Dietrich wurde "ans Kreuz genagelt": VfB-Präsidiumskandidat kassiert Shitstorm

Stuttgart - Werner Gass, Ex-Spieler beim VfB Stuttgart und Kandidat für das vakante Präsidiumsamt, das Thomas Hitzlsperger inne hatte, ist erschüttert über den Ablauf der Mitgliederversammlung und den Umgang mit Ex-Präsident Wolfgang Dietrich.

Wolfgang Dietrich trat nach der VfB-Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag einen Tag später als Präsident zurück.
Wolfgang Dietrich trat nach der VfB-Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag einen Tag später als Präsident zurück.  © DPA

Gegenüber der "Geislinger Zeitung" sagte der 65-Jährige, er sei "zutiefst schockiert" gewesen, denn er habe in der Mercedes-Benz Arena am vergangenen Sonntag "spürbaren Hass" gegenüber dem einen Tag später zurückgetretenen VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich erlebt.

Um seine Eindrücke beschreiben zu können, zog der gebürtige Gingener gegenüber dem Lokalblatt einen biblischen Vergleich: "Es wurde ein Mensch ans Kreuz genagelt, wie vor 2000 Jahren".

Damit piekst Gass mit einem Stöckchen in ein Hornissennest, denn einigen VfB-Fans passt das mal so gar nicht. Sie wollen nicht als "Sünder" herhalten, die den "Heiland" Dietrich zum Tode verurteilt haben.

"Herr Gass, ich als Redner auf der MV frage mich ernsthaft, ob Sie am Sonntag da waren [...] und welche Reden Sie gehört haben.", schreibt beispielsweise der Autor von "Blog aus Cannstatt".

Der 18-Jährige hatte in seinem Wortbeitrag bei der Mitgliederversammlung wie viele andere Redner Dietrich bei der Allgemeinen Aussprache kritisiert.

Zum Trotz: Twitter-User montiert Dietrichs Kopf auf Jesus-Oberkörper

Werner Gass (rechts im Bild) zog für den Umgang mit Ex-VfB-Präsident Wolfgang Dietrich den Vergleich "ans Kreuz nageln", den Twitter-User @BudPyrmont fotografisch umsetzte. (Bildmontage)
Werner Gass (rechts im Bild) zog für den Umgang mit Ex-VfB-Präsident Wolfgang Dietrich den Vergleich "ans Kreuz nageln", den Twitter-User @BudPyrmont fotografisch umsetzte. (Bildmontage)  © Montage: Screenshot twitter/Bud Pyrmont, imago ima

Doch alle, die sich gegen Dietrich stellten, konnten eine sachliche Grundlage und belegbare Fakten vorweisen.

Deshalb sei Gass' "ans Kreuz nageln"-Vergleich nicht gerechtfertigt, so der Blogger.

"Manchen ist aber auch kein Polemikanfall zu blöde", schreibt ein anderer User auf Twitter und montierte aus Trotz den Kopf des Ex-Präsidenten auf einen Jesus-Oberkörper, der auf einem Bild beim Kreuzzug gezeigt wird.

Und auch der "Nachspielzeit"-Podcaster meldete sich. Wenn Gass dies wirklich so gesagt haben soll, bleibe dem VfB-Anhänger nichts anderes übrig, als sich bei dessen Wahl zum Präsidium zu enthalten.

Gass' Mitbewerber Rainer Mutschler galt ohnehin als Favorit auf den Posten. Spätestens jetzt sollte die Wahl zugunsten des früheren Nationaltrainers des Frauen-Alpinteams beim Deutschen Skiverband ausgehen.

Pro-Dietrich-Positionen treffen auch nach dem Rücktritt des Präsidenten weiterhin auf ein ganz hartes Pflaster. Doch den Vorwurf, die Kritiker würden wie wilde Furien alles und jeden mit einem Shitstorm kleinmachen, der sich auf die Seite von Dietrich stellt, ist nicht haltbar.

Wer einen Disput ohne voreingenommene (negative) Wertung gegenüber den Dietrich- und mittlerweile auch Porth-Gegnern (TAG24 berichtete) beginnt, der wird auch einen Rahmen für einen sachlichen, argumentativen Austausch vorfinden.

Wer die starke Gemeinschaft jedoch in eine bestimmte Ecke schieben will, den erwartet das "Social Media"-Fegefeuer.

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