit dem teuersten Kader lediglich zwei Punkte.

Auch die spielerische Entwicklung stagniert. Der desolate Auftritt im ersten Durchgang in Hannover war einer der schwächsten unter dem 44-Jährigen überhaupt.

Erst nach der Pause steigerte sich der VfB. Dennoch droht Walter bereits nach einem halben Jahr das Aus.

Eine Beurlaubung des selbstbewussten Trainers wäre für Mislintat und Hitzlsperger das frühe Eingeständnis auch des eigenen Scheiterns. Sie hatten Walter im vergangenen Sommer auch deshalb von Holstein Kiel verpflichtet, weil dessen offensive, mutige, dominante Idee vom Fußball sinnbildlich für den gesamten VfB stehen sollte.

Walter: "Meine Situation hemmt die Jungs"

Nach dem Spiel gegen Hannover: Holger Badstuber (vorne) steht auf dem Spielfeld.
Nach dem Spiel gegen Hannover: Holger Badstuber (vorne) steht auf dem Spielfeld.  © Swen Pförtner/dpa

Aber anstatt die Gegner zu beherrschen, verlor sich der Aufstiegsfavorit spätestens ab dem Herbst immer häufiger in offenbar ziel- und endlosen Passfolgen. Es ging quer oder zurück, aber selten direkt nach vorne.

Trotzdem erarbeitete sich der VfB fast immer mehr Chancen als der Gegner, nutzte diese aber meistens nicht. In Hannover hätten die Stuttgarter nach den Toren von Nicolas Gonzalez (46. Minute) und Silas Wamangituka (62.) sogar fast noch gewonnen, aber Edgar Prib (74.) gelang noch der letztlich verdiente Ausgleich.

"Meine Situation hemmt die Jungs. Sie hatten durch die besondere Konstellation Blei in den Beinen", sagte Walter zum mäßigen Auftritt in Hannover und ergänzte: Er und seine Spieler seien ein "verschworener Haufen". Tatsächlich scheint das Verhältnis zwischen Walter und seiner Mannschaft intakt.

Der ehemalige Jugendcoach des FC Bayern München agierte zwar oft impulsiv, aber nie persönlich verletzend. Ob ihm das aber den Job retten kann, ist allerdings fraglich. Denn letztlich, und daran dürften sich auch Mislintat und Hitzlsperger orientieren, zählen die Ergebnisse.

Die blieben zuletzt aus. Und über all den Zahlen und Statistiken dürfte die Frage stehen, ob sie Walter die direkte Rückkehr in die Bundesliga noch zutrauen. Nichts wäre für die Schwaben schlimmer, als den angepeilten Aufstieg zu verpassen.

Nicht unbedingt, weil ihnen dann finanziell ein Desaster drohen würde, sondern vor allem, weil es der Glaubwürdigkeit des neu gestarteten Projekts mit Hitzlsperger und Mislintat an der Spitze erheblichen Schaden zufügen würde.

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