VfB-Trainer Tim Walter verteidigt seine Spieler nicht mehr

Stuttgart - Nach der Pleite gegen den SV Sandhausen wird es beim Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart langsam ungemütlich.

Stuttgarts Mario Gomez (l) schießt per Fallrückzieher das später aberkannte Tor zum 2:1.
Stuttgarts Mario Gomez (l) schießt per Fallrückzieher das später aberkannte Tor zum 2:1.  © DPA/ Uwe Anspach

Dachte man nach dem Derbysieg gegen den Karlsruher SC vergangene Woche noch, dass der Knoten bei den Schwaben endlich geplatzt ist, muss man nun feststellen, dass die Gründe für die Probleme tiefer liegen.

Fünf Niederlagen aus sieben Spielen sind einfach zu viel und alles andere als die Bilanz einer Spitzenmannschaft mit dem Ziel Bundesliga-Aufstieg.

Als Ursache wurde zuletzt immer wieder fehlendes Glück oder die schlechte Chancenverwertung genannt, doch dies ist längst nicht alles.

"Jetzt kriegen wir auf einmal Standard-Gegentore. Das ärgert mich einfach, das macht mich sauer. Das kotzt mich total an", kommentierte VfB-Coach Tim Walter am Montag die beiden Gegentreffer in Sandhausen.

Und dann holte er zur Generalkritik an seiner Mannschaft aus!

VfB-Verantwortliche beteiligen sich nicht an Diskussionen um Trainer Tim Walter

Sandhausens Aziz Bouhaddouz (r) schießt das Tor zum 2:0.
Sandhausens Aziz Bouhaddouz (r) schießt das Tor zum 2:0.

Es könne nämlich sein, dass es diesen einfach zu gut gehe, sagte Walter und fuhr fort: "Bei kleinen Kindern ist es ja auch so: Wenn es ihnen zu gut geht, dann begeben sie sich aufs Glatteis. Und sie loten ihre Grenzen aus, und du musst sie immer wieder einfangen."

Diese Äußerungen von Walter zeigen: Es wird rauer beim VfB Stuttgart!

Normalerweise verteidigt der Trainer nämlich seine Spieler bis aufs Äußerste und lässt jeden Journalisten abblitzen, der es wagt, einen seiner Schützlinge zu kritisieren. Diese Zeiten sind nun vorbei.

Kein Wunder! Denn seit Wochen bekommen die VfB-Kicker einfach keine Konstanz in ihr Spiel. Zu oft unterlaufen ihnen individuelle Fehler, die nur durch Glück nicht immer bestraft werden.

So wie beim 3:0-Derbysieg gegen den KSC, als es Kapitän Marc Oliver Kempf war, der beim Stande von 0:0 patzte und schlussendlich nur der Pfosten rettete. Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn der KSC in dieser Situation in Führung gegangen wäre.

Solche Szenen entscheiden aktuell über Erfolg oder Niederlage beim VfB. Es fehlt die Souveränität einer Spitzenmannschaft!

Ändert sich dies nicht bald, werden die Diskussionen um Coach Walter, an denen sich die VfB-Verantwortlichen nicht öffentlich beteiligen wollen, immer lauter.

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