VfB Stuttgart duselt sich zum Unentschieden gegen Bremen

Stuttgart - Immerhin mal wieder ein Punktgewinn! Der VfB Stuttgart ergaunert sich im Auswärtsspiel bei Werder Bremen ein Unentschieden (1:1). Dabei wäre ein Sieg aber durchaus möglich gewesen.

VfB-Trainer Markus Weinzierl schickte die gleiche Startformation wie am vergangenen Samstag gegen RB Leipzig aufs Feld.
VfB-Trainer Markus Weinzierl schickte die gleiche Startformation wie am vergangenen Samstag gegen RB Leipzig aufs Feld.  © DPA

Steven Zuber brachte die Schwaben früh (2. Minute) in Führung. Kurz vor der Halbzeit glich Klaasen für Werder aus.

Im Vorfeld der Partie lautete das große Stichwort bezüglich des VfB "Kontinuität".

Der neue Sportdirektor Thomas Hitzlsperger beklagte vor dem Anpfiff bei Eurosport, dass diese bisher fehlte. Es wurden zu viele Schnellschüsse gemacht und die fehlende Geduld resultierte in etlichen Trainerwechseln.

Eine klare Linie wäre nicht erkennbar, monierte Hitzlsperger. "Ich kann das jetzt ändern, ich muss das lösen, denn wir wollen weg vom Relegationsplatz", ergänzte er.

Außerdem wolle er alle Energie in Trainer Markus Weinzierl stecken.

Weinzierl schickte in Bremen die gleiche Startelf auf den Rasen, die schon am vergangenen Wochenende bei der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig begann.

Man wolle an der insgesamt ordentlichen Leistung gegen Leipzig anknüpfen und vorne effektiver werden, so der 44-Jährige.

Auf die Frage, ob das Spiel in Bremen für ihn zu einem Endspiel werden könnte, antwortete er: "Endspiel? Es gibt danach noch elf weitere Spiele."

Personelle Veränderungen bei Bremen

Steven Zuber jubelt über seinen Treffer zum 1:0.
Steven Zuber jubelt über seinen Treffer zum 1:0.  © DPA

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hingegen musste bei der Aufstellung Anpassungen vornehmen.

Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede fiel wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel kurzfristig aus. Für Bargfrede spielte Nuri Sahin im defensiven Mittelfeld.

Außerdem stand erstmals in einem Bundesligaspiel der Norddeutschen der 19 Jahre alte Amerikaner Joshua Sargent in der Startelf.

Und die Partie begann unglaublich! Nach einem langen Ball von Andreas Beck aus Stuttgarts eigener Hälfte und zwei Stellungsfehlern in der Bremer Verteidigung netzte der Schweizer Steven Zuber in der 2. Spielminute zum 1:0 für den VfB ein!

Sonst sind die Stuttgarter eher dafür bekannt, frühe Gegentore zu kassieren, hier drehten sie den Spieß einmal um.

Und das frühe Tor gab dem VfB auch Sicherheit in den Anfangsminuten. Es hätte sogar in der 9. Minute zum zweiten Mal im Bremer Kasten klingeln müssen, doch Mario Gomez vertändelte den Ball im Eins gegen Eins mit Werder-Torhüter Pavlenka.

Bremen fuchst sich ins Spiel

Davy Klaassen glich kurz vor der Halbzeit mit einem sehenswerten Schuss zum 1:1 aus.
Davy Klaassen glich kurz vor der Halbzeit mit einem sehenswerten Schuss zum 1:1 aus.  © DPA

Stuttgart bestimmte die erste Viertelstunde, bevor Werder das erste Mal brandgefährlich wurde.

In der 15. Minute verpasste der linke Flügelstürmer Rashica nur knapp und sorgte für Energie auf den Rängen des Weser-Stadions.

In der Folge übernahmen die Gastgeber auch die Spielkontrolle, hatten wesentlich mehr Ballbesitz und der VfB lauerte auf Konter. Wieder war es Steven Zuber, der in der 25. Minute aus aussichtsreicher Position abzog, aber vergab.

Und die Abwehr der Stuttgarter stand alles andere als bombensicher. In der 30. Minute kam Rashica nach einem Gewusel aus 8 Metern zum Abschluss, schoss aber über das VfB-Gehäuse.

Danach plätscherte die Partie vor sich hin, viele kleine Nickligkeiten störten den Spielfluss und die Werderaner konnten sich nicht entscheidend vors Stuttgarter Tor kombinieren.

Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff ging es nochmal richtig zur Sache! Zunächst gab es ein Lebenszeichen des VfB, als Ozan Kabak aus der eigenen Abwehr bis zum Bremer Kasten sprintete, doch das Zusammenspiel mit Gomez funktionierte nicht einwandfrei, weshalb eine große Chance verpuffte.

Und fast im Gegenzug kam Werder. In der 45. Minute bekam Bremen-Stürmer Davy Klaassen den Ball in zentraler Position 20 Meter vor dem Stuttgarter Tor, drehte sich um die eigene Achse und schoss den ins linke Eck zum Ausgleich.

Das 1:1 zum Pausentee war aus Stuttgarter Sicht unheimlich bitter.

Bremen in der zweiten Halbzeit deutlich stärker

Jubel beim VfB über das frühe 1:0 (2.) gegen Werder Bremen.
Jubel beim VfB über das frühe 1:0 (2.) gegen Werder Bremen.  © DPA

Zu Beginn der 2. Halbzeit brachte Markus Weinzierl dann Christian Gentner ins Spiel, der zuletzt nicht so viel Spielzeit bekam (TAG24 berichtete).

Dem Spiel mangelte es zunehmend an Highlights, der VfB war insgesamt die leicht aktivere Mannschaft mit den besseren Ansätzen und Möglichkeiten.

In der 60. Minute wollte der Bremer Trainer Florian Kohfeldt dann für mehr Offensivkraft sorgen und wechselte Claudio Pizarro für Startelf-Debütant Sargent ein.

Es dauerte dann aber bis zur 71. Minute, bevor wieder etwas Nennenswertes passierte, denn es wurde brenzlig für den VfB.

Der stark aufspielende Rashica hatte sich auf der rechten Seite freigespielt, brachte den Ball gefährlich herein, wo Sahin aus kurzer Distanz schoss und Ron-Robert Zieler auf der Linie parieren musste.

Und in der 78. Minute bewahrte der Stuttgarter Keeper seinen Verein erneut vor einem Rückstand - und diesmal mit einer Weltklasse-Parade! Nach einer Bremer Ecke kam Gebre Selassie zu einem starken Kopfball, doch die Reaktion der Nummer 1 beim VfB war überragend und er konnte den Ball zur Seite abwehren.

Die Schlussphase lief dann auf beiden Seiten hektisch ab, es passierte jedoch nichts Entscheidendes mehr. Somit trennten sich die beiden Clubs 1:1.

Nimmt man die zweite Halbzeit als Grundlage, muss der VfB froh über einen glücklichen Punktgewinn sein und darf sich bei Torhüter Ron-Robert Zieler bedanken.

Ein Sieg wäre aber auch drin gewesen, hätte man die Großchancen in der ersten Halbzeit effektiver ausgespielt.

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