Nächste Klatsche für VfB: Schwaben sehen kein Land gegen Hoffenheim

Stuttgart - Nächste Klatsche für den VfB Stuttgart: Innerhalb von 15 Minuten nahm der Gastgeber TSG Hoffenheim die Schwaben brutal auseinander und schlugen sie völlig verdient mit 4:0 (0:0).

Emiliano Insua flog wegen gefährlichen Spiels in der 7. Minute vom Platz.
Emiliano Insua flog wegen gefährlichen Spiels in der 7. Minute vom Platz.  © DPA

Den Dosenöffner für die Hoffenheimer lieferte Joshua Brenet mit dem 1:0 (48.). Joelinton legte das 2:0 in der 51. Minute nach. Doppelpacker Belfodil schoss das 3:0 in der 47. und das 4:0 in der 60. Minute.

Beim VfB ging es nach der 0:4-Pleite im Heimspiel gegen Borussia Dortmund (TAG24 berichtete) darum, endlich die "Blockade" zu lösen, wie es VfB-Präsident Wolfgang Dietrich vor dem Spiel formulierte.

Für diese Mission änderte VfB-Coach Markus Weinzierl seine Startaufstellung - trotz der Klatsche gegen den BVB - nur auf einer Position: Holger Badstuber ersetzte den zuletzt schwachen Gonzalo Castro. So wollte Weinzierl mit einer defensiveren 5-3-2-Grundformation die offensiv starken Hoffenheimer bremsen.

Die Badener spielten 3:3 gegen Olympique Lyon in der Champions League. Im Vergleich zum Auftritt gegen die Franzosen, wechselte TSG-Coach Julian Nagelsmann auf vier Positionen das Personal aus.

Kevin Akpoguma, Nico Schulz, Kerem Demirbay und Adam Szalai pausierten zunächst, während Joshua Brenet, Steven Zuber, Reiss Nelson und Joelinton von Beginn an ran durften.

Sieht schlecht aus: VfB-Stürmer Nicolás Gonzalez.
Sieht schlecht aus: VfB-Stürmer Nicolás Gonzalez.  © DPA

Das Spiel begann hektisch: Beide Mannschaften versuchten in den ersten Minuten früh den Gegner zu attackieren, den Ball zu erobern und sich Kontermöglichkeiten zu erarbeiten.

Genau in dieser Art und Weise kamen die Gäste aus dem Schwabenland zu ihrer ersten Chance. Der Hoffenheimer Kevin Vogt verlor den Ball in der eigener Hälfte. Anschließend wurde Mario Gomez durch einen starken Steilpass bedient und rannte fast alleine aufs Hoffenheimer Gehäuse zu, doch Vogt bügelte seinen eigenen Fehler wieder aus und bedrängte den Stuttgarter Stürmer so, dass der ehemalige deutsche Nationalstürmer links am Tor vorbei schoss. Eigentlich ein guter Beginn.

Doch in der 7. Minute war dann schon wieder der Horror-Start für die Stuttgarter perfekt: Platzverweis für Emiliano Insúa wegen gefährlichen Spiels nach Einsatz des Videobeweises. Insúa hatte seine Stollen im Zweikampf auf Kopfhöhe des Hoffenheimers Pavel Kadarabek, was Schiedsrichter Frank Willenborg nach Ansicht der Bilder die Rote Karte zücken ließ. Dies war eine sehr harte Entscheidung gegen die Stuttgarter und erschwerte natürlich die Mission, aus Hoffenheim drei Punkte mitzunehmen.

Trotzdem ließen die Schwaben sich nicht aus dem Konzept bringen und versuchten es auch in den Folgeminuten mit schnellen Kontern die Hoffenheimer zu überrumpeln - ohne gefährliche Chancen zu kreieren.

Nach 39 Minuten war es eine Flanke aus dem Halbfeld, als plötzlich Brenet frei vor Stuttgarts Keeper Ron-Robert Zieler auftauchte, doch das Spielgerät nicht kontrolliert bekam. Drei Minuten später verhinderte die VfB-Abwehr die Chance für Hoffenheims Mittelfeldspieler Andrej Kramaric. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schoss Hoffenheims Jungstar Nelson Reiss (18) nochmal aus der Distanz, allerdings drosch er den Ball weit übers Tor.

Zur Halbzeit war das 0:0 trotz der Schlussoffensive der TSG völlig in Ordnung. Denn der VfB stand gut in der Defensive, ließ fast keine Chancen zu und agierte selbst offensiv - wenn auch ohne Ertrag.

Das hatte heute Seltenheitswert: Der VfB am Ball.
Das hatte heute Seltenheitswert: Der VfB am Ball.  © DPA

In der zweiten Hälfte wurde es dann bitter für den VfB Stuttgart, denn die Hoffenheimer drehten auf.

Plötzlich zeigte sich die individuelle Klasse des Champions-League-Teilnehmers: Durcheinander in der Hälfte der Stuttgarter, dann kam Reiss Nelson an den Ball, der im Stuttgarter Strafraum mit einem starken Dribbling alles durcheinander wirbelte und aufs Tor schoss - VfB-Keeper Zieler kann nur nach vorne abwehren und Brenet verwandelte zum 1:0 (48.).

Die Hoffenheimer waren jetzt nicht mehr zu bremsen. Drei Minuten später erzielte Joelinton nach Diagonalpass von Brenet das 2:0 (51.).

Weinzierl wollte nun etwas defensive Stabilität reinbringen und nahm Star-Stürmer Gomez raus und brachte den defensiven Mittelfeldspieler Hans Nunoo Sarpei.

Doch es brachte nichts. Der VfB fiel jetzt komplett auseinander. Belfodil schloss eine Kurz-Pass-Stafette der TSG zum 3:0 ab (57.). Zwei Minuten später schnürte dieser Belfodil seinen Doppelpack, nachdem VfB-Kapitän Christian Gentner diesem den Ball perfekt in den Lauf spielte. (60.).

Diese Szene war bezeichnend für den Auftritt der Schwaben in der zweiten Halbzeit. Sie sahen kein Land mehr gegen den Gastgeber Hoffenheim und konnten froh sein, dass die TSG in der letzten halben Stunde das Tempo rausnahm, sonst hätte es noch heftiger für die Schwaben werden können.

Aus dem Gästeblock der Stuttgarter waren "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe zu hören. Der VfB teilt sich nach dieser Klatsche nun die Rote Laterne des Tabellenletzten mit Fortuna Düsseldorf.

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