Traditionsverein jubelt: VfL Osnabrück in 2. Bundesliga aufgestiegen!

Osnabrück - Endlich! Der VfL Osnabrück hat eine überragende Saison vorzeitig gekrönt und hat durch einen 2:0-Sieg gegen den Tabellenletzten VfR Aalen den Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Bundesliga klar gemacht. Vier Spieltage vor Schluss hat der VfL jetzt 14 Punkte Vorsprung auf den neuen Dritten Hallescher FC, da der SV Wehen Wiesbaden überraschend in Jena (1:3) verlor.

Osnabrücker Jubeltraube nach dem Tor zum 1:0 von Etienne Amenyido.
Osnabrücker Jubeltraube nach dem Tor zum 1:0 von Etienne Amenyido.  © Imago

Der ist hochverdient, war nach der schwachen Vorsaison, in der Osnabrück am Ende auf Platz 17 landete und dem Abstieg nur knapp entging, aber nicht erwartet worden.

Doch die Niedersachsen haben die richtigen Schlüsse gezogen und den Kader auf allen Positionen entscheidend verstärkt.

Trainer Daniel Thioune (44), seit dem 8. November 2017 im Amt, konnte erstmals eine komplette Sommervorbereitung planen und eine Mannschaft nach seinen Vorlieben zusammenstellen.

Das sollte sich auszahlen. Schon zu Saisonbeginn wurde deutlich, dass der VfL richtig gut drauf ist und ein ganz anderes Team auf dem Platz hat, als in der Spielzeit zuvor.

Insgesamt 26 Mal grüßten die Lila-Weißen von der Tabellenspitze, konnten 21 Siege in 34 Partien feiern, spielten zehn Mal unentschieden und verloren nur drei Mal - ganz klar die Bilanz eines Aufsteigers und wahrscheinlich auch Meisters.

Dazu kommt ein überragendes Torverhältnis von 52:23, das auch klar macht, wie sicher die Defensive steht.

Defensive als Prunkstück des VfL Osnabrück

Mit diesem Tor schoss Etienne Amenyido (li.) den VfL Osnabrück zurück in die 2. Liga.
Mit diesem Tor schoss Etienne Amenyido (li.) den VfL Osnabrück zurück in die 2. Liga.  © Imago

Diese ist das Prunkstück der Mannschaft von der Bremer Brücke. Torhüter Nils-Jonathan Körber (22) zählt zu den besten Keepern der 3. Liga, zeigt herausragende Paraden auf der Linie, ist fußballerisch gut ausgebildet und umsichtig in der Strafraumbeherrschung. Damit ist er deutlich zu gut für die dritte deutsche Spielklasse.

Kein Wunder, ist der U21-Nationaltorwart doch bei Hertha BSC ausgebildet worden und nur bis Saisonende an die Niedersachsen verliehen worden, um Spielpraxis auf hohem Niveau zu sammeln.

Dabei nahm er übrigens den Platz von Marius Gersbeck ein, der ebenfalls bei Hertha das Fußball-ABC erlernt hat und aus Berlin nach Osnabrück verliehen wurde.

Neben Körber hat auch der zweite gebürtige Berliner Neuzugang voll eingeschlagen: Maurice Trapp (27), ausgebildet beim 1. FC Union, beim FC Hansa Rostock gescheitert, beim Berliner AK 07 Kapitän gewesen, mit dem Chemnitzer FC aus der 3. Liga abgestiegen, ist der Stabilisator der Osnabrücker Innenverteidigung, der darüber hinaus dank seiner hervorragenden Schusstechnik auch noch vier Tore erzielt hat.

Neben ihm ist die kroatische Abwehrkante Adam Susac (29) gesetzt und bildet mit Trapp das Innenverteidiger-Duo, das die wenigsten Gegentore zulässt. Auf der rechten Außenbahn sorgt Bashkim Ajdini, ehemals Renneke (26) für Wirbel, während auf der linken Seite immer wieder andere Akteure spielen.

Offensive Power

Die Osnabrück-Fans zeigten vor dem Spiel eine Choreo über mehrere Tribünen.
Die Osnabrück-Fans zeigten vor dem Spiel eine Choreo über mehrere Tribünen.  © Imago

Auf der Doppelsechs agieren Ulrich Taffertshofer (27) und David Blacha (28). Sie überragen mit Zweikampfstärke, aber auch spielerischer Klasse.

Auf den offensiven Außenbahnen wechselt Thioune hin und wieder durch, doch Kapitän Marc "Heidi" Heider (32) ist hier gesetzt, dazu kommen oft auch Manuel Farrona Pulido (25) und Anas Ouahim (21) zum Einsatz und sorgen mit ihrer Geschwindigkeit und Dribbelstärke für mächtig Betrieb.

Als hängende Spitze ist der Kämpfer Marcos Alvarez (27) fast immer dabei und mit elf Toren und sieben Vorlagen der beste Scorer der Mannschaft.

Seit man in der Winterpause den bulligen Stürmer Benjamin Girth (27) von Holstein Kiel ausgeliehen hat, wurde das Angriffsspiel nochmal um eine Komponente erweitert. Der Strafraumstürmer ist aufgrund seiner Wucht und seines Torinstinkts ein echter Gewinn für den VfL.

Wenn die Osnabrücker diese Mannschaft zusammenhalten und im Sommer gezielt verstärken, werden auch genügend Zweitligisten Probleme mit den disziplinierten, spielstarken und taktisch ausgereiften Auftritten des VfL bekommen.

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